Insights · Hormone

Hashimoto Thyreoiditis: Antikörper verstehen & tracken

TPO-AK über 100 IU/ml, TSH über 2,0 mIU/l? So erkennst du Hashimoto früh, deutest die Antikörper und senkst sie mit Selen, Vitamin D und Zink.

Fokus

Hashimoto Thyreoiditis TPO Antikörper Hashimoto Werte Hashimoto Selen
Hormone Biomarker
Veröffentlicht: 12. Apr. 2026 13 min Lesezeit
Hashimoto Thyreoiditis: Antikörper verstehen & tracken

Hashimoto: Antikörper und Schilddrüsenfunktion langfristig im Blick behalten.

TL;DR: Hashimoto ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in Industrieländern — 5 bis 10 Prozent der Frauen, 1 bis 2 Prozent der Männer sind betroffen. Diagnose-Kombi: TPO-AK über 100 IU/ml, oft auch Tg-AK über 115 IU/ml, dazu echoarmes Ultraschallbild. TRAK ist negativ (sonst Morbus Basedow). Laborziel: TSH 1,0 bis 2,0 mIU/l, fT3 und fT4 im oberen Normdrittel. Kern-Interventionen: 200 µg Selenmethionin, Vitamin D auf 40 bis 60 ng/ml, Zink 15 bis 30 mg, Stressreduktion, bei manifester Unterfunktion L-Thyroxin.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Hashimoto gehört in endokrinologische Betreuung — dosiere L-Thyroxin nie selbst und setze keine verordnete Therapie eigenmächtig ab.

Was Hashimoto eigentlich ist

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Dein Immunsystem bildet Antikörper gegen körpereigene Strukturen der Schilddrüse — vor allem gegen die Thyreoperoxidase (TPO) und das Thyreoglobulin (Tg). Über Jahre zerstören diese Antikörper Schilddrüsengewebe. Das Organ verliert Produktionskapazität. Am Ende steht eine Hypothyreose.

Der Verlauf ist nicht linear. Er geht typischerweise über drei Phasen:

  1. Euthyreote Phase. Antikörper sind positiv, TSH, fT3 und fT4 aber noch normal. Viele Patienten haben bereits Symptome — Müdigkeit, Brain Fog, Haarausfall — obwohl die Werte als »okay« gelten.
  2. Subklinische Hypothyreose. TSH steigt auf 4,0 bis 10 mIU/l, fT3 und fT4 bleiben im Normbereich. Rund 5 Prozent dieser Fälle entwickeln pro Jahr eine manifeste Unterfunktion.
  3. Manifeste Hypothyreose. TSH über 10 mIU/l, fT4 fällt unter den Referenzbereich. Jetzt ist L-Thyroxin indiziert.

Hashimoto ist in Ländern mit ausreichender Jodversorgung die mit Abstand häufigste Ursache einer Unterfunktion. Frauen sind etwa 5-mal häufiger betroffen als Männer. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 30 und 50 Jahren. Für den Überblick über das gesamte Schilddrüsen-Panel lies den Schilddrüsenwerte-Guide.

Die 4 entscheidenden Antikörper

Bei Hashimoto geht es nicht nur um TSH. Die Antikörper sind der Schlüssel zur Diagnose und zur Abgrenzung von anderen Schilddrüsenerkrankungen.

MarkerReferenzbereichBedeutung bei Hashimoto
TPO-AK (Thyreoperoxidase-AK)unter 35 IU/mlLeitantikörper, bei 90 % der Hashimoto-Patienten positiv
Tg-AK (Thyreoglobulin-AK)unter 115 IU/mlZweiter Hashimoto-Marker, bei 60 bis 80 % positiv
TRAK (TSH-Rezeptor-AK)unter 1,75 IU/lBei Hashimoto negativ, bei Morbus Basedow positiv
TSI (stimulierend)negativVariante der TRAK, nur bei Morbus Basedow positiv

TPO-AK sind der wichtigste Marker. Werte unter 35 IU/ml gelten als normal. Zwischen 35 und 100 IU/ml ist der Bereich grenzwertig — oft Frühzeichen, manchmal aber auch unspezifisch. Über 100 IU/ml ist die Diagnose Hashimoto sehr wahrscheinlich. Werte über 1000 IU/ml sind keine Seltenheit und sagen wenig über den Schweregrad. Viel wichtiger ist der Trend: Sinkt dein TPO-AK unter Selen-Protokoll? Bleibt er stabil? Steigt er unter Stress?

