Renin
Enzym und Hormon der Nieren, das über Aldosteron den Blutdruck mitsteuert
Auch bekannt als
Definition
Renin ist ein Enzym, das die Nieren freisetzen, wenn Blutdruck oder Natrium sinken oder Kalium steigt. Es wirkt zugleich wie ein Hormon: Es steuert die Bildung von Aldosteron in den Nebennieren, das über Natrium und Kalium den Blutdruck stabil hält. Steigt Renin, steigt meist auch Aldosteron. Beide Werte sind morgens am höchsten und schwanken über den Tag. Deshalb wird Renin fast immer zusammen mit Aldosteron bestimmt, oft als Aldosteron-Renin-Quotient.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | ng/ml/h (Plasmareninaktivität) |
| Referenzbereich | MedlinePlus nennt für die Plasmareninaktivität bei normaler Salzzufuhr 0,2–1,6 ng/ml/h im Liegen und 0,5–4,0 ng/ml/h im Stehen. Labore verwenden unterschiedliche Methoden und Bereiche; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt, meist zusammen mit Aldosteron. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 ng/ml/h entspricht 1 µg/l/h (gleicher Zahlenwert). Bestimmt dein Labor statt der Aktivität die Reninkonzentration, gelten andere Einheiten und Bereiche, die sich nicht direkt vergleichen lassen.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Niedrige Reninwerte können mit einem primären Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) zusammenhängen, bei dem die Nebennieren zu viel Aldosteron bilden. Weitere mögliche Zusammenhänge sind Nierenerkrankungen, etwa infolge von Diabetes, salzempfindlicher Bluthochdruck, sehr salzreiche Ernährung sowie Medikamente wie salzretinierende Steroide (Mineralokortikoide) oder antidiuretisches Hormon. Niedriges Renin zusammen mit niedrigem Aldosteron kann auf ein Cushing-Syndrom hinweisen. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Erhöhte Werte können mit Morbus Addison (Nebenniereninsuffizienz), Leberzirrhose, Flüssigkeitsmangel, Blutungen oder Herzschwäche zusammenhängen. Auch Bluthochdruck durch verengte Nierenarterien, ein nephrotisches Syndrom, seltene reninbildende Nierentumoren, eine sehr salzarme Ernährung oder ein plötzlicher, sehr hoher Blutdruck können Renin erhöhen. Sind Renin und Aldosteron beide hoch, spricht man von sekundärem Hyperaldosteronismus. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Renin wird meist bei Bluthochdruck bestimmt, besonders wenn er auf übliche Medikamente schlecht anspricht, oder bei Anzeichen von niedrigem Kalium. Antibabypille, Blutdruckmittel, gefäßerweiternde Mittel, Entwässerungsmittel, Schwangerschaft, Tageszeit, Körperlage, Stress und Salzzufuhr beeinflussen den Wert. Natürliches Lakritz solltest du laut MedlinePlus mindestens zwei Wochen vorher meiden. Setze Medikamente nur nach Rücksprache ab.
Häufige Fragen
Warum wird Renin zusammen mit Aldosteron gemessen? +
Renin steuert die Aldosteronbildung, beide Werte bewegen sich normalerweise in dieselbe Richtung. Erst die Kombination zeigt, ob die Nebennieren von sich aus zu viel Aldosteron bilden oder auf ein Signal der Nieren reagieren. Deshalb wird häufig der Aldosteron-Renin-Quotient bestimmt.
Was bedeuten die Kombinationen von Renin und Aldosteron? +
Nach MedlinePlus kann niedriges Renin mit hohem Aldosteron zu einem primären Hyperaldosteronismus passen, hohes Renin mit niedrigem Aldosteron zu Morbus Addison, beide hoch zu einem sekundären Hyperaldosteronismus und beide niedrig zu einem Cushing-Syndrom. Die Bewertung gehört in ärztliche Hand.
Spielt die Körperlage bei der Blutentnahme eine Rolle? +
Ja. Renin ist im Stehen höher als im Liegen und schwankt mit der Tageszeit. Deshalb kann die Praxis eine bestimmte Uhrzeit oder Körperlage für die Blutentnahme vorgeben.
Muss ich Medikamente vor dem Test absetzen? +
Nicht eigenmächtig. Manche Medikamente verändern den Reninwert, deshalb kann deine Ärztin bzw. dein Arzt eine Pause anordnen. Sag der Praxis, was du einnimmst, und setze nichts ohne Rücksprache ab.
Renin
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.