Körpertemperatur
Wärme des Körpers in Grad Celsius, eines der grundlegenden Vitalzeichen
Definition
Die Körpertemperatur gehört mit Puls, Atemfrequenz und Blutdruck zu den Vitalzeichen. Als durchschnittlicher Normalwert gelten 37 °C. Sie schwankt jedoch je nach Person, Alter, Aktivität und Tageszeit: Bei Erwachsenen ist sie am frühen Morgen am niedrigsten und meist am Abend am höchsten. Auch die Messstelle beeinflusst das Ergebnis. Eine Messung kann helfen, Erkrankungen zu erkennen und ihren Verlauf zu beobachten.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | °C (in den USA °F) |
| Referenzbereich | In Ruhe bei Erwachsenen etwa 36,5–37,3 °C, im Mittel 37 °C; eine andere MedlinePlus-Seite nennt 36,1–37,2 °C. Die Werte schwanken im Tagesverlauf und je nach Messstelle und Messgerät. Nennt ein ärztlicher Befund einen eigenen Bereich, ist dieser maßgeblich; die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
Umrechnung: °F = °C × 1,8 + 32. Beispiele: 35 °C = 95 °F, 37 °C = 98,6 °F, 38 °C = 100,4 °F.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Am frühen Morgen ist die Temperatur natürlicherweise am niedrigsten, und Messungen unter der Achsel oder an der Stirn liegen meist 0,3–0,6 °C unter einer Messung im Mund. Eine gefährlich niedrige Körpertemperatur unter 35 °C heißt Hypothermie. Sie entsteht, wenn der Körper mehr Wärme verliert, als er bildet, meist nach langer Kälte, in nasser Kleidung oder nach einem Sturz in kaltes Wasser. Gefährdet sind besonders sehr alte und sehr junge Menschen, chronisch Kranke, Mangelernährte sowie Menschen unter Alkohol, Drogen oder bestimmten Medikamenten. Verwirrtheit, Schläfrigkeit, blasse kalte Haut und unkontrollierbares Zittern sind ein Notfall. Manche schweren Infektionen können, vor allem bei Säuglingen, mit einer sehr niedrigen Temperatur einhergehen.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Eine Temperatur über 38 °C bedeutet meist Fieber durch eine Infektion oder Erkrankung. Bei Erwachsenen liegt wahrscheinlich Fieber vor, wenn die Messung im Mund je nach Tageszeit über 37,2–37,5 °C liegt. Fieber ist Teil der Abwehr gegen Infektionen. Außer mit Infektionen kann es mit entzündlichen und Autoimmunerkrankungen, Blutgerinnseln, manchen Medikamenten und bestimmten Krebserkrankungen zusammenhängen. Ohne Erkrankung erhöhen auch Bewegung, starke Gefühle, Essen, warme Kleidung, Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit sowie die zweite Zyklushälfte die Temperatur. Erwachsene sollten ärztlichen Rat einholen bei 40,6 °C oder mehr, bei Fieber, das bei 39,4 °C oder darüber bleibt, oder bei Fieber, das länger als 48–72 Stunden anhält.
Wann testen?
Bei Krankheitszeichen oder um den Verlauf einer Erkrankung zu beobachten. Meist werden elektronische Thermometer empfohlen: im Mund etwa 3 Minuten, unter der Achsel etwa 5 Minuten oder bis zum Signalton. Nach starker Belastung oder einem heißen Bad 1 Stunde warten, nach Rauchen, Essen oder heißen und kalten Getränken 20–30 Minuten. Nenne bei Fieber die Messstelle. Streifenthermometer messen die Hauttemperatur, nicht die Körpertemperatur; Angaben von Wearables ersetzen keine Messung mit einem Thermometer.
Häufige Fragen
Ist 37 °C für alle der Normalwert? +
37 °C gilt als durchschnittlicher Normalwert. Die normale Temperatur unterscheidet sich aber von Person zu Person und schwankt mit Alter, Aktivität und Tageszeit. Studien zeigen eine Spanne von etwa 36,1 bis 37,2 °C.
Ab wann spricht man von Fieber? +
Eine Temperatur über 38 °C bedeutet meist Fieber. Bei Erwachsenen liegt Fieber wahrscheinlich schon vor, wenn die Messung im Mund je nach Tageszeit über 37,2 bis 37,5 °C liegt. Auch eine Messung, die etwa 0,6 bis 0,8 °C über der eigenen üblichen Temperatur liegt, gilt als Fieber.
Warum unterscheiden sich Messungen im Mund, im Ohr und unter der Achsel? +
Als grobe Orientierung liegt eine Messung im Po (rektal) oder im Ohr 0,3 bis 0,6 °C über einer Messung im Mund, unter der Achsel oder an der Stirn 0,3 bis 0,6 °C darunter. Der genaue Zusammenhang ist nicht geklärt. Vergleiche deshalb Werte derselben Messstelle.
Verändert der Menstruationszyklus die Körpertemperatur? +
Ja. In der zweiten Zyklushälfte kann die Temperatur um etwa 0,6 °C (1 °F) oder mehr steigen. Das zählt zu den normalen Einflüssen auf die Körpertemperatur, ebenso wie Tageszeit, Bewegung und Essen.
Körpertemperatur
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.