Erythrozyten
Rote Blutkörperchen, die mit Hämoglobin Sauerstoff von der Lunge zu allen Körperzellen bringen
Auch bekannt als
Definition
Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie werden im Knochenmark gebildet und enthalten Hämoglobin, ein eisenhaltiges Protein, das Sauerstoff von der Lunge zu allen Zellen des Körpers transportiert. Die Erythrozytenzahl gibt an, wie viele dieser Zellen in einem Mikroliter Blut enthalten sind. Sie ist fast immer Teil des Blutbilds und wird zusammen mit dessen weiteren Werten beurteilt.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | Mio./µl (= 10¹²/l) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene: Männer 4,2–5,7 Mio./µl, Frauen 3,8–5,1 Mio./µl. Labore weichen leicht ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 Mio./µl entspricht 1 × 10¹²/l (auch /pl oder T/l). US-Befunde schreiben million cells/mcL.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Eine niedrigere Zahl als üblich kann mit einer Anämie, Blutverlust, Mangelernährung oder einem Mangel an Eisen, Kupfer, Folsäure, Vitamin B6 oder B12 zusammenhängen, außerdem mit einer Nierenerkrankung und dadurch fehlendem Erythropoetin, einem vorzeitigen Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse), Knochenmarkserkrankungen, Leukämie oder einem multiplen Myelom. Auch Schwangerschaft, Überwässerung, eine Alkoholkrankheit und einige Medikamente, etwa Chemotherapeutika oder nichtsteroidale Antirheumatika, können den Wert senken. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Eine höhere Zahl als üblich kann mit Flüssigkeitsmangel, Rauchen, einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut, Lungenerkrankungen wie einer Lungenfibrose, Schlafapnoe, Herzerkrankungen oder Nierenzysten und -tumoren zusammenhängen, außerdem mit der Knochenmarkserkrankung Polycythaemia vera. Nach einem Aufenthalt in großer Höhe ist die Zahl einige Wochen lang erhöht. Auch Medikamente wie Testosteron, anabole Steroide oder Erythropoetin können sie steigern. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Die Erythrozytenzahl wird meist im Rahmen eines Blutbilds bei Routineuntersuchungen bestimmt, außerdem bei Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche, Atemnot, Schwindel oder blasser Haut, zur Verlaufskontrolle etwa bei chronischer Nierenerkrankung und während Behandlungen, die die Blutbildung beeinflussen können, wie einer Chemotherapie. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig.
Häufige Fragen
Kann der Flüssigkeitshaushalt den Wert beeinflussen? +
Ja. Bei Flüssigkeitsmangel kann die Erythrozytenzahl höher ausfallen, bei zu viel Wasser im Körper niedriger. Deshalb wird ein auffälliger Wert immer im Zusammenhang mit anderen Befunden und deiner Situation am Tag der Blutabnahme beurteilt.
Welche Tests folgen, wenn die Erythrozytenzahl auffällig ist? +
Häufig werden weitere Werte bestimmt, um die Ursache einzugrenzen, etwa die Retikulozyten (junge rote Blutkörperchen), die zeigen, ob das Knochenmark ausreichend neue Zellen bildet, sowie Eisenwerte und B-Vitamine. Welche Tests sinnvoll sind, entscheidet deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Verändert ein Höhenaufenthalt die Erythrozytenzahl? +
Ja. Nach einem Aufenthalt in größerer Höhe ist die Erythrozytenzahl für einige Wochen erhöht. Wenn du vor der Blutabnahme in den Bergen warst, erwähne das bei der Besprechung des Befunds.
Muss ich für die Erythrozytenzahl nüchtern sein? +
Nein, für die Erythrozytenzahl ist keine besondere Vorbereitung nötig. Werden im selben Termin andere Werte bestimmt, kann für diese eine Vorbereitung gelten; frag im Zweifel in deiner Praxis nach.
Erythrozyten
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.