PSA (prostataspezifisches Antigen)
Eiweiß der Prostata, das im Blut gemessen und zur Früherkennung diskutiert wird
Auch bekannt als
Definition
PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweiß, das von gesunden wie von bösartigen Zellen der Prostata gebildet wird; eine geringe Menge im Blut ist normal. Der Test wird zur Früherkennung von Prostatakrebs, zur Abklärung von Prostatabeschwerden und zur Verlaufskontrolle nach einer Diagnose eingesetzt. Ein erhöhter Wert zeigt nicht, woher er kommt: Neben Krebs können auch eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Entzündung PSA erhöhen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | ng/ml (µg/l) |
| Referenzbereich | Einen einzelnen Normalwert gibt es nicht. Häufig gilt ein Gesamt-PSA über 4,0 ng/ml als auffällig; manche Ärztinnen und Ärzte nutzen für jüngere Männer eine niedrigere (etwa 2,5 ng/ml) und für ältere eine höhere Grenze (etwa 5 ng/ml). Labore und Leitlinien weichen ab; maßgeblich ist dein Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 ng/ml entspricht 1 µg/l. Medikamente gegen eine gutartige Prostatavergrößerung wie Finasterid und Dutasterid senken den PSA-Wert; dafür werden niedrigere Grenzen angesetzt.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein niedriger PSA-Wert ist der Normalfall. Er schließt Prostatakrebs aber nicht sicher aus: Laut MedlinePlus ist auch ein niedriger Wert bei bestehendem Krebs möglich. Nach einer Krebsbehandlung wird der Verlauf über mehrere Messungen beurteilt; was ein Wert dann bedeutet, ordnet deine Ärztin bzw. dein Arzt ein.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein erhöhter PSA-Wert kann mit Prostatakrebs zusammenhängen, ebenso mit einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH), einer Prostataentzündung, einer Harnwegsinfektion oder bestimmten Medikamenten. Grundsätzlich gilt: Je höher der Wert, desto wahrscheinlicher ist Krebs, ein hoher Wert ohne Krebs ist aber häufig. Laut NCI haben bei jeder Screening-Runde etwa 6 bis 7 % der Männer ein falsch positives Ergebnis, und nur bei etwa einem Viertel der Männer, die wegen eines erhöhten Werts biopsiert werden, wird Krebs gefunden. Üblich sind zunächst eine Kontrollmessung, eine Tastuntersuchung, ein Urintest oder eine MRT; nur eine Biopsie kann Krebs sicher feststellen. Besprich das Vorgehen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Ob ein PSA-Test zur Früherkennung für dich infrage kommt, ist eine persönliche Entscheidung, die du mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt triffst. Eine Rolle spielen Alter (das Risiko steigt ab 50), Prostatakrebs in der Familie, Gesundheitszustand und deine Haltung zu Nutzen und Risiken. Weitere Anlässe sind Beschwerden beim Wasserlassen, Blut in Urin oder Sperma und die Kontrolle nach einer Diagnose. Üblich ist, 24 bis 48 Stunden vor dem Test auf Samenerguss und intensiven Sport wie Radfahren zu verzichten.
Häufige Fragen
Welchen Nutzen und welche Risiken hat das PSA-Screening? +
Laut NCI kann ein Screening Prostatakrebs früher entdecken und senkt über zehn Jahre die Sterblichkeit an Prostatakrebs leicht. Dem stehen falsch positive Ergebnisse, Biopsien mit möglichen Blutungen und Infektionen sowie Überdiagnosen gegenüber: Manche entdeckten Tumoren wachsen so langsam, dass sie nie Beschwerden gemacht hätten, ihre Behandlung kann aber Inkontinenz oder Erektionsstörungen nach sich ziehen.
Ab welchem Alter wird PSA-Screening diskutiert? +
Die US-amerikanische USPSTF empfiehlt, die Entscheidung zwischen 55 und 69 Jahren individuell zu treffen, und rät ab 70 von einem PSA-Screening ab. Manche Organisationen empfehlen Männern mit erhöhtem Risiko, etwa mit Prostatakrebs bei Vater oder Bruder, regelmäßige Tests ab 40 oder 45. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land; sprich mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt darüber.
Was kann den PSA-Wert vorübergehend erhöhen? +
Laut NCI und MedlinePlus unter anderem ein Samenerguss, intensives Radfahren, eine Entzündung oder Infektion der Prostata und eine kürzlich erfolgte Biopsie. Entzündungen und Biopsien können den Wert ein bis zwei Monate lang anheben.
Was passiert nach einem erhöhten Wert? +
Ohne Beschwerden wird häufig zunächst nach sechs bis acht Wochen erneut gemessen. Bleibt der Wert erhöht oder steigt er weiter, können Tastuntersuchung, Urintest, MRT oder eine Biopsie folgen. Welche Schritte sinnvoll sind, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
PSA (prostataspezifisches Antigen)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.