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Eisen-Supplementierung: Wann, wie viel, welche Form?

Ferritin unter 30 ng/ml? So findest du die richtige Eisenform, Dosis und das Timing — und verdoppelst deine Aufnahme über alternierende Tage.

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Supplements Grundlagen
Veröffentlicht: 12. Apr. 2026 11 min Lesezeit
Eisen-Supplementierung: Wann, wie viel, welche Form?

Eisen-Supplementierung: Bisglycinat, Sulfat, Fumarat — Form, Dosis und Timing entscheiden.

TL;DR: Bei Ferritin unter 30 ng/ml oder klaren Symptomen ist Supplementierung sinnvoll. Eisenbisglycinat 20 bis 40 mg elementares Eisen jeden zweiten Tag, nüchtern am Morgen, mit 100 bis 200 mg Vitamin C. Kein Kaffee, Tee oder Milchprodukte im Zeitfenster 1 Stunde davor bis 2 Stunden danach. Ferritin nach 8 bis 12 Wochen re-testen, Hämoglobin nach 4 Wochen. Bei Ferritin unter 15 ng/ml oder Unverträglichkeit: Eiseninfusion.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung — bei deutlichen Symptomen oder unklarem Mangel konsultiere einen Arzt.

Wann supplementieren — und wann nicht

Eisen ist eines der häufigsten Mangel-Supplemente überhaupt, aber auch eines der am häufigsten falsch eingenommenen. Der erste Schritt ist deshalb die Frage, ob du überhaupt supplementieren solltest. Drei klare Kriterien helfen dir.

Ferritin unter 30 ng/ml. Das ist die wichtigste Zahl. Labore nennen oft 15 ng/ml als Untergrenze, aber Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall und Konzentrationsprobleme treten schon unter 50 ng/ml auf. Unterhalb von 30 ng/ml ist Supplementierung nahezu immer sinnvoll. Die Biomarker-Grundlagen dazu findest du im Ferritin-Guide: Ferritin & Eisenmangel.

Klare Symptome trotz grenzwertigem Wert. Wenn dein Ferritin bei 35 bis 45 ng/ml liegt und du gleichzeitig dauerhafte Müdigkeit, Brain Fog, Haarausfall oder Restless Legs hast, ist ein Therapieversuch über 8 Wochen gerechtfertigt. Re-teste danach — bessern sich Symptome und Werte, warst du im Mangelbereich.

Risikogruppen. Menstruierende Frauen verlieren 20 bis 30 mg Eisen pro Zyklus. Vegetarier nehmen nur 5 bis 10 % des Eisens aus pflanzlichen Quellen auf. Ausdauersportler verlieren Eisen über Fußsohlen-Hämolyse, Schwitzen und mikroskopische GI-Blutungen. In diesen Gruppen ist präventive Niedrigdosierung oft klüger als Warten, bis der Speicher leer ist.

Nicht supplementieren bei: Ferritin über 150 ng/ml ohne Symptome, Hämochromatose (genetische Eisenüberladung) und unklarem Mangel bei Männern über 40 oder postmenopausalen Frauen — dort gehört eine gastroenterologische Abklärung vor die Tablette.

Ein konkretes Beispiel: Dein letztes Blutbild zeigt Ferritin 22 ng/ml, hsCRP 0,8 mg/l, Hämoglobin 13,1 g/dl. Du bist 32, Läuferin, hast dein Zyklus regelmäßig. Das ist ein klarer Fall: Supplementierung starten, Kontext in Lab2go dokumentieren, nach 12 Wochen re-testen. Den vollständigen Marker-Kontext erklärt der Guide zu Blutwerten verstehen.

Die 7 Eisenformen im Vergleich

Die Eisenform bestimmt, wie viel tatsächlich ankommt und wie dein Magen reagiert. Hier sind die sieben wichtigsten Formen, die du in Apotheke und Online-Shops findest.

