Leukozyten
Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen, Grundwert jedes Blutbilds
Auch bekannt als
Definition
Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen und ein wichtiger Teil der körpereigenen Abwehr. Gemessen wird ihre Gesamtzahl pro Volumen Blut. Zu ihnen gehören fünf Hauptarten: Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile, deren Anteile das Differenzialblutbild aufschlüsselt. Die Leukozytenzahl zeigt, ob zu viele oder zu wenige weiße Blutkörperchen vorhanden sind, sichert für sich allein aber keine Diagnose.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | /nl (= 10⁹/l) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene: 4,5–10,0 /nl (4.500–10.000 /µl). Faktoren wie Alter oder Höhenlage können den Normbereich beeinflussen, und Labore weichen leicht ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 /nl entspricht 1 × 10⁹/l und 1.000 /µl; manche Labore schreiben G/l oder Tsd./µl. US-Befunde nutzen cells/mcL (4.500–10.000).
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Eine niedrige Leukozytenzahl (Leukopenie, unter etwa 4.500 /µl) kann mit einer Schädigung des Knochenmarks, etwa durch Infektionen, Erkrankungen oder eine Chemotherapie, mit Krebserkrankungen, die das Knochenmark betreffen, Lymphomen, Autoimmunerkrankungen wie Lupus, HIV oder Erkrankungen von Leber oder Milz zusammenhängen. Auch bestimmte Medikamente, etwa einige Antibiotika, können die Zahl senken. Der Wert allein ergibt keine Diagnose; besprich ihn mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Eine erhöhte Leukozytenzahl (Leukozytose) kann mit bakteriellen oder viralen Infektionen, entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Autoimmunerkrankungen, Allergien, Gewebeschäden etwa nach Verbrennungen oder Operationen, einer Leukämie oder einem Hodgkin-Lymphom zusammenhängen. Auch Rauchen, Stress, eine Schwangerschaft oder die Reaktion auf ein Medikament, etwa bestimmte Steroide, können die Zahl erhöhen. Ein erhöhter Wert allein sichert keine Diagnose; oft folgt ein Differenzialblutbild. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Die Leukozytenzahl ist Teil jedes Blutbilds, etwa bei Routineuntersuchungen, bei Zeichen einer Infektion oder Entzündung wie Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen oder anhaltendem Husten sowie zur Kontrolle bei Erkrankungen oder Medikamenten, die das Immunsystem schwächen. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Nenne deine Medikamente, setze aber nichts eigenmächtig ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Leukozytenzahl und Differenzialblutbild? +
Die Leukozytenzahl gibt die Gesamtmenge der weißen Blutkörperchen an. Das Differenzialblutbild schlüsselt auf, wie sich diese Menge auf Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile verteilt. Ist die Gesamtzahl auffällig, wird es häufig ergänzend bestimmt.
Können Medikamente die Leukozytenzahl verändern? +
Ja. Eine Chemotherapie und bestimmte andere Medikamente, etwa einige Antibiotika, können die Zahl senken; bestimmte Steroide können sie erhöhen. Nenne deine Medikamente vor der Blutabnahme und setze nichts ohne ärztliche Rücksprache ab.
Muss ich für die Leukozytenzahl nüchtern sein? +
Nein, eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Die Probe wird wie bei jeder Blutabnahme aus einer Vene am Arm entnommen.
Können Rauchen oder Stress die Leukozytenzahl beeinflussen? +
Ja. Rauchen und Stress zählen zu den möglichen Gründen für eine erhöhte Leukozytenzahl. Auch Alkohol oder eine körperliche Verletzung können das weiße Blutbild beeinflussen. Ärztinnen und Ärzte bewerten den Wert deshalb immer zusammen mit Beschwerden, Vorgeschichte und den übrigen Blutwerten.
Leukozyten
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.