Biomarker g/dl (Gramm Hämoglobin pro Deziliter)

MCHC (mittlere Hämoglobinkonzentration)

Durchschnittliche Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen

Auch bekannt als

MCHC mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration

Definition

Die MCHC (mean corpuscular hemoglobin concentration) gibt an, wie konzentriert das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen im Durchschnitt ist, also die Hämoglobinmenge im Verhältnis zur Zellgröße. Sie gehört mit MCV, MCH und RDW zu den Erythrozytenindizes, die mit dem Blutbild bestimmt werden. Zusammen helfen sie, verschiedene Formen der Blutarmut (Anämie) zu unterscheiden.

Parameter Wert
Einheit g/dl (Gramm Hämoglobin pro Deziliter)
Referenzbereich Typisch für Erwachsene: 32–36 g/dl, entspricht 320–360 g/l (Normalbereich laut MedlinePlus). Labore weichen leicht ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

Umrechnung: 1 g/dl entspricht 10 g/l. In die Stoffmenge umgerechnet (eigene Berechnung, bezogen auf die Hämoglobin-Untereinheit) entspricht 1 g/dl etwa 0,62 mmol/l; 32–36 g/dl sind damit etwa 19,9–22,3 mmol/l.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Eine niedrige MCHC bedeutet, dass das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen im Schnitt weniger konzentriert ist. Das kann mit einer Eisenmangelanämie zusammenhängen oder mit einer Thalassämie, einer Gruppe erblicher Bluterkrankungen, bei denen der Körper weniger gesunde rote Blutkörperchen und weniger Hämoglobin bildet. Eingeordnet wird der Wert zusammen mit MCV, MCH, Hämoglobin und weiteren Blutwerten. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Eine erhöhte MCHC bedeutet, dass das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen im Schnitt stärker konzentriert ist. Das kann mit einer hämolytischen Anämie zusammenhängen, bei der rote Blutkörperchen schneller abgebaut werden, als der Körper sie ersetzen kann. Auch eine hereditäre Sphärozytose kommt infrage, eine seltene erbliche Störung, die mit Blutarmut und Gallensteinen einhergehen kann. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Die MCHC wird mit dem Blutbild bestimmt, etwa bei Routineuntersuchungen oder bei Anzeichen einer Blutarmut wie Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, blasser Haut oder kalten Händen und Füßen. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die MCHC vom MCH? +

Der MCH gibt die durchschnittliche Hämoglobinmenge pro rotem Blutkörperchen an. Die MCHC setzt diese Menge ins Verhältnis zur Zellgröße und beschreibt damit, wie konzentriert das Hämoglobin in der Zelle ist. Zusammen mit MCV und RDW gehören beide zu den Erythrozytenindizes.

Reicht die MCHC allein für eine Diagnose? +

Nein. Die MCHC wird immer zusammen mit den anderen Erythrozytenindizes, dem Hämoglobin und weiteren Blutwerten betrachtet. Deine Ärztin bzw. dein Arzt berücksichtigt außerdem deine Beschwerden und deine Vorgeschichte.

Warum steht die MCHC mal in g/dl, mal in g/l oder mmol/l? +

Labore verwenden unterschiedliche Einheiten. 32–36 g/dl entsprechen 320–360 g/l; bezogen auf die Hämoglobin-Untereinheit sind das etwa 19,9–22,3 mmol/l (eigene Berechnung). Vergleiche Werte über die Zeit immer in derselben Einheit.

Muss ich für die Bestimmung der MCHC nüchtern sein? +

Nein, eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Die Blutabnahme aus einer Vene am Arm dauert meist weniger als fünf Minuten.

MCHC (mittlere Hämoglobinkonzentration)

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.