FormAufnahmeElem. Eisen pro Tab.VerträglichkeitPreis/Monat
Eisenbisglycinat25–35 %14–25 mgSehr gut10–20 €
Eisensulfat10–20 %50–100 mgSchlecht5–10 €
Eisenfumarat15–20 %33–65 mgMäßig8–15 €
Eisengluconat10–15 %35–50 mgMäßig8–12 €
Eisen-III-Polymaltose5–10 %100 mgSehr gut15–25 €
Ferrum Hausmann (Sirup)5–10 %50 mg/5 mlSehr gut15–25 €
Liposomales Eisen15–25 %20–30 mgExzellent40–60 €

Eisenbisglycinat. Das Eisen ist an zwei Glycin-Moleküle gebunden (Chelat). Der Komplex wird anders aufgenommen als freies Eisen und konkurriert nicht mit Nahrungsbestandteilen. Aufnahmerate 25 bis 35 %, Nebenwirkungsrate unter 10 %. Für die meisten Biohacker die erste Wahl — aber achte auf Reinform, nicht auf Kombi-Präparate mit 5 mg Eisen plus 20 anderen Vitaminen.

Eisensulfat. Der Klassiker aus der Apotheke (z. B. Ferro Sanol, Tardyferon). Günstig und wirksam, aber Nebenwirkungsrate 30 bis 50 % — Übelkeit, Krämpfe, Verstopfung, schwarzer Stuhl. In Kliniken und bei der Kasse Standard, für Selbstzahler aber nicht die beste Wahl.

Eisenfumarat. Mittelweg zwischen Sulfat und Bisglycinat — etwas besser verträglich als Sulfat, aber nicht so sanft wie Bisglycinat. Findest du z. B. in Hemoton oder Kombi-Präparaten.

Eisen-III-Polymaltose (Maltofer, Ferrum Hausmann). Das Eisen ist an einen Zuckerkomplex gebunden. Sehr verträglich, kann zu den Mahlzeiten genommen werden. Nachteil: Die Aufnahme liegt bei 5 bis 10 %, deutlich unter Bisglycinat. Gute Option für Schwangere und Kinder, aber ineffizient für schnellen Speicheraufbau.

Liposomales Eisen. Das Eisen ist in Phospholipid-Kapseln verpackt, die den Magen unverdaut passieren. Sehr gute Verträglichkeit, Aufnahme 15 bis 25 %. Deutlich teurer (40 bis 60 Euro pro Monat), aber die Lösung für Menschen, die keine andere Form tolerieren.

Dosierung: 14 bis 100 mg — was macht Sinn?

Die Dosis wird oft überschätzt. In der Apotheke steht 100 mg auf der Packung, aber nur ein Bruchteil wird tatsächlich aufgenommen. Hier sind die sinnvollen Dosierungen für die drei wichtigsten Szenarien.

Erhaltung (Ferritin 50 bis 100 ng/ml, keine Symptome). 14 bis 18 mg elementares Eisen zweimal pro Woche reichen. Das entspricht der Tagesmenge, die der Körper verliert. Für Frauen mit regulärer Menstruation oder Vegetarier ist diese Erhaltungsdosis langfristig die beste Strategie.

Auffüllung (Ferritin 20 bis 40 ng/ml). 25 bis 40 mg elementares Eisen jeden zweiten Tag. Das Ziel: Ferritin um 10 bis 15 ng/ml pro Monat steigern. Die Therapie läuft 4 bis 6 Monate, danach Re-Test und Anpassung.

Starker Mangel (Ferritin unter 20 ng/ml). 50 mg elementares Eisen jeden zweiten Tag, oder im Einzelfall auch 100 mg täglich — aber nur nach ärztlicher Rücksprache, weil die Nebenwirkungsrate steigt und das Hepcidin-Problem die Aufnahme begrenzt. Bei ausbleibender Reaktion nach 8 Wochen ist die Infusion oft der schnellere Weg.

Ein konkretes Beispiel: Deine Ausgangswerte sind Ferritin 22 ng/ml, Hb 12,8 g/dl. Du startest mit 25 mg Bisglycinat Mo/Mi/Fr plus 200 mg Vitamin C. Nach 12 Wochen liegt Ferritin bei 48 ng/ml, Hb bei 13,4 g/dl. Weiter so bis 80 ng/ml, dann auf Erhaltung 14 mg zweimal pro Woche reduzieren.

Alternierende Tage: Der Hepcidin-Trick

Die größte Veränderung in der Eisen-Supplementierung der letzten zehn Jahre kommt aus der Schweiz. Die Arbeitsgruppe um Moretti (2015) und Stoffel (2017, 2020) hat gezeigt: Jeden zweiten Tag Eisen einzunehmen ist besser als jeden Tag — obwohl die Gesamtmenge niedriger ist.