Tg-AK ergänzen das Bild. Sie sind bei 60 bis 80 Prozent der Hashimoto-Patienten erhöht und können auch allein positiv sein, wenn TPO-AK grenzwertig sind. Bei gleichzeitig positiven TPO- und Tg-AK ist die Diagnose nahezu gesichert.

TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) gehören immer in die Erstdiagnostik, weil sie Morbus Basedow abgrenzen. Basedow verursacht Überfunktion, Hashimoto Unterfunktion — die Therapien sind komplett verschieden. Wer Hashimoto hat, sollte TRAK einmal zu Beginn bestimmen lassen. Eine wiederholte Messung ist nicht nötig.

Ein konkretes Beispiel: Deine Werte zeigen TPO-AK 480 IU/ml, Tg-AK 180 IU/ml, TRAK negativ, TSH 3,8 mIU/l, fT3 2,6 pg/ml, fT4 1,1 ng/dl. Das Muster: Hashimoto in der frühen subklinischen Phase. In Lab2go legst du alle fünf Werte in einem Verlauf an und siehst nach 6 Monaten Selen-Protokoll sofort, wie die Antikörper reagieren.

Symptome: Warum du früher hinschauen solltest

Hashimoto-Symptome sind unspezifisch — und genau deshalb wird die Diagnose oft jahrelang verpasst. Die häufigsten Beschwerden:

  • Anhaltende Müdigkeit und Energieabfall am Nachmittag
  • Gewichtszunahme trotz gleicher Ernährung
  • Haarausfall, besonders an den äußeren Augenbrauen
  • Trockene Haut, brüchige Nägel
  • Kältegefühl, kalte Hände und Füße
  • Verstopfung, träge Verdauung
  • Depression, Antriebslosigkeit, Brain Fog
  • Muskelschwäche, Gelenkschmerzen
  • Menstruationsstörungen, Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Geschwollenes Gesicht, vor allem morgens

Das Tückische: Jedes Symptom für sich genommen ist harmlos oder hat viele andere Ursachen. Erst das Muster plus auffällige Antikörper ergibt die Diagnose. Wenn drei oder mehr dieser Symptome seit Monaten bestehen und du eine Frau zwischen 30 und 50 bist, lass TSH plus TPO-AK bestimmen. Das ist die einfachste und wichtigste erste Messung.

Ultraschall: Das Bild zur Diagnose

Die Antikörper sind die Labor-Seite. Der Ultraschall ist die bildgebende Seite. Ein erfahrener Schilddrüsenspezialist erkennt Hashimoto oft sofort an drei Zeichen:

  • Echoarme Struktur. Gesundes Schilddrüsengewebe ist homogen und mittelhell im Ultraschall. Bei Hashimoto wird es dunkler und unruhiger — das Immunsystem hat das Gewebe umgebaut.
  • Mikrokalzifikationen. Winzige helle Punkte im Gewebe, Folge der chronischen Entzündung.
  • Volumenänderung. Frühe Hashimoto kann die Schilddrüse vergrößern (Struma), späte Hashimoto verkleinert sie bis unter 8 ml (Frau) bzw. 12 ml (Mann).

Der Ultraschall ist kein Ersatz für die Antikörper — beide ergänzen sich. In unklaren Fällen (grenzwertige TPO-AK, atypische Symptome) bringt er die Entscheidung. Kosten: 50 bis 80 Euro beim Facharzt als Selbstzahlerleistung.

Trigger: Was Hashimoto auslöst oder verstärkt

Hashimoto hat eine genetische Komponente — HLA-DR3 und HLA-DR5 erhöhen das Risiko deutlich. Aber Gene allein sind es nicht. Epigenetische Trigger entscheiden, ob und wann die Erkrankung ausbricht. Die sechs wichtigsten:

Jod-Exzess. Hohe Jod-Dosen (über 500 µg pro Tag) erhöhen die Autoimmunaktivität nachweislich. Wer Hashimoto hat, sollte Jod-Supplements über 150 µg pro Tag meiden und Algenpulver, hochdosiertes Jod-Kalium und manche Meeresalgen-Produkte weglassen.

