Alkalische Phosphatase (AP)
Enzym aus Leber, Gallenwegen und Knochen, Teil von Leber- und Knochenprofil
Auch bekannt als
Definition
Die alkalische Phosphatase (AP, englisch ALP) ist ein Enzym, das in allen Geweben vorkommt, in größerer Menge aber in Leber, Gallenwegen und Knochen. Jedes dieser Gewebe bildet eine eigene Form (Isoenzym). Der Standardtest zeigt die Gesamtmenge im Blut, aber nicht, aus welchem Gewebe sie stammt. Deshalb wird die AP meist zusammen mit weiteren Leberwerten oder Knochenparametern bewertet.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | U/l (µkat/l) |
| Referenzbereich | Erwachsene: 40–129 U/l (0,67–2,15 µkat/l). Der Bereich hängt von Alter, Geschlecht und Messmethode ab; Kinder und Jugendliche im Wachstum sowie Schwangere haben höhere Werte. Labore weichen ab; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
Umrechnung: 1 U/l ≈ 0,0167 µkat/l; 1 µkat/l = 60 U/l.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Niedrige Werte sind seltener. Sie können mit Zinkmangel, Eiweißmangel oder Mangelernährung, perniziöser Anämie, Schilddrüsenerkrankungen, Morbus Wilson oder der seltenen erblichen Hypophosphatasie zusammenhängen. Auch die Antibabypille und bestimmte Medikamente können die AP senken. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Erhöhte Werte können aus der Leber oder aus den Knochen stammen. Sind auch andere Leberwerte erhöht, kommt eher die Leber infrage, etwa bei Gallenstau, Hepatitis oder Zirrhose. Sind die Leberwerte unauffällig, können Knochenerkrankungen wie Morbus Paget oder Osteomalazie, eine heilende Fraktur oder eine Nebenschilddrüsenüberfunktion dahinterstehen. Wachstum, Schwangerschaft und eine fettreiche Mahlzeit vor der Blutentnahme können den Wert ebenfalls anheben. Ein Isoenzym-Test kann klären, aus welchem Gewebe die AP stammt. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Die AP ist häufig Teil eines Routine-Checks, eines Leberprofils oder eines umfassenden Stoffwechselpanels. Gezielt wird sie bei Beschwerden bestimmt, die auf Leber oder Gallenwege hindeuten (etwa Gelbfärbung von Haut und Augen, dunkler Urin, heller Stuhl, Juckreiz), oder bei Knochenschmerzen und Knochenbrüchen. Weil sie oft mit anderen Werten abgenommen wird, kann eine Nüchternphase von einigen Stunden nötig sein.
Häufige Fragen
Kann die AP erhöht sein, ohne dass eine Erkrankung vorliegt? +
Ja. Bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum und in der Schwangerschaft ist die AP höher. Laut MedlinePlus ist ein erhöhter Wert auch ohne behandlungsbedürftige Erkrankung möglich; die Einordnung erfolgt immer zusammen mit Beschwerden, Vorgeschichte und weiteren Werten.
Wie lässt sich erkennen, ob die AP aus Leber oder Knochen stammt? +
Der Standardtest zeigt nur die Gesamtmenge. Einen Hinweis geben weitere Leberwerte: Sind sie ebenfalls erhöht, spricht das eher für die Leber. Genauer ist ein AP-Isoenzym-Test, der aber nicht überall verfügbar ist.
Muss ich für den AP-Test nüchtern sein? +
Das legt die Praxis fest. Da die AP meist zusammen mit anderen Blutwerten bestimmt wird, ist oft eine Nüchternphase von einigen Stunden vorgesehen. Eine fettreiche Mahlzeit kurz vor der Blutentnahme kann die AP leicht erhöhen.
Was ist eine Hypophosphatasie? +
Die Hypophosphatasie ist eine seltene erbliche Erkrankung, die Knochen und Zähne betrifft und mit niedrigen AP-Werten einhergeht. Sie ist ein Grund, warum auch ein niedriger Wert ärztlich eingeordnet werden sollte.
Alkalische Phosphatase (AP)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.