Der Mechanismus. Nach jeder Eisen-Dosis steigt Hepcidin im Blut. Dieses Hormon blockiert Ferroportin, den Eisen-Export-Kanal im Darm. Ergebnis: Die Eisenaufnahme sinkt für 24 bis 48 Stunden um 35 bis 40 %. Nimmst du täglich, sabotiert sich jede zweite Dosis selbst.

Das Protokoll. 60 bis 120 mg elementares Eisen jeden zweiten Tag (Montag, Mittwoch, Freitag) oder 25 bis 50 mg jeden zweiten Tag bei niedrigerer Dosis. In Studien stieg der Speicheraufbau um 20 bis 40 %, Magen-Darm-Nebenwirkungen halbierten sich. Das Protokoll spart dir Geld und macht die Therapie erträglicher.

Praxis-Tipp. Setze dir einen wiederkehrenden Kalenderblock: Mo/Mi/Fr oder Di/Do/Sa. Dokumentiere die Einnahme in Lab2go — so siehst du Compliance und Effekt im Zusammenhang. Weitere Methoden zur Optimierung eines Stacks erklärt die Supplement-Stack-Iteration.

Timing und Interaktionen: Was du vermeiden musst

Eisen ist eines der empfindlichsten Supplements. Die falsche Kombination kann die Aufnahme auf 30 bis 50 % drücken.

Was die Aufnahme blockiert:

  • Kaffee und Tee (Tannine, Chlorogensäure): minus 50 bis 70 %
  • Milch, Joghurt, Käse (Calcium): minus 30 bis 60 %
  • Calciumpräparate über 300 mg: minus 50 %
  • Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte (Phytate): minus 20 bis 40 %
  • Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol, Omeprazol): minus 30 bis 50 %
  • Antazida: minus 30 bis 50 %

Was die Aufnahme verbessert:

  • Vitamin C 100 bis 200 mg: plus 50 bis 100 %
  • Fleischprotein: plus 30 bis 50 %
  • Fermentierte Lebensmittel (leicht saurer pH): plus 10 bis 20 %

Das praktische Timing. Morgens direkt nach dem Aufwachen die Eisen-Tablette mit einem Glas Orangensaft (250 ml = etwa 120 mg Vitamin C) oder einer Vitamin-C-Tablette. Dann 45 bis 60 Minuten warten, bevor du Kaffee trinkst oder Milchprodukte isst. Wenn du gleichzeitig andere Mineralien nimmst (Zink, Magnesium, Calcium), schiebe sie auf den Abend — sie konkurrieren um denselben Transporter.

Ein konkretes Beispiel: Du nimmst 25 mg Bisglycinat zum Frühstückskaffee mit Hafermilch. Aufnahme: etwa 8 %. Gleiche Tablette nüchtern mit Orangensaft, eine Stunde vor dem Kaffee: Aufnahme 30 bis 35 %. Vierfacher Effekt bei gleicher Tablette.

Kontrolle: Wann und was messen

Supplementierung ohne Messung ist Blindflug. Zwei Marker genügen für die Standard-Kontrolle — mehr für Risikogruppen.

Nach 4 Wochen: Hämoglobin (Hb). Das ist der erste Marker, der reagiert. Wenn dein Hb vor der Therapie unter 12 g/dl lag, sollte es jetzt um 0,5 bis 1,5 g/dl steigen. Kein Anstieg heißt: Dosis zu niedrig, Form ungeeignet, oder andere Mangel-Ursache (B12, Folsäure, chronische Entzündung). Das große Blutbild zeigt den Gesamtkontext.

Nach 8 bis 12 Wochen: Ferritin + hsCRP. Das ist die Hauptkontrolle. Ferritin sollte um 20 bis 40 ng/ml gestiegen sein. hsCRP muss unter 3 mg/l liegen, sonst ist der Ferritin-Wert durch Entzündung künstlich erhöht und nicht verwertbar.

Nach 6 Monaten: Komplettes Eisen-Panel. Ferritin, Transferrin-Sättigung, Hämoglobin, MCV, hsCRP. Wenn dein Ferritin-Ziel erreicht ist (meist 80 bis 120 ng/ml), reduziere auf Erhaltungsdosis.

