Parathormon (PTH)
Hormon der Nebenschilddrüsen, das den Calciumspiegel im Blut steuert
Auch bekannt als
Definition
Parathormon (PTH) wird von den vier kleinen Nebenschilddrüsen am Hals gebildet. Sinkt der Calciumspiegel im Blut, schütten sie PTH aus: Es veranlasst die Knochen, Calcium freizusetzen, unterstützt die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung im Darm und lässt die Nieren weniger Calcium über den Urin ausscheiden. Außerdem beeinflusst PTH Phosphat und Vitamin D. Weil PTH sich nach dem Calcium richtet, wird der Wert meist zusammen mit Calcium ausgewertet.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | pg/ml (ng/l) |
| Referenzbereich | Erwachsene: typischerweise 10–65 pg/ml (entspricht 10–65 ng/l). Labore können abweichen und nutzen teils andere Messverfahren; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich deine Werte mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 pg/ml entspricht genau 1 ng/l. Manche Labore geben PTH in pmol/l an: 1 pg/ml entspricht etwa 0,106 pmol/l (Molmasse des intakten PTH rund 9,4 kDa), 10–65 pg/ml also etwa 1,1–6,9 pmol/l.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ist PTH niedrig und Calcium ebenfalls niedrig, kann das bedeuten, dass die Nebenschilddrüsen zu wenig Hormon bilden (Hypoparathyreoidismus). Mögliche Zusammenhänge sind Schäden durch eine Operation am Hals oder eine Bestrahlung, bestimmte Autoimmunerkrankungen, seltene genetische Ursachen wie das DiGeorge-Syndrom, schwere Erkrankungen und ein niedriger Magnesiumspiegel. Außerdem nennt MedlinePlus eine langfristig sehr hohe Zufuhr von Calcium oder Vitamin D über Präparate oder calciumhaltige Säurebinder, Krebserkrankungen, die in die Knochen gestreut haben und dort Calcium freisetzen, sowie Sarkoidose oder Tuberkulose, meist wenn diese den Calciumspiegel erhöhen. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein erhöhter PTH-Wert heißt Hyperparathyreoidismus; welche Form vorliegen kann, hängt vor allem vom Calciumwert ab. Ist Calcium ebenfalls erhöht, spricht man von primärem Hyperparathyreoidismus; häufigste Ursache ist ein gutartiger Knoten in einer Nebenschilddrüse (Adenom), seltener eine Vergrößerung der Drüsen, erbliche Erkrankungen oder sehr selten Krebs. Ist Calcium dagegen niedrig, spricht man von sekundärem Hyperparathyreoidismus: Die Drüsen bilden mehr PTH, um Calcium anzuheben. Mögliche Zusammenhänge sind ein Mangel an Vitamin D, Phosphat oder Magnesium, zu wenig Calcium in der Ernährung, Aufnahmestörungen im Darm und Nierenerkrankungen. Selten kommen Schwangerschaft oder Stillzeit infrage, außerdem eine fehlende Wirkung von PTH im Körper (Pseudohypoparathyreoidismus). Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Wann testen?
Der Test wird meist veranlasst, wenn ein Calciumwert auffällig war, bei Beschwerden, die zu einem zu hohen oder zu niedrigen Calcium passen können, zur Abklärung eines niedrigen Phosphatwerts, bei ausgeprägter, ungeklärter Osteoporose, bei chronischer Nierenerkrankung und zur Verlaufskontrolle bekannter Nebenschilddrüsenerkrankungen. Meist ist keine besondere Vorbereitung nötig; manche Praxen bitten um Nüchternheit oder eine bestimmte Uhrzeit.
Häufige Fragen
Warum wird PTH fast immer zusammen mit Calcium gemessen? +
Weil sich PTH nach dem Calciumspiegel richtet: Sinkt Calcium, schütten die Nebenschilddrüsen mehr PTH aus; ist Calcium wieder im normalen Bereich, sinkt PTH. Erst der Vergleich beider Werte zeigt, ob die Drüsen passend reagieren. Laut MedlinePlus kann auch ein PTH-Wert im Referenzbereich unpassend sein, wenn Calcium gleichzeitig erhöht ist.
Was ist der Unterschied zwischen primärem und sekundärem Hyperparathyreoidismus? +
Bei beiden ist PTH erhöht. Beim primären ist auch Calcium erhöht, und die Ursache liegt meist in den Nebenschilddrüsen selbst. Beim sekundären ist Calcium niedrig: Die Drüsen arbeiten richtig und bilden mehr PTH, weil eine Ursache außerhalb, etwa ein Vitamin-D-Mangel oder eine Nierenerkrankung, den Calciumspiegel niedrig hält. Welche Form vorliegt, klärt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Warum sollte PTH möglichst im selben Labor gemessen werden? +
Labore nutzen teils unterschiedliche Messverfahren und Probenarten, deshalb unterscheiden sich die Referenzbereiche leicht. MedlinePlus empfiehlt, für wiederholte Messungen möglichst dasselbe Labor zu nutzen, damit sich die Ergebnisse über die Zeit zuverlässig vergleichen lassen.
Was hat Vitamin D mit PTH zu tun? +
PTH beeinflusst neben Calcium und Phosphat auch den Vitamin-D-Spiegel. Umgekehrt kann ein Vitamin-D-Mangel mit einem niedrigen Calcium und einem erhöhten PTH zusammenhängen. Deshalb werden Calcium, Phosphat und Vitamin D oft gemeinsam mit PTH bestimmt. Besprich die Kombination deiner Werte mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Parathormon (PTH)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.