Selenmangel. Selen ist Co-Faktor der Glutathionperoxidase, die die Schilddrüse vor oxidativem Stress schützt. Europäische Böden sind selenarm. Serum-Selen unter 80 µg/l ist ein unabhängiger Risikofaktor.

Vitamin D unter 30 ng/ml. Vitamin D moduliert das Immunsystem. Werte unter 30 ng/ml erhöhen das Hashimoto-Risiko. Ziel: 40 bis 60 ng/ml. Der Vitamin D3+K2-Guide zeigt die richtige Dosierung.

Darmgesundheit. Leaky Gut, erhöhtes Zonulin und Glutensensitivität werden mit Hashimoto in Verbindung gebracht. Die Evidenz ist nicht eindeutig, aber plausibel: Bei Barrierestörung gelangen Antigene in den Kreislauf und können Autoimmunprozesse triggern.

Infektionen. Epstein-Barr-Virus (EBV), Yersinia enterocolitica und andere Erreger werden als Trigger diskutiert. Bei positivem TPO-AK und fortbestehenden Symptomen kann eine serologische Abklärung sinnvoll sein.

Hormonelle Übergänge und chronischer Stress. Schwangerschaft, Postpartum-Phase, Perimenopause und dauerhaft hohes Cortisol verschieben das Immungleichgewicht. Postpartum-Thyreoiditis betrifft 5 bis 10 Prozent der Frauen nach der Geburt und ist oft der erste Hashimoto-Schub.

Selen: Das am besten untersuchte Supplement

Selen ist die erste Supplement-Intervention bei Hashimoto. Die Studienlage ist für ein Nahrungsergänzungsmittel ungewöhnlich solide.

Dosierung. 200 µg Selenmethionin pro Tag über 3 bis 6 Monate. Selenmethionin ist die organische Form, die besser resorbiert und länger gespeichert wird als Natriumselenit.

Erwartete Wirkung. Die Gärtner-Studie (2002) und Folgearbeiten zeigen: TPO-AK sinken bei etwa 50 Prozent der Patienten um 30 bis 40 Prozent. Der Effekt tritt nach 3 bis 6 Monaten ein. Bei der anderen Hälfte bleibt der Wert stabil — besser als ein Anstieg.

Myo-Inositol-Kombi. Nordio und Pajalich (2017) haben gezeigt, dass 600 mg Myo-Inositol plus 83 µg Selenomethionin pro Tag TSH und TPO-AK stärker senken als Selen allein. Kombinationsprodukte mit genau dieser Dosierung gibt es im Handel.

Obergrenze. Über 400 µg pro Tag kann Selen toxisch werden (Selenose mit Haarausfall, brüchigen Nägeln, Knoblauchgeruch). Bleib unter 200 µg pro Tag langfristig und teste den Serum-Selen-Wert einmal jährlich. Ziel: 100 bis 150 µg/l.

Mehr zur Kombination mit Zink und zur richtigen Form findest du im Zink- und Selen-Guide.

Vitamin D, Zink und weitere Supplements

Selen ist nicht das einzige Werkzeug. Drei weitere Bausteine gehören ins Basis-Protokoll:

Vitamin D (2.000 bis 5.000 IE D3 plus K2). Hashimoto-Patienten haben überdurchschnittlich häufig Vitamin-D-Mangel. Ziel: 25-OH-Vitamin-D zwischen 40 und 60 ng/ml. Die Dosis richtet sich nach dem Ausgangswert. Bei 20 ng/ml brauchst du 5.000 IE pro Tag für 8 bis 12 Wochen, dann Kontrollmessung. K2 (100 bis 200 µg MK-7) ergänzt D3 sinnvoll.

Zink (15 bis 30 mg Bisglycinat oder Picolinat). Zink ist Co-Faktor der Dejodasen — der Enzyme, die T4 in das aktive T3 umwandeln. Zinkmangel verschlechtert die Konversion messbar. Referenzbereich Serumzink: 70 bis 120 µg/dl, Ziel im oberen Drittel.