Nicht-Ansprechen erkennen. Ferritin steigt nach 12 Wochen um weniger als 10 ng/ml? Dann liegt entweder eine Aufnahmestörung vor (Zöliakie, Gastritis, PPI-Dauereinnahme), eine chronische Entzündung oder ein anderer Mangel. In diesem Fall ist die Eiseninfusion der konsequente nächste Schritt.

Nebenwirkungen: Was normal ist — und was nicht

Die meisten Nebenwirkungen sind harmlos, aber unangenehm. Hier ist die Einordnung.

Normal und harmlos: Schwarzer Stuhl (nicht resorbiertes, oxidiertes Eisen), leicht metallischer Nachgeschmack, leichte Magenfülle am ersten Einnahmetag. Alles verschwindet nach 2 bis 3 Tagen Gewöhnung.

Häufig, aber handhabbar: Verstopfung (bei 20 bis 30 %), Übelkeit (bei 15 bis 25 %), Bauchkrämpfe (bei 10 bis 15 %). Lösungen: auf Bisglycinat wechseln, Dosis halbieren, mit einer kleinen Mahlzeit einnehmen, Magnesiumcitrat 200 mg abends gegen Verstopfung ergänzen. Mehr zu verträglichen Mineralformen steht im Guide zu Magnesium-Formen.

Sofort absetzen und Arzt konsultieren: Bluterbrechen, teerartiger Stuhl, starke Bauchschmerzen, Hautausschlag, Atemnot. Diese Symptome sind selten, aber ernst — Verdacht auf Überdosierung oder allergische Reaktion.

Wichtiger Grundsatz. Eisen ist nicht wasserlöslich. Überschuss wird nicht einfach ausgeschieden, sondern in Leber und Herz eingelagert. Bei bekannter Hämochromatose (HFE-Genmutation, etwa 1 von 200 Menschen) kann Supplementierung gefährlich sein. Wenn du ungeklärt erhöhte Ferritin-Werte über 300 ng/ml hast, gehört das vor die Tablette abgeklärt.

Wann intravenös — und wie

Die Eiseninfusion ist für drei klare Szenarien die bessere Option als orale Therapie.

Ferritin unter 15 ng/ml mit deutlichen Symptomen. Bei starkem Mangel dauert die orale Auffüllung 6 bis 9 Monate. Eine Infusion schafft dasselbe in 2 bis 4 Wochen. Besonders bei Symptomen, die die Arbeitsfähigkeit einschränken, ist der schnellere Weg sinnvoll.

Nichtansprechen auf orale Therapie. Wenn Ferritin nach 12 Wochen um weniger als 10 ng/ml gestiegen ist, liegt wahrscheinlich eine Aufnahmestörung vor. Gastritis, Zöliakie, PPI-Dauereinnahme und entzündliche Darmerkrankungen reduzieren die orale Aufnahme um 50 bis 80 %.

Unverträglichkeit aller oralen Formen. Etwa 10 bis 15 % der Menschen vertragen selbst Bisglycinat und liposomales Eisen nicht. In diesen Fällen ist die Infusion die einzige praktikable Option.

Präparate. Ferinject (Eisencarboxymaltose), Monofer (Eisenderisomaltose) und Venofer (Eisensaccharose) sind in Europa Standard. Eine einzige Ferinject-Infusion liefert 500 bis 1000 mg elementares Eisen. Ablauf: 15 bis 30 Minuten Infusion, anschließend 30 Minuten Nachbeobachtung. Kosten: 150 bis 300 Euro pro Sitzung als Selbstzahlerleistung, Kassen zahlen bei klarer Indikation.

Nebenwirkungen. Selten, aber möglich: Kopfschmerzen, Übelkeit, Metallgeschmack während der Infusion, dauerhafte Hautverfärbungen an der Einstichstelle bei Paravasat, selten schwere allergische Reaktionen (unter 1 von 10.000). Bei Ferinject gibt es zusätzlich in 2 bis 4 % der Fälle einen vorübergehenden Phosphatabfall.

Supplementierung in den Alltag integrieren

Die beste Eisenform nützt nichts, wenn du sie nach drei Wochen vergisst. Hier sind drei praktische Routinen, die in der Praxis funktionieren.

