Katecholamine
Stresshormone der Nebennieren: Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin (Epinephrin)
Auch bekannt als
Definition
Katecholamine sind eine Gruppe von Hormonen, die in den Nebennieren gebildet werden. Die wichtigsten sind Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin (Epinephrin). Bei körperlichem oder seelischem Stress werden sie vermehrt ausgeschüttet: Puls und Blutdruck steigen, Muskeln und Gehirn werden stärker durchblutet, die Aufmerksamkeit nimmt zu. Außerhalb von Belastungen sind die Spiegel üblicherweise niedrig und sinken nach dem Ende der Stresssituation wieder. Gemessen werden sie im Urin oder im Blut.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | Einheit laut Laborbefund |
| Referenzbereich | Für Katecholamine nennen wir keinen typischen Bereich: Sie können im Blut oder im 24-Stunden-Sammelurin und einzeln als Dopamin, Noradrenalin oder Adrenalin bestimmt werden, und Labore weichen voneinander ab. Maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund; deine Ärztin bzw. dein Arzt ordnet das Ergebnis ein. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Außerhalb von Stresssituationen sind die Katecholaminspiegel üblicherweise niedrig. Katecholamintests werden vor allem eingesetzt, um erhöhte Werte zu erkennen; zur Bedeutung niedriger Werte macht MedlinePlus keine Aussage. Zeigt dein Befund einen Wert unter dem Referenzbereich, besprich das mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Erhöhte Werte können mit Stress, intensiver körperlicher Belastung, Koffein, Rauchen oder Alkohol zusammenhängen; auch bestimmte Medikamente können die Werte beeinflussen. Dauerhaft erhöhte Werte können ein Hinweis auf seltene Tumoren sein, etwa ein Phäochromozytom der Nebenniere, ein Paragangliom oder bei Kindern ein Neuroblastom. Ein erhöhter Wert allein ist keine Diagnose. Für die Einordnung berücksichtigt deine Ärztin bzw. dein Arzt Beschwerden, Vorgeschichte und weitere Untersuchungen.
Wann testen?
Ärztinnen und Ärzte veranlassen den Test vor allem bei Verdacht auf einen katecholaminbildenden Tumor, etwa bei Bluthochdruck, der trotz Behandlung nicht besser wird, bei starken Kopfschmerzen, Schwitzen oder Herzrasen, sowie zur Verlaufskontrolle einer Behandlung. Häufiger wird ein 24-Stunden-Sammelurin untersucht, weil sich die Blutspiegel schnell ändern und schon durch den Stress der Abnahme beeinflusst werden können. Welche Vorbereitung gilt, erfährst du von deiner Praxis oder deinem Labor.
Häufige Fragen
Kann Stress allein die Katecholamine erhöhen? +
Ja. Körperlicher oder seelischer Stress und intensive Anstrengung lassen die Spiegel steigen; nach der Belastung sinken sie üblicherweise wieder. Auch Koffein, Rauchen und Alkohol können die Werte beeinflussen. Deshalb kann vor dem Test gebeten werden, Stress und starke körperliche Anstrengung zu vermeiden.
Warum wird oft Urin statt Blut untersucht? +
Katecholamine im Blut ändern sich schnell und können durch den Stress der Blutabnahme beeinflusst werden. Beim 24-Stunden-Sammelurin wird der gesamte Urin eines Tages gesammelt und gekühlt aufbewahrt. Eine Blutuntersuchung kann trotzdem sinnvoll sein, zum Beispiel bei Verdacht auf ein Phäochromozytom.
Was sind Metanephrine? +
Metanephrine sind Abbauprodukte der Katecholamine: Metanephrin, Normetanephrin und Methoxytyramin. Laut dem US-Institut NICHD wird bei Verdacht auf ein Phäochromozytom oder Paragangliom häufig die Messung der Metanephrine im Blut als erster Test empfohlen.
Muss ich mich auf den Test vorbereiten? +
Oft ja. Zwei bis drei Tage vorher kann gebeten werden, auf Kaffee, Tee, Energydrinks, Schokolade, Alkohol, Tabak, Bananen, Zitrusfrüchte und Vanille zu verzichten; vor einer Blutabnahme kann Nüchternheit nötig sein. Nenne alle Medikamente, setze aber keines ohne ärztliche Rücksprache ab.
Katecholamine
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.