Natrium
Hauptextrazelluläres Elektrolyt für Wasserhaushalt, Blutdruck und Nervenleitung
Auch bekannt als
Definition
Natrium ist das häufigste Elektrolyt im extrazellulären Flüssigkeitsraum und reguliert den osmotischen Druck, Wasserhaushalt, Blutdruck und die Erregungsleitung von Nerven und Muskeln. Die Niere reguliert den Natriumspiegel über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und ADH. Störungen (Hyponatriämie, Hypernatriämie) haben weitreichende Auswirkungen auf Gehirn und Herz-Kreislauf.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | mmol/l (mEq/l) |
| Referenzbereich | 135–145 mmol/l |
| Optimum Zone (lab2go) | 138–142 mmol/l (lab2go Optimum Zone; Mitte des Referenzbereichs für optimale Zellhydration) |
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Hyponatriämie (< 135 mmol/l) entsteht durch übermäßige Wasserzufuhr, SIADH (z. B. bei Pneumonie, ZNS-Erkrankungen, Medikamenten wie SSRIs oder Thiaziddiuretika), Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder Niereninsuffizienz. Symptome: Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle. Chronische Hyponatriämie erhöht Sturzrisiko und Osteoporose.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Hypernatriämie (> 145 mmol/l) entsteht durch Wasserverlust (Fieber, Diabetes insipidus, osmotische Diurese) oder selten durch übermäßige Natriumzufuhr. Symptome: starker Durst, Verwirrtheit, Muskelschwäche. Bei > 155 mmol/l schwere ZNS-Schäden möglich.
✓ So optimierst du diesen Wert
Natriumzufuhr: WHO empfiehlt < 2000 mg/Tag (< 5 g Salz). Westliche Ernährung enthält oft 8–12 g Salz/Tag. Wichtiger als Reduktion bei Normalwerten: ausreichende Flüssigkeitszufuhr (1,5–2,5 l/Tag) und ausgewogene Kaliumzufuhr (senkt Blutdruck bei salzempfindlichen Personen wirksam).
Wann testen?
Bei jeder Blutabnahme im Routinelabor; zwingend bei Diuretika-Einnahme, Herzinsuffizienz, Lebererkrankungen, Niereninsuffizienz, Bewusstseinsstörungen, Marathon/Ausdauersport oder SIADH-Verdacht. Bei Hyponatriämie: Osmolalität und Urin-Natrium zur Differenzierung bestimmen.
Häufige Fragen
Kann zu wenig Salz schädlich sein? +
Ja. Sehr niedrige Natriumzufuhr (< 1500 mg/Tag) kann paradoxerweise das kardiovaskuläre Risiko erhöhen durch Aktivierung von RAAS und Sympathikus, Erhöhung von Renin und Aldosteron sowie negative Effekte auf Insulinresistenz. Die optimale Salzzufuhr liegt bei 2–3 g Natrium (5–7,5 g Salz) täglich.
Warum ist Natrium gefährlich bei intensivem Ausdauersport? +
Ausdauersportler (> 4 Stunden Belastung) können durch exzessive Wasserzufuhr ohne Natriumersatz eine Hyponatriämie (Exercise-Associated Hyponatremia, EAH) entwickeln. Diese kann lebensbedrohlich sein. Empfehlung: Elektrolytgetränke statt reines Wasser bei langen Belastungen, trinken nach Durstgefühl.
Wie hängen Natrium und Bluthochdruck zusammen? +
Hohe Natriumzufuhr erhöht den Blutdruck bei 'salzsensitiven' Personen (ca. 50 % der Hypertoniker). Salzreduktion senkt den systolischen Blutdruck um ca. 3–5 mmHg. Die Reaktion ist individuell verschieden und abhängig von Genen (ACE-Polymorphismus), Nierenfunktion und Kaliumbilanz.
Quellen
Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.