Myo-Inositol (600 mg). Zusammen mit Selen. Verbessert die Insulin-Signalwege und zeigt in Studien einen additiven Effekt auf TSH und Antikörper.

LDN (Low-Dose Naltrexon, 1,5 bis 4,5 mg). Off-Label-Medikament, nur auf ärztliches Rezept. LDN moduliert das Immunsystem und wird zunehmend bei Hashimoto eingesetzt. Die Studienlage ist begrenzt, aber viele Patienten berichten Verbesserung von Symptomen und Antikörperwerten. Frag deinen Endokrinologen oder einen integrativen Mediziner.

Glutenfrei: individuell prüfen. Die Studienlage ist widersprüchlich. Teste zunächst auf Zöliakie (Gewebstransglutaminase-IgA). Ist die positiv, ist Glutenverzicht Pflicht. Ist sie negativ, mach einen 8-Wochen-Test: streng glutenfrei, TPO-AK und Symptome vor und nach dem Test messen. Entscheide nach Daten, nicht nach Hype.

L-Thyroxin: Wann und wie

Bei manifester Hypothyreose ist L-Thyroxin (Levothyroxin) die Standardtherapie. Die Faustregeln:

  • Startdosis: 25 bis 50 µg morgens nüchtern, 30 Minuten vor dem Frühstück.
  • Zieldosis: meist 1,6 µg pro kg Körpergewicht bei kompletter Substitution. Eine 70-kg-Person liegt bei rund 112 µg.
  • Einnahme: Immer zur gleichen Zeit. Abstand zu Calcium, Eisen und Kaffee mindestens 4 Stunden.
  • Kontrolle: TSH, fT3 und fT4 6 bis 8 Wochen nach jeder Dosisänderung. Dann halbjährlich.

Nur T4 oder T4 plus T3? Die Standardtherapie ist L-Thyroxin als reines T4. Manche Patienten fühlen sich darunter nie gut — oft wegen eines Konversionsproblems. Dann kann eine Kombinationstherapie mit T3 (Liothyronin) oder ein natürliches Schilddrüsenextrakt (NDT) sinnvoll sein. Das entscheidet immer der Endokrinologe. Selbstständige Umstellung ist gefährlich.

Ein typischer Verlauf: TSH bei Diagnose 12 mIU/l, Start mit 50 µg L-Thyroxin. Nach 8 Wochen TSH 5,5 mIU/l, Dosis auf 75 µg. Nach weiteren 8 Wochen TSH 2,1 mIU/l, fT3 3,2 pg/ml, Symptome deutlich gebessert. Dosis stabil.

Schwangerschaft und Hashimoto

In der Schwangerschaft gelten strengere Zielwerte. TSH sollte unter 2,5 mIU/l im ersten Trimester und unter 3,0 mIU/l in Trimester 2 und 3 liegen. Der Bedarf an L-Thyroxin steigt ab der 4. bis 6. Schwangerschaftswoche um 25 bis 50 Prozent. Unbehandelte Hypothyreose erhöht das Risiko für Fehlgeburten, Schwangerschaftskomplikationen und kognitive Entwicklungsstörungen beim Kind.

Wenn du Hashimoto hast und schwanger werden willst, lass TSH schon vor der Empfängnis auf unter 2,5 mIU/l einstellen. In der Schwangerschaft messen Gynäkologen und Endokrinologen TSH alle 4 bis 6 Wochen.

Tracking: So hältst du den Verlauf sinnvoll fest

Hashimoto ist eine Langzeit-Geschichte. Einzelne Werte sagen wenig — der Trend über Jahre zeigt, ob dein Protokoll wirkt.

Alle 3 Monate bei Therapiestart: TSH, fT3, fT4. Sobald stabil, auf alle 6 Monate strecken.

Jährlich: TPO-AK, Tg-AK, Serum-Selen, 25-OH-Vitamin-D, Zink, Ferritin. Ferritin ist wichtig, weil Eisenmangel die Schilddrüsenfunktion parallel verschlechtert.

Alle 2 Jahre: Ultraschall der Schilddrüse. Bei Volumenänderung oder Knoten häufiger.

