Erythropoetin (EPO)
Hormon aus der Niere, das die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark anregt
Auch bekannt als
Definition
Erythropoetin, kurz EPO, ist ein Hormon, das in Zellen der Niere gebildet wird. Es signalisiert den Stammzellen im Knochenmark, mehr rote Blutkörperchen herzustellen. Sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, schütten diese Zellen mehr EPO aus. Der Bluttest misst die EPO-Konzentration im Serum und hilft, die Ursache einer Anämie, einer erhöhten Zahl roter Blutkörperchen (Polyglobulie) oder anderer Knochenmarkserkrankungen einzugrenzen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | mU/ml (= U/l) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene: 2,6–18,5 mU/ml. Labore und Testverfahren weichen ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 mU/ml entspricht 1 U/l (IU/l); 2,6–18,5 mU/ml sind also 2,6–18,5 U/l. US-Befunde schreiben mIU/mL.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein niedrigerer EPO-Wert als üblich kann bei einer chronischen Nierenerkrankung, bei der Anämie chronischer Erkrankungen oder bei Polycythaemia vera vorkommen, einer Knochenmarkserkrankung, bei der zu viele rote Blutkörperchen entstehen. Was ein einzelner Wert bedeutet, hängt vom gesamten Blutbild und weiteren Befunden ab; besprich ihn mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein erhöhter EPO-Wert kann mit einer sekundären Polyglobulie zusammenhängen, also einer vermehrten Bildung roter Blutkörperchen als Antwort auf einen Auslöser wie einen niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut, zum Beispiel in großer Höhe, selten auch durch einen EPO-bildenden Tumor. Bei einer Anämie mit zu wenigen roten Blutkörperchen bildet der Körper ebenfalls mehr EPO. Die Einordnung erfolgt zusammen mit Hämoglobin, Erythrozyten und weiteren Befunden durch deine Ärztin bzw. deinen Arzt.
Wann testen?
Der Test wird gezielt veranlasst, um die Ursache einer Anämie, einer erhöhten Zahl roter Blutkörperchen oder einer anderen Knochenmarkserkrankung einzugrenzen. Benötigt wird eine Blutprobe aus der Vene; eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig.
Häufige Fragen
Warum ist EPO bei Blutarmut oft erhöht? +
Bei einer Anämie gibt es zu wenige rote Blutkörperchen. Sinkt dadurch der Sauerstoffgehalt im Blut, schütten Zellen der Niere mehr EPO aus, um die Neubildung im Knochenmark anzuregen. Bei einer chronischen Nierenerkrankung kann der EPO-Wert dagegen niedrig sein.
Verändert ein Aufenthalt in der Höhe den EPO-Wert? +
Das ist möglich. Ein niedriger Sauerstoffgehalt im Blut, wie er in großer Höhe auftreten kann, gehört zu den Auslösern für eine vermehrte Bildung roter Blutkörperchen. Wenn du vor der Blutabnahme in den Bergen warst, erwähne das bei der Besprechung des Befunds.
Können EPO-Medikamente andere Blutwerte verändern? +
Ja. Erythropoetin wird auch als Medikament eingesetzt und gehört zu den Arzneimitteln, die die Zahl der roten Blutkörperchen erhöhen können. Nenne deshalb vor der Blutabnahme alle Medikamente, die du nimmst.
Muss ich mich auf den Test vorbereiten? +
Nein, eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Für den Test wird eine Blutprobe entnommen.
Erythropoetin (EPO)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.