Atemfrequenz
Anzahl der Atemzüge pro Minute, eines der grundlegenden Vitalzeichen
Auch bekannt als
Definition
Die Atemfrequenz gibt an, wie oft du pro Minute ein- und ausatmest. Sie gehört mit Puls, Blutdruck und Körpertemperatur zu den Vitalzeichen, mit denen Ärztinnen und Ärzte grundlegende Körperfunktionen einschätzen. Was normal ist, hängt unter anderem von Alter, Geschlecht, Gewicht, Belastbarkeit und allgemeinem Gesundheitszustand ab. Viele Wearables schätzen die Atemfrequenz inzwischen im Schlaf.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | Atemzüge pro Minute |
| Referenzbereich | In Ruhe bei Erwachsenen etwa 12–18 Atemzüge pro Minute; eine andere MedlinePlus-Seite nennt 12–20. Säuglinge atmen deutlich schneller (30–60). Für die Einordnung deiner Werte ist deine Ärztin bzw. dein Arzt die richtige Ansprechperson. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Eine verlangsamte Atmung heißt Bradypnoe, ein Atemstillstand Apnoe. Mögliche Zusammenhänge sind dämpfende Substanzen wie Alkohol, opioidhaltige Schmerzmittel, Beruhigungs- oder Narkosemittel, außerdem Erkrankungen von Gehirn und Nervensystem, Kopfverletzungen und Stoffwechselstörungen. Bei obstruktiver Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf wiederholt kurz aus. Ist eine Person benommen, nicht ansprechbar oder läuft blau an, ist das ein Notfall.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Schnelle, flache Atmung heißt Tachypnoe, schnelles, tiefes Atmen Hyperventilation. Mögliche Zusammenhänge sind Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD oder Lungenentzündung, ein Blutgerinnsel in der Lunge, Herzschwäche, Infektionen bis hin zur Sepsis, eine Übersäuerung des Körpers etwa bei diabetischer Ketoazidose sowie Angst und Panik. Auch starke Schmerzen, Blutungen und Schwangerschaft können die Atmung beschleunigen. Schnelle, flache Atmung, die neu auftritt oder mit Atemnot, Brustschmerz oder bläulicher Haut einhergeht, gilt als Notfall.
Wann testen?
Ärztinnen und Ärzte zählen die Atemfrequenz in Ruhe als Teil der Vitalzeichen, etwa bei Untersuchungen oder Atembeschwerden. Wenn du Werte deines Wearables verfolgst, sind Messungen unter gleichen Bedingungen, etwa im Schlaf, besser vergleichbar. Wearable-Werte sind Schätzungen und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.
Häufige Fragen
Wie viele Atemzüge pro Minute sind normal? +
Für gesunde Erwachsene in Ruhe nennt MedlinePlus 12 bis 18 Atemzüge pro Minute, an anderer Stelle 12 bis 20. Alter, Geschlecht, Gewicht, Belastbarkeit und Gesundheitszustand beeinflussen den Wert.
Was ist der Unterschied zwischen Tachypnoe und Hyperventilation? +
Tachypnoe bezeichnet schnelle, flache Atmung, etwa bei Lungenerkrankungen. Hyperventilation meint schnelles, tiefes Atmen, das den Kohlendioxidgehalt im Blut senkt und zum Beispiel bei Angst oder Panik auftreten kann. Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet.
Wann ist schnelle Atmung ein Notfall? +
Schnelle, flache Atmung gilt grundsätzlich als Notfall, außer Angst ist die einzige Ursache. Das gilt besonders, wenn sie zum ersten Mal auftritt oder mit bläulicher Haut oder Lippen, Brustschmerz, Fieber oder erschwerter Atmung einhergeht.
Was bedeuten Atemaussetzer im Schlaf? +
Kurze, wiederkehrende Atemaussetzer im Schlaf können bei obstruktiver Schlafapnoe vorkommen. Wenn dir oder anderen solche Pausen auffallen, besprich das mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Atemfrequenz
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.