Kalium
Hauptintrazelluläres Mineral für Herzrhythmus, Blutdruck und Muskelkontraktion
Auch bekannt als
Definition
Kalium ist das wichtigste intrazelluläre Kation und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Ruhemembranpotentials, Herzrhythmus, Muskelkontraktion, Nervenimpulsleitung und des Blutdrucks. Die Niere reguliert den Kaliumspiegel präzise. Hypokaliämie und Hyperkaliämie können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verursachen und erfordern rasche Intervention.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | mmol/l (mEq/l) |
| Referenzbereich | 3,5–5,0 mmol/l |
| Optimum Zone (lab2go) | 4,0–4,8 mmol/l (lab2go Optimum Zone; unterer Grenzbereich erhöht Arrhythmierisiko) |
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Hypokaliämie (< 3,5 mmol/l) entsteht durch Diuretika, Erbrechen, Durchfall, Laxantienabusus, primären Hyperaldosteronismus oder unzureichende Zufuhr. Symptome: Muskelschwäche, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen (verlängertes QT-Intervall), Obstipation, Erschöpfung. Bei < 2,5 mmol/l lebensbedrohlich.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Hyperkaliämie (> 5,0 mmol/l) tritt bei Niereninsuffizienz, Hypoaldosteronismus, ACE-Hemmern/ARBs, Kaliumsparenden Diuretika, ausgedehnten Hämolysen oder massiver Muskelzerstörung (Rhabdomyolyse) auf. Herzrisiko: gefährliche Rhythmusstörungen (Kammerflimmern) bei > 6,5 mmol/l.
✓ So optimierst du diesen Wert
Kaliumreiche Quellen: Bananen, Avocados, Spinat, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, getrocknete Früchte, Tomaten. Tagesbedarf: 3500 mg (EFSA) bis 4700 mg (USA). Bei Diuretika-Therapie: Ernährungsoptimierung oder Supplementierung (ärztliche Aufsicht). Magnesiumausgleich wichtig (Hypomagnesiämie perpetuiert Hypokaliämie).
Wann testen?
Bei jedem Routineblutbild; zwingend bei Diuretika-Therapie, Herzerkrankungen, Niereninsuffizienz, Diabetes, ACE-Hemmer/ARB-Einnahme, Erbrechen/Durchfall, Essstörungen oder sportlicher Höchstbelastung. Pseudohyperkaliämie durch Hämolyse des Blutes ausschließen.
Häufige Fragen
Warum ist Kalium für das Herz so kritisch? +
Kalium bestimmt das Ruhemembranpotential von Herzmuskelzellen. Zu wenig Kalium (< 3,5 mmol/l) senkt das Ruhepotential und macht die Herzmuskelzellen hyperexzitabel — das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien steigt. Zu viel Kalium depolarisiert Herzmuskelzellen dauerhaft und kann Herzstillstand verursachen.
Hilft Kalium wirklich gegen Bluthochdruck? +
Ja. Kalium erhöht die Natriumausscheidung über die Niere und wirkt vasodilatierend. DASH-Diät-Studien zeigen, dass erhöhte Kaliumzufuhr den systolischen Blutdruck um 3–6 mmHg senken kann. Die WHO empfiehlt > 3500 mg Kalium täglich als kardiovaskuläre Schutzmaßnahme.
Kann Sport zu Kaliummangel führen? +
Intensiver Sport erhöht Kaliumverluste durch Schweiß minimal, kann aber durch Aldosteron-Aktivierung und Umverteilung zwischen Intra- und Extrazellularraum den Spiegel akut verändern. Chronischer Kaliummangel ist bei Ausdauersportlern selten, wenn die Ernährung ausgewogen ist. Bei Krämpfen auch an Magnesiummangel denken.
Quellen
Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.