Biomarker ng/ml (µg/l)

Procalcitonin (PCT)

Blutwert, der bei schweren bakteriellen Infektionen und Sepsis deutlich ansteigen kann

Auch bekannt als

PCT

Definition

Procalcitonin (PCT) ist im Blut gesunder Menschen nur in sehr geringer Menge vorhanden. Bei einer schweren bakteriellen Infektion setzen Zellen in vielen Teilen des Körpers PCT ins Blut frei. Der Test wird vor allem im Krankenhaus bei schwer kranken Menschen eingesetzt, um eine bakterielle von einer viralen Infektion abzugrenzen, das Risiko einer Sepsis einzuschätzen und den Verlauf einer Behandlung zu beobachten. Für Routinechecks bei Gesunden ist er nicht gedacht.

Parameter Wert
Einheit ng/ml (µg/l)
Referenzbereich Bei gesunden Menschen sehr niedrig. Grenzwerte und ihre Abstufung legt das Labor fest; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 ng/ml entspricht 1 µg/l.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Ein niedriger PCT-Wert ist bei gesunden Menschen der Normalfall. Wird eine bakterielle Infektion behandelt, kann ein sinkender oder niedriger Wert laut MedlinePlus darauf hindeuten, dass die Behandlung wirkt. Der Test zeigt nicht, welcher Erreger eine Infektion verursacht, und ein einzelner Wert ersetzt nicht die ärztliche Gesamtbeurteilung aus Beschwerden, Untersuchung und weiteren Befunden.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Laut MedlinePlus gilt: Je höher der PCT-Wert, desto höher das Risiko für eine Sepsis und einen septischen Schock. Deutlich erhöhte Werte können mit einer Sepsis oder einer schweren, den ganzen Körper betreffenden bakteriellen Infektion zusammenhängen. Mäßig erhöhte Werte kommen auch in frühen Stadien einer solchen Infektion vor, außerdem nach Verletzungen, schweren Verbrennungen, Operationen oder einem schweren Herzinfarkt. Leicht erhöhte Werte können mit einer örtlich begrenzten bakteriellen Infektion, etwa der Harnwege, oder einer Virusinfektion zusammenhängen. Die Einordnung gehört in ärztliche Hand.

Wann testen?

Der Test wird meist veranlasst, wenn Anzeichen einer Sepsis oder schweren bakteriellen Infektion bestehen, etwa Fieber oder Schüttelfrost, kalte und feuchte Haut, Verwirrtheit, starke Schmerzen, Herzrasen, Atemnot, niedriger Blutdruck oder wenig Urin. Eine Vorbereitung ist nicht nötig. Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall: Bessert sich eine Infektion nicht oder verschlechtert sie sich, hole sofort ärztliche Hilfe.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Procalcitonin und CRP? +

CRP wird in der Leber als Antwort auf Entzündungen gebildet und steigt laut MedlinePlus bei bakteriellen und viralen Infektionen ebenso wie bei Autoimmun- und anderen entzündlichen Erkrankungen. Procalcitonin wird vor allem bei schwer kranken Menschen bestimmt, um eine bakterielle von einer viralen Infektion abzugrenzen und das Sepsisrisiko einzuschätzen. Welcher Test sinnvoll ist, entscheidet deine Ärztin bzw. dein Arzt.

Zeigt der Test, welche Bakterien die Infektion auslösen? +

Nein. Procalcitonin zeigt nicht, welcher Erreger beteiligt ist. Dafür sind andere Untersuchungen nötig.

Kann Procalcitonin auch ohne Infektion erhöht sein? +

Ja. Laut MedlinePlus können auch Gewebeschäden durch Verletzungen, schwere Verbrennungen, kürzlich erfolgte Operationen oder ein schwerer Herzinfarkt den Wert mäßig erhöhen.

Ist Procalcitonin ein Wert für den Routine-Check? +

In der Regel nicht. Der Test wird vor allem bei sehr kranken Menschen im Krankenhaus eingesetzt, wenn eine schwere Infektion vermutet wird.

Procalcitonin (PCT)

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.