Biomarker mg/dl (µmol/l)

Kreatinin

Muskelstoffwechsel-Abbauprodukt als Nierenfunktionsmarker

Auch bekannt als

Serumkreatinin Creatinin

Definition

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Kreatinphosphat-Stoffwechsels und wird ausschließlich über die Nieren ausgeschieden. Es ist der häufigste Serummarker zur Nierenfunktionseinschätzung, wobei Muskelmasse und Hydrierung die Werte beeinflussen. Für präzisere Bewertung wird die eGFR bevorzugt; bei Kreatin-Supplementierung können Werte vorübergehend erhöht sein.

Parameter Wert
Einheit mg/dl (µmol/l)
Referenzbereich Frauen: 0,50–0,90 mg/dl | Männer: 0,70–1,20 mg/dl
Optimum Zone (lab2go) Frauen: 0,6–0,9 mg/dl | Männer: 0,8–1,1 mg/dl

Umrechnung: 1 mg/dl × 88,4 = µmol/l. Deutsche Labore berichten Kreatinin meist in mg/dl, internationale Literatur in µmol/l.

Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedriges Kreatinin (< 0,5 mg/dl Frauen, < 0,7 mg/dl Männer) entsteht bei reduzierter Muskelmasse (Sarkopenie, Kachexie, Bettruhe), Mangelernährung, vegetarisch-veganer Ernährung ohne Kreatin oder Schwangerschaft (physiologisch erhöhte GFR). Ein niedriger Wert bedeutet also nicht zwingend bessere Nierenfunktion, sondern oft weniger Muskelmasse.

Was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhtes Kreatinin über dem Referenzbereich deutet auf eingeschränkte Nierenfunktion hin (eGFR sinkt). Weitere Ursachen: Dehydrierung (transienter Anstieg), hohe Fleischzufuhr, intensive körperliche Belastung, Kreatin-Supplementierung (kein Nierenschaden). Bei raschem Anstieg (akute Erhöhung um > 0,3 mg/dl in 48 h) Ausschluss eines akuten Nierenversagens erforderlich (Stauung, Nephrotoxine, Schock).

So optimierst du diesen Wert

Ausreichend trinken (1,5–2 l/Tag). NSAID-Einnahme auf das Nötigste beschränken. Blutdruck und Blutzucker kontrollieren. Kreatin-Supplementierung erhöht Kreatinin messbar, ohne die Nierenfunktion zu schädigen – Arzt über Einnahme informieren. Bei erhöhten Werten: eGFR berechnen, nephrologische Abklärung bei persistierenden Erhöhungen.

Wann testen?

Kein Nüchterngebot; aber fleischreiche Mahlzeit und intensive körperliche Belastung am Vortag meiden (transienter Anstieg möglich). Kreatin-Supplements idealerweise 48–72 h vorher pausieren für repräsentative Nierenfunktionseinschätzung. Jährliches Screening bei Hypertonie, Diabetes, Nierenerkrankungsrisiko.

Häufige Fragen

Macht Kreatin-Supplementierung Nierenschäden? +

Nein, bei gesunden Nieren und normaler Dosierung (3–5 g/Tag) ist Kreatin-Supplementierung durch zahlreiche Studien als nierenunschädlich belegt. Der Anstieg des Serumkreatinins ist ein Laborartefakt (mehr Kreatin → mehr Kreatinin im Metabolismus), kein Hinweis auf Nierenschäden.

Warum ist Kreatinin bei Frauen niedriger als bei Männern? +

Frauen haben im Durchschnitt weniger Muskelmasse als Männer, daher wird weniger Kreatinin produziert und ausgeschieden. Die Referenzbereiche berücksichtigen diesen Unterschied. Auch die eGFR-Berechnung (CKD-EPI-Formel) verwendet das Geschlecht als Korrekturfaktor.

Wann sollte ich zum Nephrologen bei erhöhtem Kreatinin? +

Bei Kreatinin dauerhaft über dem Referenzbereich, bei raschem Anstieg (> 0,3 mg/dl in 48 h), bei eGFR < 60 ml/min/1,73 m² über 3 Monate oder bei begleitender Proteinurie ist eine nephrologische Abklärung indiziert.

Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.