Biomarker mmol/l (mg/dl)

Laktat

Stoffwechselprodukt, das bei der Energiegewinnung ohne ausreichend Sauerstoff entsteht

Auch bekannt als

Milchsäure L-Laktat

Definition

Laktat, auch Milchsäure genannt, entsteht vor allem in Muskeln und roten Blutkörperchen, wenn Zellen Energie ohne ausreichend Sauerstoff gewinnen. Leber und Nieren wandeln Laktat wieder in Glukose um. Bei körperlicher Anstrengung steigt der Wert kurzfristig an und sinkt nach der Belastung meist rasch. Die klinische Laktatmessung im Blut dient vor allem dazu, eine Laktatazidose zu erkennen und ihren Schweregrad einzuschätzen.

Parameter Wert
Einheit mmol/l (mg/dl)
Referenzbereich Erwachsene: typischerweise 0,5–2,2 mmol/l (4,5–19,8 mg/dl). Labore können abweichen; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich deine Werte mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 mmol/l entspricht etwa 9,0 mg/dl (Molmasse von Milchsäure: 90,08 g/mol).

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Für niedrige Laktatwerte im Blut nennt MedlinePlus keine typischen Zusammenhänge; bei der Messung im Nervenwasser (Liquor) gelten niedrige Werte als selten und nicht als medizinisch bedenklich. Im Vordergrund der Laktatmessung stehen erhöhte Werte. Liegt dein Wert unter dem Referenzbereich deines Labors, besprich ihn mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Ein erhöhter Wert kann eine Hyperlaktatämie oder eine Laktatazidose bedeuten. Mögliche Zusammenhänge sind Zustände, die die Sauerstoffversorgung der Zellen verringern, etwa Schock, Herzschwäche, Lungenerkrankungen, Blutarmut, schwere Infektionen und Sepsis, außerdem Leber- und Nierenerkrankungen, ein nicht eingestellter Diabetes, bestimmte Medikamente und sehr lange, intensive Belastung wie ein Marathon. Auch langes Faustballen oder ein lange angelegter Stauschlauch bei der Blutabnahme können den Wert erhöhen. Der Test zeigt nur, dass Laktat erhöht ist, nicht die Ursache; die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.

Wann testen?

Die Messung wird meist veranlasst, wenn Beschwerden auf eine Laktatazidose hindeuten können, etwa Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Muskelschwäche, Schwitzen oder Bauchschmerzen, außerdem um die Sauerstoffversorgung der Zellen zu prüfen oder eine Übersäuerung des Blutes abzuklären. Vor der Blutabnahme solltest du mehrere Stunden keinen Sport treiben; ob du nüchtern sein sollst, sagt dir deine Praxis. Ball während der Abnahme nicht die Faust.

Häufige Fragen

Ist ein Laktatwert aus einem sportlichen Leistungstest mit dem Laborwert vergleichbar? +

Nicht direkt. Bei körperlicher Anstrengung steigt Laktat kurzfristig an und sinkt nach dem Ende der Belastung meist rasch wieder. Für die Blutabnahme im Labor wird deshalb empfohlen, mehrere Stunden vorher keinen Sport zu treiben. Werte, die während eines Belastungstests gemessen werden, beantworten eine andere Frage als der Referenzbereich in deinem Laborbefund.

Kann die Blutabnahme selbst den Wert verfälschen? +

Ja. Wenn du während der Abnahme die Faust ballst oder der Stauschlauch lange angelegt bleibt, kann der Laktatwert steigen, ohne dass eine Erkrankung dahintersteht. Auch Sport in den Stunden vor der Abnahme kann den Wert vorübergehend erhöhen.

Können Medikamente den Laktatwert beeinflussen? +

Ja. Laut MedlinePlus können unter anderem Metformin, Aspirin, bestimmte HIV-Medikamente (NRTI) und bestimmte atemwegserweiternde Mittel aus der Gruppe der Beta-Agonisten wie Salbutamol den Laktatwert erhöhen. Setze Medikamente nicht eigenmächtig ab, sondern sprich mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Was ist der Unterschied zwischen Hyperlaktatämie und Laktatazidose? +

Bei einer Hyperlaktatämie ist Laktat leicht bis mäßig erhöht, der pH-Wert des Blutes liegt aber noch im Normalbereich. Bei einer Laktatazidose ist Laktat so hoch, dass das Blut zu sauer wird; sie ist ernster und muss sofort ärztlich behandelt werden. Reichert sich weiter Laktat an, kann aus einer Hyperlaktatämie eine Laktatazidose werden.

Laktat

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.