Die Morgen-Routine. Eisen-Tablette plus Vitamin C direkt nach dem Aufwachen, noch vor dem Zähneputzen. Stelle die Tablette mit einem Glas Wasser neben das Bett. So passiert die Einnahme automatisch, bevor der Kaffee kommt.

Der Kalender-Trigger. Bei alternierendem Protokoll setze Mo/Mi/Fr oder Di/Do/Sa als wiederkehrenden Block. Track jeden Einnahmetag in Lab2go — nach 12 Wochen siehst du Compliance und Ferritin-Verlauf im direkten Zusammenhang.

Die Co-Supplement-Regel. Calcium, Magnesium, Zink und Multivitamin schiebst du auf den Abend, um die Morgen-Aufnahme nicht zu sabotieren. Wer einen kompletten Stack aufbaut, findet die Grundlagen im Supplement-Einsteiger-Guide.

Fazit: Eisen supplementieren ist kein Rätsel

Die wichtigsten Regeln passen in fünf Zeilen. Bisglycinat, 25 bis 40 mg elementares Eisen, jeden zweiten Tag, nüchtern am Morgen mit Vitamin C, keine Milchprodukte im 2-Stunden-Fenster, Ferritin nach 12 Wochen re-testen. Alles andere sind Details.

Drei Schritte für den Start:

  1. Werte prüfen. Ferritin, hsCRP und Hämoglobin. Ohne Ausgangswerte keine Steuerung.
  2. Form wählen. Bisglycinat für 90 % der Fälle. Eisen-III-Polymaltose oder liposomales Eisen für empfindliche Mägen.
  3. Kontrollzyklus setzen. Hb nach 4 Wochen, Ferritin + hsCRP nach 12 Wochen, komplettes Panel nach 6 Monaten.

Starte heute: Bestimme deinen Ausgangswert mit dem Ferritin-Guide, bereite dich mit der Biomarker-Baseline-Checkliste vor und dokumentiere alles digital. Für die Umsetzung schau dir die Features von Lab2go an oder vergleiche die Pläne und Preise.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Ferritin unter 15 ng/ml, ausbleibendem Therapieerfolg oder unklarem Mangel konsultiere einen Arzt. Besonders bei Männern über 40 und postmenopausalen Frauen muss eine gastroenterologische Abklärung erfolgen, bevor du dauerhaft substituierst.

