Hormon ng/ml (µg/l), teils mU/l

Prolaktin

Hormon der Hypophyse, das vor allem Brustwachstum und Milchbildung steuert

Auch bekannt als

PRL

Definition

Prolaktin wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Seine Hauptaufgabe ist es, in der Schwangerschaft das Wachstum des Brustgewebes und nach der Geburt die Milchbildung anzuregen; bei Schwangeren und Stillenden ist der Wert deshalb normalerweise hoch. Bei Männern und nicht schwangeren Frauen ist er niedrig. Zu viel Prolaktin kann bei Frauen den Zyklus und die Fruchtbarkeit, bei Männern Libido und Erektion beeinflussen.

Parameter Wert
Einheit ng/ml (µg/l), teils mU/l
Referenzbereich Männer: unter 20 ng/ml; nicht schwangere Frauen: unter 25 ng/ml; Schwangere: unter 500 ng/ml. Labore weichen ab; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 ng/ml entspricht 1 µg/l. Manche Labore geben Prolaktin in mU/l (µIU/ml) an; dann gilt ausschließlich der Referenzbereich auf deinem Befund.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Ein zu niedriger Prolaktin-Wert ist laut MedlinePlus selten und kann mit einer Störung der Hypophyse zusammenhängen. Das meist einzige Anzeichen ist, dass nach einer Geburt nicht genug Milch zum Stillen gebildet wird. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Ein erhöhter Prolaktin-Wert (Hyperprolaktinämie) kann mit einem meist gutartigen, Prolaktin bildenden Tumor der Hypophyse (Prolaktinom) zusammenhängen, laut MedlinePlus der häufigsten Ursache. Weitere mögliche Zusammenhänge sind andere Erkrankungen der Hypophyse oder des Hypothalamus, eine Schilddrüsenunterfunktion, Nieren- oder Lebererkrankungen, ein PCOS, Verletzungen oder Reizungen der Brustwand und bestimmte Medikamente, etwa einige Antidepressiva, Östrogene, Opioide oder Metoclopramid. Auch Stress, eiweißreiche Mahlzeiten, Sport, Brustreizung oder Sex können den Wert vorübergehend leicht anheben; oft wird deshalb erneut gemessen. Die Abklärung gehört in ärztliche Hand, häufig endokrinologisch.

Wann testen?

Der Test wird meist bei unregelmäßiger oder ausbleibender Regelblutung, unerfülltem Kinderwunsch, Milchfluss außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit, verminderter Libido oder Erektionsstörungen veranlasst, außerdem zur Verlaufskontrolle eines bekannten Prolaktinoms. Prolaktin schwankt über den Tag; die Blutentnahme wird deshalb meist drei bis vier Stunden nach dem Aufwachen geplant, je nach Vorgabe nüchtern. Nenne vorab alle Medikamente und Vitamine, die du nimmst, und setze nichts ohne Rücksprache ab.

Häufige Fragen

Warum können Sport oder Sex kurz vor dem Test das Ergebnis verändern? +

Laut MedlinePlus können körperliche Belastung, Sex, Brustreizung, Stress und eiweißreiche Mahlzeiten Prolaktin vorübergehend leicht erhöhen. Ein leicht erhöhter Wert wird deshalb oft unter standardisierten Bedingungen wiederholt, etwa am frühen Morgen nach acht Stunden Nüchternheit.

Können Medikamente den Prolaktin-Wert verändern? +

Ja. Unter anderem einige Antidepressiva, Risperidon, Östrogene, H2-Blocker, Metoclopramid, Opioide und Verapamil können den Wert erhöhen, laut MedlinePlus auch Cannabisprodukte. Sag deiner Ärztin bzw. deinem Arzt, was du einnimmst, und setze nichts eigenmächtig ab.

Was ist ein Prolaktinom? +

Ein Prolaktinom ist ein gutartiger Tumor der Hypophyse, der Prolaktin bildet. Wird er groß, kann er auf benachbarte Strukturen drücken und zum Beispiel Kopfschmerzen oder Sehstörungen verursachen. Ob ein Prolaktinom vorliegt, klären weitere Untersuchungen wie eine MRT, nicht der Bluttest allein.

Spielt Prolaktin auch bei Männern eine Rolle? +

Ja. Ein zu hoher Wert kann bei Männern die Funktion der Hoden beeinflussen und mit verminderter Libido, Erektionsstörungen, vergrößerter Brust oder weniger Körperbehaarung zusammenhängen.

Prolaktin

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.