Biomarker pg (Pikogramm pro Zelle)

MCH (mittlerer Hämoglobingehalt)

Durchschnittliche Hämoglobinmenge in einem einzelnen roten Blutkörperchen

Auch bekannt als

MCH mittleres korpuskuläres Hämoglobin

Definition

Der MCH (mean corpuscular hemoglobin) gibt an, wie viel Hämoglobin ein einzelnes rotes Blutkörperchen im Durchschnitt enthält. Er gehört mit MCV, MCHC und RDW zu den Erythrozytenindizes, die mit dem Blutbild bestimmt werden. Zusammen beschreiben sie Größe und Hämoglobingehalt der roten Blutkörperchen und helfen, verschiedene Formen der Blutarmut (Anämie) zu unterscheiden, etwa bei Eisenmangel oder einem Vitamin-B-Mangel.

Parameter Wert
Einheit pg (Pikogramm pro Zelle)
Referenzbereich Typisch für Erwachsene: 28–33 pg (Normwert in der Leitlinie der Fachgesellschaft DGHO). Labore weichen leicht ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

Umrechnung in die Stoffmenge (eigene Berechnung, bezogen auf die Hämoglobin-Untereinheit): 1 pg entspricht etwa 0,062 fmol. 28–33 pg sind damit etwa 1,74–2,05 fmol.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Ein niedriger MCH bedeutet, dass die roten Blutkörperchen im Schnitt weniger Hämoglobin enthalten (hypochrom). Das kann häufig mit einer Eisenmangelanämie zusammenhängen. Eisenmangel ist die häufigste, aber nicht die einzige Ursache: Ein niedriger MCH kann auch mit einer Thalassämie oder einer Anämie bei chronischen Erkrankungen zusammenhängen. Eingeordnet wird der Wert zusammen mit MCV, Hämoglobin und weiteren Blutwerten. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Ein erhöhter MCH bedeutet, dass die roten Blutkörperchen im Schnitt mehr Hämoglobin enthalten (hyperchrom). Das kann mit einer Anämie durch einen Vitamin-B-Mangel zusammenhängen. Ein MCH im Referenzbereich schließt eine Anämie nicht aus: Eine Anämie bei chronischen Erkrankungen etwa ist anfangs normochrom. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Der MCH wird mit dem Blutbild bestimmt, etwa bei Routineuntersuchungen oder bei Anzeichen einer Blutarmut wie Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, blasser Haut oder kalten Händen und Füßen. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MCH, MCV und MCHC? +

MCV beschreibt die durchschnittliche Größe eines roten Blutkörperchens, MCH die durchschnittliche Hämoglobinmenge darin und MCHC die Hämoglobinmenge im Verhältnis zur Zellgröße. Zusammen mit der RDW, die die Größenunterschiede der Zellen erfasst, heißen sie Erythrozytenindizes.

Muss ich für die Bestimmung des MCH nüchtern sein? +

Nein, eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Die Blutabnahme aus einer Vene am Arm dauert meist weniger als fünf Minuten.

Lässt sich der MCH auch in fmol angeben? +

Ja, als Stoffmenge in Femtomol (fmol). Bezogen auf die Hämoglobin-Untereinheit entspricht 1 pg etwa 0,062 fmol (eigene Berechnung). Der Referenzbereich oben ist in Pikogramm (pg) pro Zelle angegeben. Vergleiche Werte über die Zeit immer in derselben Einheit.

Kann der MCH normal sein, obwohl eine Blutarmut besteht? +

Ja. Bei einer normochromen Anämie liegt der MCH im Referenzbereich; eine Anämie bei chronischen Erkrankungen etwa ist anfangs normochrom und wird erst im längeren Verlauf hypochrom. Deshalb zählt immer das Gesamtbild des Blutbilds, das deine Ärztin bzw. dein Arzt beurteilt.

MCH (mittlerer Hämoglobingehalt)

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.