Biomarker % (bzw. l/l)

Hämatokrit

Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen, angegeben in Prozent

Auch bekannt als

Hkt Hct

Definition

Der Hämatokrit gibt an, wie viel Prozent des Blutvolumens aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestehen; der Rest sind Plasma, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Er hängt von Zahl und Größe der Erythrozyten ab und wird fast immer im Rahmen des Blutbilds bestimmt, meist zusammen mit Hämoglobin. Ein Wert von 42 bedeutet, dass 42 % des Blutes aus roten Blutkörperchen bestehen.

Parameter Wert
Einheit % (bzw. l/l)
Referenzbereich Männer: 37–48 % | Frauen: 34–43 %. Der Wert hängt von Geschlecht, Alter, Rauchen und Wohnhöhe ab. Labore weichen ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Abweichungen besprichst du mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

Manche Labore geben den Hämatokrit als Anteil in l/l an: 0,42 l/l entsprechen 42 %.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Ein niedriger Hämatokrit kann mit einer Blutarmut (Anämie) zusammenhängen, etwa durch akuten oder chronischen Blutverlust, einen Mangel an Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Vitamin B6 oder Kupfer, einen beschleunigten Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse), chronische Nierenerkrankungen oder Erkrankungen des Knochenmarks. In der Schwangerschaft sinkt er, weil das Blut mehr Flüssigkeit enthält; auch ein Flüssigkeitsüberschuss senkt ihn. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Ein hoher Hämatokrit hängt am häufigsten mit Flüssigkeitsmangel zusammen, weil das Plasmavolumen sinkt. Außerdem kann der Körper mehr rote Blutkörperchen bilden, etwa beim Aufenthalt in großer Höhe, beim Rauchen, bei Lungen- oder angeborenen Herzerkrankungen oder bei der Knochenmarkerkrankung Polycythaemia vera. Unter einer Testosterontherapie sieht die Leitlinie der Endocrine Society Kontrollen des Hämatokrits vor. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.

Wann testen?

Der Hämatokrit wird fast immer mit dem Blutbild bestimmt, etwa beim Routine-Check, bei Müdigkeit, Schwindel oder Atemnot, vor und nach Operationen, in der Schwangerschaft und zur Verlaufskontrolle bei chronischen Erkrankungen oder Behandlungen. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Weil Flüssigkeitshaushalt und Höhe den Wert beeinflussen, sind Messungen unter ähnlichen Bedingungen besser vergleichbar.

Häufige Fragen

Warum steigt der Hämatokrit in der Höhe? +

Bei weniger Sauerstoff in der Luft bildet der Körper mehr rote Blutkörperchen. Nach einem Aufenthalt in größerer Höhe kann der Hämatokrit deshalb mehrere Wochen erhöht sein, ohne dass eine Erkrankung dahintersteht.

Was ist der Unterschied zum Hämoglobin? +

Hämoglobin misst die Menge des sauerstofftragenden Eiweißes im Blut, der Hämatokrit den Volumenanteil der roten Blutkörperchen. Beide hängen eng zusammen und werden meist gemeinsam bestimmt.

Warum wird der Hämatokrit unter einer Testosterontherapie kontrolliert? +

Die Leitlinie der Endocrine Society sieht vor, unter einer Testosterontherapie neben dem Testosteron auch den Hämatokrit zu messen. Einen erhöhten Hämatokrit nennt sie unter den Umständen, bei denen sie vom Beginn einer Therapie abrät. Wie oft gemessen wird, legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Kann Flüssigkeitsmangel den Wert beeinflussen? +

Ja. Flüssigkeitsmangel ist laut MedlinePlus die häufigste Ursache eines erhöhten Hämatokrits, weil weniger Plasma im Blut ist. Umgekehrt senkt ein Flüssigkeitsüberschuss den Wert.

Hämatokrit

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.