FSH (follikelstimulierendes Hormon)
Hormon der Hirnanhangsdrüse, das Eizellreifung und Spermienbildung steuert
Auch bekannt als
Definition
FSH (Follitropin) wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Bei Frauen regt es die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken an und steuert den Zyklus mit, bei Männern die Spermienbildung in den Hoden. Die Ausschüttung regeln der Hypothalamus und die Rückmeldung der Sexualhormone. FSH wird meist zusammen mit LH sowie Östradiol, Progesteron oder Testosteron bestimmt, etwa bei Fragen zu Zyklus, Fruchtbarkeit, Wechseljahren oder Pubertät.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | IU/l (entspricht mIU/ml) |
| Referenzbereich | Männer: 1,5–12,4 IU/l | Frauen mit Zyklus: 4,7–21,5 IU/l (schwankt mit der Zyklusphase) | Frauen nach der Menopause: 25,8–134,8 IU/l. Labore weichen ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Abweichungen besprichst du mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 IU/l entspricht 1 mIU/ml; die Zahlenwerte sind in beiden Einheiten gleich.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Niedrige FSH-Werte können bei Frauen und Männern mit einer Störung der Hirnanhangsdrüse oder des Hypothalamus zusammenhängen. Bei Frauen kommen außerdem starkes Untergewicht, ein rascher Gewichtsverlust, sehr intensives Training, ein ausbleibender Eisprung oder eine Schwangerschaft in Frage. Ohne LH und Sexualhormone ist ein einzelner FSH-Wert kaum einzuordnen. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein hohes FSH zeigt oft, dass Eierstöcke oder Hoden wenig Sexualhormone bilden und die Hirnanhangsdrüse gegensteuert. Bei Frauen ist das in Perimenopause und Menopause normal; es kann aber auch mit einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz, dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) oder dem Turner-Syndrom zusammenhängen. Bei Männern kommen eine Schädigung der Hoden, etwa durch Verletzung, Mumps, Alkohol, Chemo- oder Strahlentherapie, oder das Klinefelter-Syndrom in Frage. Auch eine Hormonbehandlung kann FSH erhöhen. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Wann testen?
Bei Frauen mit Zyklus wird FSH oft an einem bestimmten Zyklustag bestimmt, weil der Wert im Monatsverlauf schwankt; den Tag legt die Praxis fest. Typische Anlässe sind ein unerfüllter Kinderwunsch nach 12 Monaten, unregelmäßige oder ausbleibende Perioden, Fragen zu einer frühen Menopause und bei Männern eine niedrige Spermienzahl. Ab 45 Jahren ist der Test zur Einordnung der Wechseljahre meist nicht nötig.
Häufige Fragen
Wie hängen FSH und LH zusammen? +
Beide Hormone stammen aus der Hirnanhangsdrüse und steuern gemeinsam Geschlechtsentwicklung und Fortpflanzung. Deshalb werden sie meist zusammen bestimmt. Für die Einordnung des FSH zieht die Ärztin bzw. der Arzt vor allem den LH-Wert, Alter, Geschlecht und Beschwerden heran.
Zeigt FSH die Wechseljahre an? +
Ein hohes FSH ist in Perimenopause und Menopause normal, weil die Eierstöcke weniger Hormone bilden. Ab 45 Jahren ist ein FSH-Test dafür meist nicht nötig. Bei einer vorzeitigen Menopause mit 40 Jahren oder früher, einer frühen Menopause vor 45 oder unklaren Beschwerden kann er zusammen mit anderen Hormonwerten sinnvoll sein. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Was leisten FSH-Urintests für zu Hause? +
Sie erkennen nur erhöhte FSH-Werte und können Hinweise geben, ob Beschwerden wie unregelmäßige Perioden oder Hitzewallungen mit den Wechseljahren zusammenhängen. Ob eine Schwangerschaft möglich ist, lässt sich damit nicht beurteilen. Besprich Ergebnis und Beschwerden mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Welche Rolle spielt FSH bei Männern? +
FSH regt die Spermienbildung in den Hoden an und beeinflusst die Qualität der Spermien. Bestimmt wird es etwa bei unerfülltem Kinderwunsch, einer niedrigen Spermienzahl oder dem Verdacht auf eine Störung der Hoden oder der Hirnanhangsdrüse.
FSH (follikelstimulierendes Hormon)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.