Dokumentiere bei jeder Messung den Kontext: aktuelle L-Thyroxin-Dosis, Supplement-Stack, Schwangerschaft, neue Symptome, größere Stressphasen. In Lab2go siehst du alle Marker in einem Verlauf und erkennst Trends, die dir in Einzelwerten entgehen würden. Mehr zur Methodik im Blutwerte-Grundlagen-Guide.

Hashimoto im Zusammenspiel mit anderen Markern

Hashimoto steht selten allein. Drei Verbindungen sind besonders relevant:

Hashimoto und Entzündung. Chronische Autoimmunaktivität kann CRP leicht erhöhen. Wenn dein hs-CRP über 2 mg/l liegt, prüfe Trigger wie Darmgesundheit, Mikronährstoffmangel und Stress. Mehr im Entzündungswerte-Guide.

Hashimoto und Eisen. Ferritin unter 70 ng/ml verschlechtert die T4-zu-T3-Konversion. Vor einer L-Thyroxin-Erhöhung immer Ferritin prüfen. Oft ist Eisen das fehlende Puzzleteil.

Hashimoto und Cortisol. Chronisch hohes Cortisol unterdrückt TSH und die Konversion. Wer unter dauerhaftem Stress steht, sieht oft rT3 steigen und fT3 sinken, obwohl TSH im Normbereich wirkt.

Fazit: Drei Schritte für den Einstieg

Hashimoto ist chronisch, aber gut beherrschbar. Mit der richtigen Kombination aus Diagnostik, Supplements, Therapie und Tracking hast du die Erkrankung stabil im Griff.

  1. Diagnose absichern. TSH, fT3, fT4, TPO-AK, Tg-AK, TRAK und Schilddrüsen-Ultraschall. Kosten: 130 bis 200 Euro kombiniert.
  2. Basis-Protokoll starten. 200 µg Selenmethionin, Vitamin D auf 40 bis 60 ng/ml, Zink 15 bis 30 mg, Stressmanagement. Bei manifester Unterfunktion L-Thyroxin in ärztlicher Begleitung.
  3. Trend tracken. Alle 3 bis 6 Monate Schilddrüsen-Panel, jährlich Antikörper und Mikronährstoffe. Kontext dokumentieren.

Starte heute mit der Erfassung in Lab2go und vergleiche die Pläne und Preise. Für die Einordnung deiner gesamten Baseline lies den Blutwerte-verstehen-Guide.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Hashimoto gehört in fachärztliche Betreuung. L-Thyroxin darfst du nie selbst dosieren. Setze eine verordnete Therapie nie eigenmächtig ab — auch nicht, wenn du dich gut fühlst. Selbsttracking ergänzt die Medizin, es ersetzt sie nicht.