FAQ zum Artikel

Welche Eisenform ist am besten?
Eisenbisglycinat (Eisen-Chelat) gilt als Goldstandard für die meisten Nutzer — Aufnahme 25 bis 35 %, sehr gute Verträglichkeit. Eisenfumarat liegt bei etwa 20 % und ist günstig. Eisensulfat hat ähnliche Aufnahmeraten wie Bisglycinat, verursacht aber bei 30 bis 50 % der Nutzer Übelkeit oder Verstopfung. Eisen-III-Polymaltose (Ferrum Hausmann) ist sehr verträglich, aber mit 5 bis 10 % Aufnahme deutlich ineffizienter. Für Einsteiger: 20 bis 25 mg elementares Eisen als Bisglycinat jeden zweiten Tag.
Warum Eisen jeden zweiten Tag statt täglich nehmen?
Nach jeder Eisen-Dosis steigt Hepcidin, ein Hormon, das die Eisenaufnahme im Darm für 24 bis 48 Stunden blockiert. Nimmst du täglich, wird die zweite Dosis zu 35 bis 40 % schlechter aufgenommen. Die Studien von Stoffel und Moretti (seit 2015) zeigen: Alternierende Tage (z. B. Mo/Mi/Fr) bringen 20 bis 40 % mehr Speicheraufbau bei halber Tablettenmenge. Das Protokoll spart Geld, reduziert Magen-Darm-Nebenwirkungen und funktioniert besser.
Wie viel Eisen sollte ich supplementieren?
Für die reine Erhaltung reichen 14 bis 18 mg elementares Eisen pro Tag. Zum Auffüllen leerer Speicher nimm 25 bis 50 mg pro Dosis, jeden zweiten Tag. Hochdosierte Präparate mit 80 bis 100 mg werden oft verschrieben, sind aber ineffizient — der Überschuss wird nicht aufgenommen und belastet den Magen. Mehr als 50 mg pro Einzeldosis bringt statistisch keinen zusätzlichen Nutzen.
Wann soll ich Eisen einnehmen?
Nüchtern am Morgen, mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen. Kombiniere mit 100 bis 200 mg Vitamin C — das verdoppelt die Aufnahme. Meide Kaffee, Tee, Milchprodukte, Calciumpräparate und Vollkornprodukte im Zeitfenster von mindestens 1 Stunde davor und 2 Stunden danach. Wenn du Eisen nüchtern nicht verträgst, nimm es mit einer kleinen, eisenfreundlichen Mahlzeit wie Obst oder Fruchtsaft.
Wie lange dauert es, bis Ferritin steigt?
Mit 25 bis 40 mg elementarem Eisen jeden zweiten Tag steigt Ferritin um etwa 10 bis 15 ng/ml pro Monat. Von 20 auf 80 ng/ml brauchst du realistisch 4 bis 6 Monate. Hämoglobin reagiert schneller und lässt sich bereits nach 4 Wochen messen. Ferritin kontrollierst du nach 8 bis 12 Wochen — früher zu messen ist Geldverschwendung, weil der Speicheraufbau Zeit braucht.
Was tun bei Magen-Darm-Beschwerden?
Verstopfung, Übelkeit und Bauchkrämpfe treten bei 20 bis 30 % der Nutzer auf — besonders bei Eisensulfat. Wechsle zunächst auf Bisglycinat oder Eisen-III-Polymaltose. Nimm die Tablette nach dem Aufwachen mit einem Glas Orangensaft. Reduziere die Dosis auf 14 bis 20 mg jeden zweiten Tag. Hilft das nicht, teste liposomales Eisen — deutlich teurer (etwa 40 bis 60 Euro pro Monat), aber oft komplett nebenwirkungsfrei.
Warum ist mein Stuhl schwarz?
Schwarzer Stuhl unter Eisen-Supplementierung ist normal und harmlos. Nicht resorbiertes Eisen wird oxidiert und färbt den Stuhl dunkel bis pechschwarz. Das ist kein Zeichen für innere Blutungen, wenn es klar mit der Einnahme zusammenfällt. Wird der Stuhl teerartig-glänzend oder tritt nach Absetzen weiter auf, lass den Okkult-Blut-Test machen.
Wann ist eine Eiseninfusion sinnvoll?
Bei Ferritin unter 15 ng/ml mit deutlichen Symptomen, bei Unverträglichkeit aller oralen Präparate nach 4 bis 8 Wochen, bei gestörter Eisenaufnahme (Zöliakie, Morbus Crohn) oder wenn die Speicher schnell aufgefüllt werden müssen (Schwangerschaft, OP-Vorbereitung). Moderne Präparate wie Ferinject oder Monofer liefern 500 bis 1000 mg Eisen in einer Sitzung und füllen die Speicher in 2 bis 4 Wochen. Kosten: 150 bis 300 Euro, Kassen zahlen bei klarer Indikation.
Wie lange soll ich Eisen einnehmen?
Bis dein Ferritin den Zielwert erreicht plus 2 bis 3 Monate Auffüll-Reserve. Bei Frauen mit normaler Menstruation heißt das meist 6 bis 9 Monate Supplementierung, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 14 bis 18 mg zwei- bis dreimal pro Woche. Nach jedem Absetzen Ferritin alle 3 Monate im ersten Jahr kontrollieren — bei Risikogruppen (Sport, Vegetarier, starke Menstruation) bleiben Niedrigdosen dauerhaft sinnvoll.
Welche Eisenform nehmen Vegetarier und Veganer?
Dieselbe wie Omnivoren — Bisglycinat ist die erste Wahl. Aber Vegetarier haben meist einen höheren Supplementierungsbedarf, weil pflanzliches Nicht-Häm-Eisen nur zu 5 bis 10 % aufgenommen wird. Plane 20 bis 30 mg Bisglycinat jeden zweiten Tag ein, selbst wenn Ferritin im Normbereich liegt. Kombiniere jede eisenreiche Mahlzeit mit Vitamin C und vermeide Kaffee/Tee eine Stunde vor und zwei Stunden nach dem Essen.

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