Blutbild (kleines und großes)
Laboruntersuchung, die Zahl und Größe der Blutzellen sowie Hämoglobin und Hämatokrit erfasst
Auch bekannt als
Definition
Das Blutbild ist eine Gruppe von Laborwerten aus einer Blutprobe. Das kleine Blutbild umfasst rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten, als Gesamtzahl), Blutplättchen (Thrombozyten), Hämoglobin, Hämatokrit und die Erythrozytenindizes MCV, MCH und MCHC. Das große Blutbild ergänzt das Differenzialblutbild: Es zählt die fünf Hauptarten der Leukozyten einzeln, also Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | je Wert verschieden (z. B. /µl, g/dl, %, fl, pg) |
| Referenzbereich | Typische Spannen für Erwachsene: Leukozyten 4.500–11.000/µl; Erythrozyten Männer 4,6–6,2 Mio./µl, Frauen 4,2–5,4 Mio./µl; Hämoglobin Männer 13–18 g/dl, Frauen 12–16 g/dl; Hämatokrit Männer 40–55 %, Frauen 36–48 %; Thrombozyten 150.000–400.000/µl; MCV 80–100 fl; MCH 27–32 pg; MCHC 32–36 g/dl. Labore weichen ab, maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich ihn mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
Umrechnung in SI-Einheiten: 4.500/µl entsprechen 4,5 × 10⁹/l (4,5/nl); 1 Mio./µl entspricht 10¹²/l; 150.000/µl entsprechen 150 × 10⁹/l. Hämoglobin: g/dl × 10 = g/l. Hämatokrit: 40 % = 0,40 l/l.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Niedrige Werte bei Erythrozyten, Hämoglobin oder Hämatokrit können auf eine Blutarmut (Anämie) hinweisen. Sie kann unter anderem mit Blutverlust, Eisen-, Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel, chronischen Erkrankungen wie Nierenerkrankungen oder einer gestörten Blutbildung im Knochenmark zusammenhängen. Wenige Leukozyten (Leukopenie) können mit Virusinfekten, Autoimmunerkrankungen, Medikamenten, Leber- oder Milzerkrankungen und Erkrankungen des Knochenmarks zusammenhängen, wenige Thrombozyten mit einer vergrößerten Milz, einer Schwangerschaft oder Knochenmarkstörungen. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Hohe Werte bei Erythrozyten, Hämoglobin oder Hämatokrit können mit Flüssigkeitsmangel, Rauchen, einem Aufenthalt in großer Höhe, der Anwendung von Testosteron, Herz- oder Lungenerkrankungen mit langfristigem Sauerstoffmangel oder einer Polycythaemia vera zusammenhängen. Viele Leukozyten (Leukozytose) treten häufig bei Infektionen auf, außerdem bei starker körperlicher oder seelischer Belastung, unter Kortison, bei Gewebeschäden, Autoimmunerkrankungen und Allergien sowie bei Leukämien. Viele Thrombozyten können mit Blutungen, Eisenmangel oder Erkrankungen des Knochenmarks zusammenhängen. Ein einzelner abweichender Wert ist noch kein Befund; besprich ihn mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Das Blutbild gehört oft zum Routine-Check-up. Es wird außerdem bei Beschwerden wie Müdigkeit, Fieber, Infektzeichen, Blutergüssen oder ungewolltem Gewichtsverlust veranlasst und zur Verlaufskontrolle bei Erkrankungen oder Behandlungen, die die Blutzellen verändern können. Eine besondere Vorbereitung ist meist nicht nötig; Nüchternheit kann erforderlich sein, wenn aus derselben Probe weitere Werte bestimmt werden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild? +
Das kleine Blutbild zählt rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen und bestimmt Hämoglobin, Hämatokrit und die Erythrozytenindizes. Das große Blutbild ergänzt das Differenzialblutbild, also die Zahl der fünf Leukozytenarten. Welche Variante veranlasst wird, entscheidet deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Muss ich für ein Blutbild nüchtern sein? +
Für das Blutbild selbst ist meist keine Vorbereitung nötig. Werden aus derselben Probe weitere Werte wie Blutzucker oder Blutfette bestimmt, kann eine Nüchternphase von einigen Stunden verlangt werden. Deine Praxis oder dein Labor sagt dir, was gilt.
Heißt ein Wert außerhalb des Referenzbereichs, dass etwas nicht stimmt? +
Nicht unbedingt. Flüssigkeitszufuhr, körperliche Aktivität, Ernährung, Menstruation, Medikamente und die Höhenlage können das Blutbild verschieben. Es ist nur ein Baustein; deine Ärztin bzw. dein Arzt ordnet es zusammen mit Vorgeschichte, Beschwerden und weiteren Werten ein.
Warum stehen in Befunden unterschiedliche Einheiten? +
Manche Labore geben Zellzahlen pro Mikroliter an, andere in SI-Einheiten pro Liter, zum Beispiel 4,5 × 10⁹/l statt 4.500/µl. Der Messwert ist derselbe, nur die Schreibweise ändert sich. Für Verläufe ist es hilfreich, immer dieselbe Einheit zu vergleichen.
Blutbild (kleines und großes)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.