Thrombozyten
Blutplättchen, die für die Blutgerinnung nötig sind, Teil des kleinen Blutbilds
Auch bekannt als
Definition
Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, sind kleine Blutzellen, die im Knochenmark entstehen. Bei einer Verletzung lagern sie sich mit Eiweißen und anderen Zellen zu einem Gerinnsel zusammen und stoppen so die Blutung. Die Thrombozytenzahl gibt an, wie viele Blutplättchen im Blut sind, und gehört zum kleinen Blutbild. Davon zu unterscheiden sind Funktionstests, die prüfen, wie gut die Plättchen ein Gerinnsel bilden.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | /nl (= 10⁹/l = Tsd./µl) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene: 150 bis 400 × 10⁹/l, das entspricht 150 bis 400 /nl oder 150.000 bis 400.000 pro µl. Labore weichen leicht ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
150 × 10⁹/l = 150 /nl = 150.000 /µl (US-Befunde: /mcL bzw. ×10³/µL).
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Eine Thrombozytenzahl unter 150 × 10⁹/l heißt Thrombozytopenie. Sie kann damit zusammenhängen, dass das Knochenmark zu wenige Plättchen bildet oder dass Plättchen im Blut, in der Milz oder in der Leber abgebaut werden. Mögliche Zusammenhänge sind Chemo- oder Strahlentherapie, Medikamente, Autoimmunerkrankungen, Virusinfekte, Erkrankungen des Knochenmarks oder des Blutes, eine Leberzirrhose und ein Vitamin-B12-Mangel. In der Schwangerschaft kommt eine meist milde Form vor. Unter 50 × 10⁹/l steigt laut MedlinePlus das Blutungsrisiko. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Eine Thrombozytenzahl ab 400 × 10⁹/l heißt Thrombozytose. Sie kann mit einem Eisenmangel, einer Anämie, Infektionen, starkem Blutverlust, einer größeren Operation oder Verletzung, entzündlichen Erkrankungen wie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder rheumatoider Arthritis, bestimmten Medikamenten, der Entfernung der Milz, einigen Krebserkrankungen oder Erkrankungen des Knochenmarks zusammenhängen. Sehr hohe Werte können mit einer Neigung zu Gerinnseln oder auch zu Blutungen einhergehen. Die Einordnung gehört zu deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Die Thrombozytenzahl wird meist im Rahmen eines Blutbilds bei einer Routineuntersuchung bestimmt, außerdem bei Beschwerden wie anhaltendem Nachbluten, häufigem Nasenbluten, unerklärten blauen Flecken oder punktförmigen Hauteinblutungen. Für die reine Zählung ist keine Vorbereitung nötig.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Thrombozytenzahl und Thrombozytenfunktionstest? +
Die Thrombozytenzahl gibt nur an, wie viele Blutplättchen im Blut sind. Funktionstests prüfen, wie gut die Plättchen verklumpen und ein Gerinnsel bilden. Sie werden gezielt eingesetzt, etwa bei Verdacht auf eine Plättchenstörung oder vor größeren Operationen.
Muss ich für die Bestimmung nüchtern sein? +
Für die Thrombozytenzahl ist keine besondere Vorbereitung nötig. Vor einem Funktionstest kann es sein, dass bestimmte Medikamente wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen pausiert werden sollen. Setze Medikamente aber nur nach Absprache mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt ab.
Was bedeutet eine niedrige Thrombozytenzahl in der Schwangerschaft? +
In der Schwangerschaft kommt eine häufige, meist milde Form der Thrombozytopenie vor. Laut MedlinePlus ist nicht bekannt, dass sie Mutter oder Kind schadet, und sie bessert sich in der Regel von selbst. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Warum können sehr viele Blutplättchen auch zu Blutungen führen? +
Viele Thrombozyten können die Neigung zu Gerinnseln erhöhen. Laut MedlinePlus kann es bei extrem hohen Werten aber auch zu verstärkten Blutungen kommen. Welche Bedeutung ein hoher Wert in deinem Fall hat, klärt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Thrombozyten
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.