Vital mmHg

Blutdruck

Druck in den Arterien, angegeben als systolischer und diastolischer Wert in mmHg

Auch bekannt als

arterieller Blutdruck systolischer Blutdruck diastolischer Blutdruck

Definition

Der Blutdruck ist die Kraft, mit der das Blut gegen die Wände der Arterien drückt. Er wird mit zwei Zahlen in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben: Der systolische Wert (erste, höhere Zahl) beschreibt den Druck, wenn das Herz schlägt, der diastolische Wert (zweite Zahl) den Druck in der Pause zwischen zwei Schlägen. Bei 120/80 mmHg beträgt der systolische Wert 120, der diastolische 80. Der Blutdruck schwankt mit Aktivität, Körperhaltung, Alter, Koffein, Alkohol, Nikotin und Medikamenten.

Parameter Wert
Einheit mmHg
Referenzbereich Erwachsene: In der US-Einteilung (MedlinePlus) gelten Werte unter 120/80 mmHg als normal und 120–129 mmHg systolisch bei unter 80 mmHg diastolisch als erhöht. Die WHO spricht von Bluthochdruck, wenn an zwei verschiedenen Tagen systolisch 140 mmHg oder mehr und/oder diastolisch 90 mmHg oder mehr gemessen werden. 90/60 mmHg oder weniger gelten als niedrig. Grenzwerte unterscheiden sich je Leitlinie; maßgeblich ist die Einordnung durch deine Ärztin bzw. deinen Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 mmHg entspricht rund 0,133 kPa. In Europa und den USA ist mmHg die übliche Einheit für den Blutdruck.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) ist deutlich seltener als Bluthochdruck und macht anders als dieser häufig Beschwerden: Schwindel oder Benommenheit, Übelkeit, kalte, feuchte oder blasse Haut, Schwäche und Ohnmacht. Zeichen eines sehr niedrigen Blutdrucks wie Verwirrtheit, ein schwacher und schneller Puls oder kalte Haut sind ein Notfall; dann den Notruf wählen. Besprich wiederholt niedrige Werte oder Beschwerden mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Bluthochdruck (Hypertonie) verursacht meist keine Beschwerden und fällt oft nur beim Messen auf. Er erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Herz- und Nierenerkrankungen. Laut WHO hängt er unter anderem mit höherem Alter, Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, salzreicher Ernährung und Alkohol zusammen. Ein einzelner hoher Wert ist noch keine Diagnose, denn der Blutdruck schwankt; auch Aufregung in der Praxis (Weißkitteleffekt) kann ihn vorübergehend erhöhen. Werte über 180/120 mmHg zusammen mit Brustschmerz, Atemnot, Taubheitsgefühl, Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen sind ein Notfall; dann den Notruf wählen.

Wann testen?

Die Messung gehört zum regelmäßigen Check-up; MedlinePlus nennt mindestens einmal jährlich ab drei Jahren, bei erhöhtem Risiko öfter. Für verlässliche Werte 30 Minuten vorher auf Sport, Alkohol, Nikotin und Koffein verzichten, vorher zur Toilette gehen, etwa fünf Minuten ruhig sitzen, Füße flach auf den Boden, Arm auf Herzhöhe. Eine passende Oberarmmanschette und Messungen zur gleichen Tageszeit machen Werte vergleichbar.

Häufige Fragen

Was bedeuten die beiden Zahlen? +

Die erste, höhere Zahl ist der systolische Druck in den Arterien, während das Herz schlägt. Die zweite Zahl ist der diastolische Druck, während das Herz zwischen zwei Schlägen ruht. Beide werden in mmHg angegeben, zum Beispiel 120/80 mmHg.

Ab wann spricht man von Bluthochdruck? +

Das hängt von der Leitlinie ab. Die WHO setzt die Grenze bei 140/90 mmHg, gemessen an zwei verschiedenen Tagen. Die US-Einteilung beginnt mit Stufe 1 bereits bei 130/80 mmHg, und die Europäische Gesellschaft für Kardiologie hat 2024 eine vereinfachte Einteilung mit der Kategorie erhöhter Blutdruck eingeführt. Die Diagnose stellt deine Ärztin bzw. dein Arzt nach wiederholten Messungen.

Warum ist mein Wert in der Praxis oft höher als zu Hause? +

Viele Menschen sind bei der Messung in der Praxis angespannt. Dieser Weißkitteleffekt kann den Blutdruck vorübergehend erhöhen. Messungen zu Hause können die Einordnung ergänzen, ersetzen aber nicht die Kontrolle bei deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Sind Handgelenk- oder Fingermessgeräte genauso genau? +

Nach MedlinePlus sind Geräte mit Oberarmmanschette genauer als solche, die am Handgelenk oder Finger messen. Wichtig ist außerdem, dass die Manschette eng anliegt und nicht zu klein ist.

Blutdruck

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.