Biomarker mg/dl (mmol/l)

LDL-Cholesterin

Low-Density-Lipoprotein – das 'schlechte' Cholesterin

Auch bekannt als

LDL LDL-C Schlechtes Cholesterin Low-Density Lipoprotein

Definition

LDL-Cholesterin (Low-Density Lipoprotein) transportiert Cholesterin aus der Leber zu den Körperzellen und ist bei dauerhaft erhöhten Spiegeln der wichtigste Treiber der Atherosklerose. Die Risikoeinstufung erfolgt individuell je nach Gesamtrisikoprofil nach SCORE2-Tabellen (ESC). Neben der absoluten Konzentration gewinnt die Partikelqualität (ApoB, sdLDL) zunehmend diagnostische Bedeutung.

Parameter Wert
Einheit mg/dl (mmol/l)
Referenzbereich Labore geben für LDL-Cholesterin unterschiedliche Beurteilungsbereiche an; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt. Zielwerte, die Leitlinien je nach kardiovaskulärem Risiko nennen, sind keine Referenzbereiche.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

Umrechnung: 1 mg/dl × 0,02586 = mmol/l. Deutsche Labore berichten LDL meist in mg/dl; internationale Studien oft mmol/l. ESC-Grenzwerte beziehen sich auf mg/dl.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Sehr niedriges LDL entsteht meist unter einer Therapie mit Statinen oder PCSK9-Inhibitoren und geht mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko einher. Extrem niedriges LDL ohne Therapie kann auf seltene Erkrankungen (Abetalipoproteinämie, Hypobetalipoproteinämie) oder schwere Mangelernährung hinweisen. In großen Statin-Studien wurde kein Sicherheitsproblem durch sehr niedriges LDL belegt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhtes LDL bedeutet ein erhöhtes Langzeitrisiko. Sehr hohe Werte können auf eine familiäre Hypercholesterinämie (FH) hinweisen. LDL ist kausal an Atherosklerose-Progression, Herzinfarkt und Schlaganfall beteiligt; entscheidend ist die kumulative lebenslange LDL-Exposition. Die ESC/EAS-Leitlinie 2019 nennt je nach Risikoklasse Behandlungsziele, etwa unter 100 mg/dl bei moderatem und unter 70 mg/dl bei hohem Risiko. Ob behandelt wird und welches dieser Ziele gilt, legt die Ärztin oder der Arzt anhand des Gesamtrisikos fest; es sind keine Normal- oder Referenzwerte.

✓ Was den Wert beeinflussen kann

Der LDL-Wert wird beeinflusst durch die genetische Veranlagung (z. B. familiäre Hypercholesterinämie), die Ernährung, Körpergewicht und körperliche Aktivität. Gesättigte Fettsäuren und Transfette können den Wert erhöhen; lösliche Ballaststoffe (z. B. Hafer-Beta-Glucan, Hülsenfrüchte) und Pflanzensterine können ihn senken. Auch lipidsenkende Medikamente wie Statine, Ezetimib oder PCSK9-Inhibitoren verändern den Wert deutlich. Die Einordnung nimmt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt vor.

Wann testen?

LDL wird im Lipidstatus zusammen mit Triglyceriden, HDL und Gesamtcholesterin bestimmt; für die Berechnung nach der Friedewald-Formel bitten Labore meist um eine Nüchternphase. Eine Direktmessung (Direct LDL) ist auch nicht nüchtern möglich. Bestimmt wird es bei Check-ups, bei Risikofaktoren und unter lipidsenkender Therapie. Wie oft bestimmt wird, legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen LDL und ApoB? +

LDL-Cholesterin misst die Cholesterinmenge in LDL-Partikeln. ApoB misst die Anzahl der Partikel. Bei kleinen, dichten LDL-Partikeln kann LDL-Cholesterin normal sein, während ApoB erhöht ist – das Diskordanz-Phänomen, das das wahre Risiko unterschätzt.

Wovon hängt ab, ob ein erhöhtes LDL behandelt wird? +

Vom kardiovaskulären Gesamtrisiko. Einbezogen werden etwa der SCORE2-Kalkulator, Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes und familiäre Belastung. Ob und wie behandelt wird, legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Stimmt es, dass Eier LDL erhöhen? +

Bei den meisten Menschen erhöht ein moderater Eierverzehr das LDL kaum messbar. Ein Teil der Menschen (Hyper-Responder) zeigt einen stärkeren Anstieg. Gesättigte Fettsäuren in verarbeitetem Fleisch und Butter haben einen deutlich größeren Einfluss auf LDL als Cholesterin aus Eiern.

LDL-Cholesterin

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.