MCV (mittleres Erythrozytenvolumen)
Durchschnittliche Größe (Volumen) eines einzelnen roten Blutkörperchens
Auch bekannt als
Definition
Das MCV (mean corpuscular volume) gibt an, wie groß die roten Blutkörperchen im Durchschnitt sind. Es gehört mit MCH, MCHC und RDW zu den Erythrozytenindizes und wird meist mit dem Blutbild bestimmt. Weil verschiedene Formen der Blutarmut (Anämie) die Zellgröße unterschiedlich verändern, hilft das MCV zusammen mit weiteren Werten, sie zu unterscheiden. Für eine Diagnose reicht es allein nicht aus.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | fl (Femtoliter) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene: 80–96 fl (Normwert in der Leitlinie der Fachgesellschaft DGHO). Labore weichen leicht ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 fl (Femtoliter) entspricht genau 1 µm³ (Kubikmikrometer); beide Angaben sind zahlengleich. 80–96 fl sind also 80–96 µm³.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein niedriges MCV bedeutet, dass die roten Blutkörperchen im Schnitt kleiner sind als üblich (mikrozytär). Das kann mit einer Eisenmangelanämie zusammenhängen, der häufigsten Form der Blutarmut. Eisenmangel ist aber nicht die einzige Ursache: Ein niedriges MCV kann auch mit einer Thalassämie, einer erblichen Störung der Bildung roter Blutkörperchen und des Hämoglobins, oder mit einer länger bestehenden Anämie bei chronischen Erkrankungen zusammenhängen. Eingeordnet wird der Wert zusammen mit MCH, Hämoglobin, Ferritin und weiteren Befunden. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein erhöhtes MCV bedeutet, dass die roten Blutkörperchen im Schnitt größer sind als üblich (makrozytär). Das kann mit einer Anämie durch einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure zusammenhängen. Ein Vitamin-B12-Mangel kann auch entstehen, wenn der Körper das Vitamin schlecht verwerten kann, etwa bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, Zöliakie oder Morbus Crohn. Außerdem kann ein erhöhtes MCV mit Lebererkrankungen zusammenhängen. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Das MCV wird mit dem Blutbild bestimmt, etwa bei Routineuntersuchungen, bei chronischen Erkrankungen, die zu einer Blutarmut führen können, oder bei Anzeichen einer Anämie wie Kurzatmigkeit, Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Herzrhythmusstörungen. Für das MCV selbst ist keine Vorbereitung nötig; werden aus derselben Probe weitere Werte bestimmt, kann eine Nüchternphase verlangt werden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MCV, MCH und MCHC? +
Das MCV beschreibt die durchschnittliche Größe eines roten Blutkörperchens, der MCH die durchschnittliche Hämoglobinmenge darin und die MCHC die Hämoglobinkonzentration im Verhältnis zur Zellgröße. Zusammen mit der RDW, die Größenunterschiede zwischen den Zellen erfasst, heißen sie Erythrozytenindizes.
Kann eine Blutarmut bestehen, obwohl das MCV normal ist? +
Ja. Bei einem plötzlichen Blutverlust, bei Nierenversagen oder bei der seltenen aplastischen Anämie kann das MCV im Referenzbereich liegen. Auch eine Anämie bei chronischen Erkrankungen ist anfangs meist normal groß (normozytär). Deshalb zählt immer das Gesamtbild des Blutbilds, das deine Ärztin bzw. dein Arzt beurteilt.
Bedeutet ein MCV außerhalb des Referenzbereichs immer eine Erkrankung? +
Nein. Ein abweichender Wert bedeutet nicht immer ein behandlungsbedürftiges Problem. Alter, Ernährung, körperliche Aktivität, Medikamente, die Menstruation und andere Umstände können das Ergebnis beeinflussen. Deine Ärztin bzw. dein Arzt bewertet das MCV zusammen mit weiteren Werten und deiner Krankengeschichte.
Ist die Angabe in fl dasselbe wie in µm³? +
Ja. 1 Femtoliter (fl) entspricht genau 1 Kubikmikrometer (µm³), die Zahlen sind also gleich. Achte beim Vergleich über die Zeit trotzdem auf den Referenzbereich des jeweiligen Labors.
MCV (mittleres Erythrozytenvolumen)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.