Biomarker %

Transferrinsättigung

Prozentsatz des mit Eisen beladenen Transferrins – Schlüsselwert für Eisenstatus und Hämochromatose

Auch bekannt als

TS Transferrin-Sättigungsindex TSAT Serumeisen/TIBC

Definition

Die Transferrinsättigung (TS, auch Transferrin-Sättigungsindex) gibt an, welcher Anteil des verfügbaren Transferrins tatsächlich mit Eisen beladen ist. Sie wird aus Serumeisen geteilt durch die totale Eisenbindungskapazität (TIBC) × 100 berechnet. Zusammen mit Ferritin ist sie der Schlüsselparameter zur Differenzierung von Eisenmangel (niedrige TS) und Eisenüberladung (hohe TS, Hämochromatose-Verdacht).

Parameter Wert
Einheit %
Referenzbereich 20–45 % | Frauen tendenziell etwas niedriger (15–35 %)
Optimum Zone (lab2go) 25–40 % (lab2go Optimum Zone — ausreichend Eisen ohne Überladung; < 20 % weist auf funktionellen Eisenmangel hin)

Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedrige Transferrinsättigung (< 16 %) ist ein sensitiver Marker für Eisenmangel-Erythropoese — Knochenmark erhält nicht genug Eisen für Hämoglobinsynthese, noch bevor Hämoglobin abfällt. Zusammen mit niedrigem Ferritin sichert es die Eisenmangeldiagnose. TS 16–20 % mit normalen Ferritin: Grauzone — funktioneller Eisenmangel möglich.

Was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhte Transferrinsättigung (> 45 %) ist verdächtig auf Eisenüberladung. Bei TS > 55 % + erhöhtem Ferritin: genetische Hämochromatose-Diagnostik einleiten (HFE-Gen-Test). Sekundäre Ursachen: häufige Transfusionen, Sideroachrestische Anämie, dyserythropoetische Anämien.

So optimierst du diesen Wert

Bei Eisenmangel (niedrige TS): orale Eisensupplementierung (100–200 mg elementares Eisen täglich), Ursachenklärung (Blutungsquelle, Resorptionsstörung). Vitamin C 200 mg zur Eisenmahlzeit verbessert Resorption. Bei Eisenüberladung (hohe TS): Aderlass-Therapie, eisenarme Ernährung.

Wann testen?

Immer zusammen mit Ferritin, Serumeisen, Transferrin und Blutbild. Bei Anämie-Diagnostik, Hämochromatose-Screening (besonders bei Nordeuropäern mit familiärer Belastung), Nüchternmessung empfohlen (Tagesvariation ±30 %). Screening bei erstgradigen Verwandten von Hämochromatose-Patienten.

Häufige Fragen

Warum muss ich Serumeisen, Transferrin UND Ferritin messen, reicht nicht einer allein? +

Jeder Parameter misst etwas anderes: Ferritin spiegelt Eisenspeicher wider (verfälscht durch Entzündung), Transferrin zeigt Transportkapazität, Serumeisen die aktuell zirkulierende Menge. Transferrinsättigung verbindet Serumeisen mit Kapazität. Nur zusammen erlauben sie die Unterscheidung von Eisenmangel, Entzündungsanämie und Eisenüberladung.

Warum sollte man Transferrinsättigung nüchtern messen? +

Serumeisen unterliegt starken Tagesschwankungen (Anstieg nach Mahlzeiten um bis zu 30 %, zirkadianer Rhythmus mit Höhepunkt am Vormittag). Die Transferrinsättigung berechnet sich aus Serumeisen und schwankt daher ebenso. Nüchternmessung am Morgen sorgt für Vergleichbarkeit.

Was ist hereditäre Hämochromatose und wie erkennt man sie? +

Hereditäre Hämochromatose (HFE-Mutation, besonders C282Y-Homozygotie) ist die häufigste genetische Eisenüberladungskrankheit in Nordeuropa. Erste Auffälligkeit: Transferrinsättigung > 45–55 % oft vor Ferritin-Anstieg. Bestätigung durch HFE-Gentest. Frühsymptome: Müdigkeit, Gelenkschmerzen; Spätkomplikationen: Leberzirrhose, Diabetes, Herzerkrankungen.

Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.