Hormon pg/ml, pmol/l oder ng/dl

Aldosteron

Nebennierenhormon, das Natrium, Kalium und den Blutdruck reguliert

Auch bekannt als

Serum-Aldosteron Plasma-Aldosteron Urin-Aldosteron

Definition

Aldosteron ist ein Hormon der Nebennierenrinde. Es veranlasst die Nieren, Natrium und Wasser zurückzuhalten und Kalium auszuscheiden, und hält so den Blutdruck stabil. Angestoßen wird seine Bildung unter anderem über Renin, das die Nieren bei niedrigem Blutdruck freisetzen. Deshalb wird Aldosteron meist zusammen mit Renin bestimmt, oft als Aldosteron-Renin-Quotient. Gemessen wird es im Blut oder im 24-Stunden-Urin.

Parameter Wert
Einheit pg/ml, pmol/l oder ng/dl
Referenzbereich Kein einheitlicher Bereich: Der Normalwert hängt von Alter, Körperlage bei der Blutentnahme (Liegen, Sitzen, Stehen), Salzzufuhr und Messmethode ab. Maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund; die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt, meist zusammen mit Renin.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

Umrechnung: 1 pg/ml ≈ 2,77 pmol/l; 1 ng/dl = 10 pg/ml ≈ 27,7 pmol/l.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedrige Werte können mit einer Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison), einem adrenogenitalen Syndrom oder einer Störung von Hypophyse bzw. Hypothalamus zusammenhängen, etwa nach plötzlichem Absetzen lange eingenommener Steroid-Medikamente. Auch sehr salzreiche Ernährung, Diabetes, Bleivergiftung und manche Medikamente wie nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) gehen mit niedrigen Werten einher. Typische Begleitbefunde sind niedriger Blutdruck, hohes Kalium und niedriges Natrium. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhte Werte können mit einem primären Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) zusammenhängen, meist durch einen gutartigen Knoten der Nebenniere. Beim sekundären Hyperaldosteronismus sind die Nebennieren gesund, aber eine andere Erkrankung treibt die Bildung an, etwa Nierenerkrankungen, Leberzirrhose, Herzschwäche, Präeklampsie oder Flüssigkeitsmangel. Auch sehr salzarme Ernährung, übermäßiger Gebrauch von Entwässerungs- oder Abführmitteln und Mineralokortikoid-Antagonisten können den Wert erhöhen. Typische Begleitbefunde sind Bluthochdruck und niedriges Kalium. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Der Test wird meist veranlasst bei Bluthochdruck, der mit niedrigem Kalium einhergeht, mit üblichen Medikamenten schwer einstellbar ist oder in jungen Jahren auftritt, außerdem bei auffälligem Natrium oder Kalium, Blutdruckabfall beim Aufstehen oder einem zufällig entdeckten Nebennierenknoten. Körperlage, Salzzufuhr, Lakritz, intensiver Sport, Stress und viele Medikamente beeinflussen den Wert. Halte dich an die Vorgaben der Praxis und setze Medikamente nicht ohne Rücksprache ab.

Häufige Fragen

Warum wird Aldosteron zusammen mit Renin gemessen? +

Renin aus den Nieren steht am Anfang des Regelkreises, der die Aldosteronbildung anstößt. Erst das Verhältnis beider Werte zeigt, ob die Nebennieren von sich aus zu viel Aldosteron bilden oder auf ein Signal von außen reagieren. Deshalb wird häufig der Aldosteron-Renin-Quotient bestimmt.

Warum spielt Lakritz vor dem Test eine Rolle? +

Natürliches Süßholz in schwarzem Lakritz kann die Aldosteronmessung verfälschen. MedlinePlus nennt deshalb einen Verzicht für mindestens zwei Wochen vor dem Test. Welche Vorbereitung für dich gilt, legt deine Praxis fest.

Spielt es eine Rolle, ob ich liege oder stehe? +

Ja. Die Aldosteronkonzentration im Blut ändert sich mit der Körperlage. Deshalb kann die Praxis vorgeben, vor der Blutentnahme eine Zeit lang zu liegen oder zu stehen, oder in beiden Positionen messen.

Kann Salz den Wert beeinflussen? +

Ja. Sehr salzarme Ernährung kann Aldosteron erhöhen, sehr salzreiche senken. Manchmal gibt die Praxis vor dem Test eine bestimmte Salzzufuhr vor oder misst zusätzlich Natrium im Urin.

Aldosteron

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.