LDH (Laktatdehydrogenase)
Enzym aus fast allen Körpergeweben, das bei Gewebeschäden vermehrt ins Blut gelangt
Auch bekannt als
Definition
Die Laktatdehydrogenase (LDH) ist ein Enzym, das den Zellen bei der Energiegewinnung hilft. Sie kommt in fast allen Geweben vor, besonders reichlich in Muskeln, Leber, Nieren und roten Blutkörperchen. Werden solche Gewebe geschädigt, gelangt LDH vermehrt ins Blut. Der Wert gilt daher als allgemeiner Hinweis auf Gewebeschäden, zeigt allein aber nicht, wo sie liegen oder wodurch sie entstehen. Deshalb wird LDH meist zusammen mit anderen Werten bestimmt.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | U/l (Units pro Liter, auch IU/l) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene: 125–220 U/l (Normalbereich laut MedlinePlus). Labore weichen ab und arbeiten teils mit anderen Messverfahren; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
Umrechnung in die SI-Einheit Katal (eigene Berechnung): 1 U/l entspricht 1/60 µkat/l, also etwa 0,0167 µkat/l. 125–220 U/l sind damit etwa 2,08–3,67 µkat/l.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein niedriger LDH-Wert ist selten und gilt meist nicht als gesundheitliches Problem. Er kann mit der Einnahme großer Mengen Vitamin C oder Vitamin E zusammenhängen. Selten kann eine angeborene Störung dahinterstehen, der Laktatdehydrogenase-Mangel. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein erhöhter LDH-Wert kann mit einem Gewebeschaden durch eine Erkrankung, Infektion oder Verletzung zusammenhängen. Infrage kommen unter anderem Erkrankungen des Blutes (etwa eine hämolytische Anämie, bei der rote Blutkörperchen vorzeitig zerfallen), der Leber, Lunge, Nieren, des Herzens, der Bauchspeicheldrüse oder der Muskeln. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht immer eine behandlungsbedürftige Erkrankung: Auch intensive körperliche Belastung, bestimmte Medikamente wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder rote Blutkörperchen, die bei Abnahme oder Verarbeitung der Probe geplatzt sind, können den Wert erhöhen. Welches Gewebe betroffen sein kann, lässt sich mit einem LDH-Isoenzym-Test eingrenzen. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
LDH wird bestimmt, wenn Beschwerden oder andere Befunde auf einen Gewebeschaden hindeuten, und zur Verlaufskontrolle bei Erkrankungen, die den Wert beeinflussen, etwa bei Blutarmut, Leber- oder Muskelerkrankungen oder bestimmten Krebserkrankungen. Für die Blutabnahme ist keine besondere Vorbereitung nötig.
Häufige Fragen
Zeigt ein erhöhter LDH-Wert, welches Organ betroffen ist? +
Nein. LDH kommt in fast allen Geweben vor, ein erhöhter Wert allein zeigt weder, wo ein Gewebeschaden liegt, noch was ihn verursacht. Deshalb wird LDH meist mit anderen Werten kombiniert. Ein LDH-Isoenzym-Test misst fünf verschiedene Formen des Enzyms und kann helfen, die Herkunft einzugrenzen.
Kann intensives Training den LDH-Wert beeinflussen? +
Ja. Intensive körperliche Belastung kann den LDH-Wert erhöhen, ohne dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Sag deiner Ärztin bzw. deinem Arzt bei der Besprechung des Befunds, wenn du vor der Blutabnahme intensiv trainiert hast.
Was bedeutet es, wenn die Probe hämolytisch ist? +
Hämolyse heißt, dass rote Blutkörperchen in der Probe geplatzt sind, etwa bei der Abnahme oder Verarbeitung. Dabei gelangt ihr LDH in die Probe, und der gemessene Wert kann erhöht ausfallen, ohne dass das auf einen Gewebeschaden im Körper zurückgehen muss.
Muss ich für den LDH-Test nüchtern sein? +
Nein, für die Blutuntersuchung ist keine besondere Vorbereitung nötig. Die Blutabnahme aus einer Vene am Arm dauert meist weniger als fünf Minuten. In bestimmten Fällen wird LDH auch in anderen Körperflüssigkeiten gemessen, etwa im Nervenwasser; dann erklärt dir deine Ärztin bzw. dein Arzt das Vorgehen.
LDH (Laktatdehydrogenase)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.