Omega-3-Index
Anteil von EPA+DHA in Erythrozytenmembranen als Herzrisikobiomarker
Auch bekannt als
Definition
Der Omega-3-Index ist der Anteil von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) an den Gesamtfettsäuren in Erythrozytenmembranen, ausgedrückt in Prozent. Er spiegelt die langfristige (3 Monate) Omega-3-Versorgung wider und gilt als zuverlässiger Marker für kardiovaskuläres Risiko. Entwickelt von Harris & von Schacky (2004), ist er ein eigenständiger kardiovaskulärer Risikomarker neben LDL und Blutdruck.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | % |
| Referenzbereich | < 4 % (Risikozone) | 4–8 % (Zwischenzone) | > 8 % (obere Zone) |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein Omega-3-Index < 4 % entspricht einer Risikozone mit erhöhtem Herzinfarkt- und plötzlichem Herztodrisiko (vergleichbar mit Rauchen als Risikoäquivalent laut von Schacky). Weitere Assoziationen: kognitive Beeinträchtigungen, depressive Verstimmungen, erhöhte Entzündungsmarker, trockene Augen, Gelenkentzündungen.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein Index > 8 % liegt in der oberen Zone der von Harris und von Schacky vorgeschlagenen Einteilung und zeigt eine hohe EPA+DHA-Versorgung an. Für noch höhere Werte gibt es keinen allgemein anerkannten Norm- oder Grenzwert. Omega-3-Fettsäuren können die Plättchenfunktion beeinflussen; ob das bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Medikamente eine Rolle spielt, wird in Studien unterschiedlich bewertet (NIH ODS).
✓ Was den Wert beeinflussen kann
Der Omega-3-Index wird beeinflusst durch die Aufnahme von EPA und DHA über fetten Seefisch (z. B. Lachs, Makrele, Hering, Sardinen), Algenöl oder Fischöl-Präparate. Die individuelle Variabilität in Aufnahme und Stoffwechsel ist groß, die chemische Form der Fettsäuren (Triglycerid- oder Ethylester-Form) wirkt sich auf die Resorption aus. Der Index bildet die Versorgung der letzten etwa drei Monate ab und ändert sich daher nur langsam. Die Einordnung nimmt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt vor.
Wann testen?
Bestimmt wird der Index etwa bei bekannten Herzerkrankungen, familiärem Herzrisiko, Depression oder kognitivem Abbau sowie im Verlauf einer Supplementierung. Weil der Erythrozyten-Test einen Mittelwert über etwa drei Monate abbildet, zeigen sich Änderungen der Zufuhr erst mit Verzögerung. Wie oft bestimmt wird, legt deine Ärztin bzw. dein Arzt fest.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Omega-3-Index und Plasma-Omega-3? +
Plasma-Fettsäuren spiegeln die Zufuhr der letzten 1–2 Tage wider (kurzfristiger Status). Der Omega-3-Index misst EPA+DHA in Erythrozytenmembranen, die 3 Monate leben — er ist damit ein Langzeitmarker analog zum HbA1c für Blutzucker. Für kardiovaskuläre Risikobeurteilung ist der Erythrozyten-Index valider.
Wie schnell verändert sich der Omega-3-Index bei veränderter Zufuhr? +
Das ist individuell verschieden und hängt unter anderem von Genetik, BMI und Ausgangswert ab. Weil der Index die Versorgung der letzten etwa drei Monate abbildet, ändert er sich nur langsam. Auf die gleiche Zufuhr reagieren Menschen sehr unterschiedlich.
Wie unterscheiden sich Algenöl und Fischöl beim Omega-3-Index? +
Algenöl enthält wie Fischöl vorgeformtes EPA und DHA; Fische reichern Omega-3 über Algen an. Studien zeigen eine vergleichbare Bioverfügbarkeit und einen vergleichbaren Anstieg des Omega-3-Index. Algenöl ist zudem eine vegane Quelle.
Schützt ein hoher Omega-3-Index wirklich vor Herzinfarkt? +
Observationsstudien zeigen konsistent niedrigere kardiovaskuläre Ereignisraten bei hohem Omega-3-Index. REDUCE-IT (ICOSAPENT ETHYL, hochdosiertes EPA) zeigte signifikante Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse bei Hochrisikopatienten. Die präventive Wirkung scheint am stärksten bei Personen mit niedrigem Basisindex.
Omega-3-Index
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.