FAQ zum Artikel

Ab welchem Wert gelten TPO-Antikörper als auffällig?
TPO-Antikörper unter 35 IU/ml gelten als normal. Werte zwischen 35 und 100 IU/ml sind grenzwertig erhöht, über 100 IU/ml deutlich positiv, über 1000 IU/ml sehr hoch. Rund 90 Prozent der Hashimoto-Patienten haben TPO-AK über 100 IU/ml. Die absolute Höhe korreliert aber nur lose mit dem Schweregrad. Wichtiger als der einzelne Wert ist der Trend über mehrere Messungen.
Was ist der Unterschied zwischen Hashimoto und Morbus Basedow?
Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, die die Schilddrüse zerstört und langfristig zu Unterfunktion führt. Leitantikörper sind TPO-AK und Tg-AK. Morbus Basedow stimuliert die Schilddrüse und führt zu Überfunktion. Leitantikörper sind TRAK (TSH-Rezeptor-AK). TRAK bei Hashimoto sind normalerweise negativ. Die Differenzialdiagnose ist wichtig, weil die Therapie komplett unterschiedlich ist.
Senkt Selen die Hashimoto-Antikörper wirklich?
Ja. Die Gärtner-Studie (2002) und mehrere Folgearbeiten zeigen: 200 µg Selenmethionin pro Tag senken TPO-AK bei Hashimoto-Patienten um 30 bis 40 Prozent innerhalb von 3 bis 6 Monaten. Etwa die Hälfte der Patienten profitiert deutlich. Selenmethionin wirkt besser als Natriumselenit. Kombiniere mit Vitamin D über 40 ng/ml und ausgeglichenem Jodstatus.
Muss ich bei Hashimoto glutenfrei essen?
Die Evidenz ist widersprüchlich. Kontrollierte Studien zeigen keinen klaren Effekt von Glutenverzicht auf TPO-AK bei Hashimoto ohne Zöliakie. Einzelne Studien berichten Senkungen um 10 bis 20 Prozent. Viele Patienten berichten subjektiv Besserung von Müdigkeit und Brain Fog. Wenn du Hashimoto hast, teste zunächst auf Zöliakie (Transglutaminase-IgA). Ist die negativ, entscheide individuell mit einem 8-Wochen-Test.
Wie oft soll ich TPO-AK messen?
Bei Erstdiagnose einmal zur Bestätigung. Danach reicht einmal pro Jahr, weil die Antikörper nur langsam schwanken. Wenn du ein Selen- oder Myo-Inositol-Protokoll startest, miss vor Beginn und nach 6 Monaten, um den Effekt zu sehen. TSH, fT3 und fT4 kontrollierst du häufiger: alle 3 Monate bei Therapiestart mit L-Thyroxin, dann halbjährlich.
Welcher TSH-Wert ist bei Hashimoto optimal?
Der Laborreferenzbereich reicht bis 4,0 mIU/l. Für Hashimoto-Patienten gilt enger: 1,0 bis 2,0 mIU/l. In der Schwangerschaft unter 2,5 mIU/l im ersten Trimester. Viele Endokrinologen titrieren L-Thyroxin so, dass TSH zwischen 1,0 und 1,5 mIU/l liegt und die Symptome verschwinden. Wichtig ist immer das Gesamtbild aus TSH plus fT3 plus fT4, nicht nur der TSH-Wert allein.
Hashimoto ohne Unterfunktion: Muss ich behandeln?
In der euthyreoten Phase hast du positive Antikörper, aber normale Schilddrüsenwerte. L-Thyroxin ist dann nicht indiziert. Sinnvoll sind aber Selen 200 µg pro Tag, Vitamin D auf 40 bis 60 ng/ml, Zink 15 bis 30 mg und Stressmanagement. Ziel: das Fortschreiten bremsen. Rund 5 Prozent der euthyreoten Hashimoto-Patienten entwickeln pro Jahr eine manifeste Hypothyreose.
Was bedeutet Reverse T3 und wann ist es relevant?
Reverse T3 (rT3) ist eine inaktive Form von T3, die bei chronischem Stress, Fasten oder schweren Erkrankungen vermehrt entsteht. Normalwert 10 bis 24 ng/dl. Hashimoto-Patienten mit anhaltender Müdigkeit trotz normaler TSH-Werte haben oft erhöhtes rT3. Das Verhältnis fT3 zu rT3 über 20 gilt als optimal. Unter 10 deutet auf ein Konversionsproblem hin — oft durch Cortisol, Selenmangel oder Eisenmangel.
Kann sich Hashimoto zurückbilden?
Eine komplette Heilung ist selten, aber die Antikörper können deutlich sinken. Mit konsequentem Protokoll (Selen, Vitamin D, Zink, Stressreduktion, ggf. glutenfrei) berichten viele Patienten eine Senkung der TPO-AK um 50 bis 80 Prozent über 1 bis 2 Jahre. Manche werden Antikörper-negativ, behalten aber oft eine leichte Restaktivität. Die bereits zerstörten Schilddrüsenzellen regenerieren nicht — deshalb bleibt L-Thyroxin bei manifester Unterfunktion meist lebenslang nötig.
Was kostet ein Hashimoto-Panel?
TSH, fT3, fT4 plus TPO-AK und Tg-AK kosten als Selbstzahlerleistung 80 bis 130 Euro. Mit TRAK zur Differenzialdiagnose 110 bis 160 Euro. Online-Labore verlangen 90 bis 180 Euro. Bei klinischem Verdacht übernimmt die gesetzliche Krankenkasse TSH und TPO-AK, die erweiterten Marker oft nur bei klarer Indikation. Ultraschall der Schilddrüse kostet beim Facharzt 50 bis 80 Euro selbst.

Diskussion

Community-Kommentare kommen bald. Bis dahin freuen wir uns über Feedback und Fragen via E-Mail.

E-Mail anzeigen