TSH
Schilddrüsen-stimulierendes Hormon der Hirnanhangsdrüse
Auch bekannt als
Definition
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) wird in der Hypophyse produziert und reguliert die Schilddrüsenhormonproduktion über eine Feedbackschleife. Es ist der empfindlichste und am weitesten verbreitete Screeningmarker für Schilddrüsenfunktionsstörungen. Ein erhöhter TSH-Wert kann auf eine Hypothyreose hinweisen, ein erniedrigter auf eine Hyperthyreose oder Übertherapie; eingeordnet wird er zusammen mit fT4 und fT3.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | mU/l (mIU/l) |
| Referenzbereich | 0,4–4,0 mU/l (nach AWMF-Leitlinie) |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Niedriges TSH (< 0,4 mU/l) kann auf eine Überfunktion der Schilddrüse oder eine überdosierte Levothyroxin-Therapie hinweisen. Ob eine Hyperthyreose vorliegt und welche Form, zeigt erst die Zusammenschau mit fT4, fT3 und dem klinischen Kontext: Bei normalem fT4 und fT3 spricht man von einer subklinischen, bei erhöhten Werten von einer manifesten Hyperthyreose. Auch eine Schwangerschaft im 1. Trimester oder selten eine Störung der Hypophyse (dann mit niedrigem fT4) können TSH senken. Mögliche Beschwerden einer Überfunktion: Herzrasen, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Schwitzen, Tremor, Nervosität, Osteoporose-Risiko bei Dauerzustand. Bei TSH nahe null (< 0,1 mU/l), besonders mit Beschwerden, ist eine rasche ärztliche Abklärung angezeigt. Eine subklinische Hyperthyreose (TSH 0,1–0,4, fT4 normal) geht mit erhöhtem Vorhofflimmern- und Frakturrisiko einher, besonders bei Älteren.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Erhöhtes TSH (> 4,0 mU/l) kann auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen, selten auf eine vermehrte TSH-Bildung der Hypophyse. Ob eine Hypothyreose vorliegt und welche Form, ergibt sich erst zusammen mit fT4 und dem klinischen Kontext: Bei erhöhtem TSH und normalem fT4 spricht man von einer subklinischen, bei erniedrigtem fT4 von einer manifesten Hypothyreose. Die Höhe des TSH allein entscheidet das nicht; die NICE-Leitlinie NG145 ordnet auch ein TSH von 10 mU/l oder mehr bei normalem fT4 als subklinische Hypothyreose ein. Ursachen: Hashimoto-Thyreoiditis (häufigste Ursache), Jodmangel, Zustand nach Schilddrüsenoperation, Strahlentherapie. Ob und wie behandelt wird, legt deine Ärztin bzw. dein Arzt fest.
✓ Was den Wert beeinflussen kann
Der TSH-Wert wird beeinflusst durch die Schilddrüsenfunktion und Erkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis (häufigste Ursache erhöhter Werte), die Jodversorgung, Schilddrüsenoperationen und Strahlentherapie. Eine Levothyroxin-Therapie verändert den Wert; die Aufnahme von Levothyroxin kann durch Calcium, Eisen und Kaffee beeinträchtigt werden. Weitere Einflüsse sind die Tageszeit der Blutabnahme (höchste Werte morgens) und eine Schwangerschaft, in der HCG den TSH-Wert im 1. Trimester senkt. Die Einordnung nimmt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt vor.
Wann testen?
Nüchternheit ist nicht nötig. TSH folgt einem Tagesrhythmus und ist morgens am höchsten; die Uhrzeit der Blutabnahme beeinflusst deshalb den Wert. Bestimmt wird TSH bei Verdacht auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung, bei Symptomen oder familiärer Belastung und unter laufender Therapie. Wann Levothyroxin eingenommen wird, ab welchem Alter und wie oft gemessen wird, legt deine Ärztin bzw. dein Arzt fest.
Häufige Fragen
Warum schwankt TSH bei gleichem fT4? +
TSH ist sehr empfindlich und reagiert logarithmisch auf minimale fT4-Änderungen. Kleine Abweichungen der fT4-Spiegel führen zu deutlichen TSH-Schwankungen. Zudem variiert TSH im Tagesverlauf (Morgenspitze). Mehrere Messungen oder Vergleich zum persönlichen Ausgangswert verbessern die Aussagekraft.
Wie wird ein TSH-Wert im oberen Normbereich eingeordnet? +
Maßgeblich ist der Referenzbereich des Labors (nach AWMF-Leitlinie 0,4–4,0 mU/l); die Einordnung nimmt die Ärztin oder der Arzt vor. Die Labornorm ist ein statistischer Grenzwert der Gesamtbevölkerung. Bei Symptomen trotz TSH im Normbereich können fT3 und fT4 und Antikörper weitere Hinweise geben.
Was bedeutet TSH bei Schwangerschaft? +
In der Schwangerschaft gelten spezifische TSH-Referenzwerte, häufig genannt werden < 2,5 mU/l im 1. Trimester und < 3,0 mU/l im 2./3. Trimester. HCG stimuliert die Schilddrüse und senkt TSH physiologisch im 1. Trimester. Unbehandelte Hypothyreose erhöht das Risiko für Fehlgeburt und kindliche Entwicklungsstörungen.
TSH
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.