Biomarker IU/ml (U/ml)

TPO-Antikörper

Autoantikörper gegen Schilddrüsenperoxidase – Hauptmarker für Autoimmunthyreoiditis

Auch bekannt als

Anti-TPO MAK Mikrosomale Antikörper TPO-AK Anti-Thyreoid-Peroxidase

Definition

TPO-Antikörper (Anti-TPO, MAK) sind Autoantikörper gegen die Schilddrüsenperoxidase, ein Schlüsselenzym der Schilddrüsenhormon-Synthese. Sie sind bei Hashimoto-Thyreoiditis in über 90 % der Fälle erhöht und bei Morbus Basedow in ca. 70 %. Erhöhte TPO-Antikörper ohne klinische Symptome oder TSH-Veränderung werden als latente Autoimmunthyreoiditis bezeichnet. Sie sind Prädiktor für spätere Hypothyreose-Entwicklung.

Parameter Wert
Einheit IU/ml (U/ml)
Referenzbereich < 35 IU/ml (laborabhängig; manche Labs: < 60 IU/ml)
Optimum Zone (lab2go) < 10 IU/ml (lab2go Optimum Zone — unterhalb des Grenzbereichs mit Sicherheitspuffer)

Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedrige oder negative TPO-Antikörper (< 35 IU/ml) sprechen gegen eine aktive Autoimmunthyreoiditis. Kein pathologischer Zustand bekannt bei sehr niedrigen Werten. Negatives Ergebnis schließt Autoimmunthyreoiditis nicht vollständig aus (5–10 % der Hashimoto-Fälle sind seronegativ).

Was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhte TPO-Antikörper (> 35 IU/ml) weisen auf Autoimmunthyreoiditis hin. Höhe der Titer korreliert nicht immer mit Schwere der Erkrankung. Zusammen mit TSH, fT3 und fT4 bestimmt sie, ob bereits eine Hypo- oder Hyperthyreose vorliegt. Erhöhte Werte erhöhen das Risiko für zukünftige Schilddrüsenfunktionsstörungen, postpartale Thyreoiditis und Fehlgeburten.

So optimierst du diesen Wert

Selenomethionin (200 µg/Tag) ist die am besten belegte naturheilkundliche Intervention zur Reduktion von TPO-Antikörpern bei Hashimoto (mehrere RCTs). Vitamin D auf > 40 ng/ml optimieren. Stressreduktion, Alkoholverzicht, Rauchstopp. Glutenreduktion bei gleichzeitiger Zöliakie oder Glutensensitivität. Inositol (4 g/Tag) in Studien untersucht.

Wann testen?

Bei Schilddrüsenfunktionsstörung (TSH-Veränderung), Verdacht auf Hashimoto oder Morbus Basedow, Infertilität, Fehlgeburten, postpartaler Depression, Autoimmunerkrankungen oder familiärer Belastung für Schilddrüsenerkrankungen. Bei positivem Erstbefund: Verlaufskontrollen alle 6–12 Monate.

Häufige Fragen

Kann ich mit erhöhten TPO-Antikörpern ohne Symptome leben? +

Ja, viele Menschen haben erhöhte TPO-Antikörper ohne Symptome oder mit normaler Schilddrüsenfunktion (euthyreote Autoimmunthyreoiditis). Regelmäßige Kontrollen (TSH alle 6–12 Monate) sind ratsam. Das lebenslange Risiko, eine manifeste Hypothyreose zu entwickeln, liegt bei ca. 50 %. Frühzeitige Intervention (Selen, Vitamin D) kann Progression verlangsamen.

Hashimoto oder Graves — wie unterscheide ich es anhand der Antikörper? +

TPO-Antikörper (Anti-TPO) sind bei beiden Erkrankungen erhöht. Spezifischer für Morbus Basedow sind TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper / Anti-TSHR), die die Schilddrüse zur Überproduktion stimulieren. Anti-Thyreoglobulin (TG-AK) kann bei beiden vorkommen. Die Kombination TSH + fT3 + fT4 + Anti-TPO + TRAK erlaubt die Differenzierung.

Hilft glutenfreie Ernährung wirklich bei Hashimoto? +

Nur bei gleichzeitiger Zöliakie oder nachgewiesener nicht-Zöliakie-Glutensensitivität gibt es Evidenz für Nutzen (Normalisierung von Antikörpern nach glutenfreier Diät). Bei Hashimoto ohne Zöliakie ist die Evidenz für glutenfreie Ernährung schwach. Ein Ausschluss-Trial (12 Wochen glutenfrei) kann für Individuen mit unklaren Symptomen sinnvoll sein.

Beeinflusst Selen wirklich die TPO-Antikörper? +

Mehrere randomisierte kontrollierte Studien (darunter meta-analysiert) zeigen, dass Selenomethionin 200 µg/Tag TPO-Antikörper-Titer bei Hashimoto signifikant senkt (ca. 20–30 %). Die Europäische Schilddrüsengesellschaft listet Selen als adjuvante Option. Voraussetzung: Selenversorgung überprüfen (Selenomangel in Mitteleuropa häufig).

Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.