Biomarker U/l (µkat/l)

Lipase

Verdauungsenzym für Fette, wichtiger Laborwert für die Bauchspeicheldrüse

Auch bekannt als

Serum-Lipase Pankreaslipase

Definition

Lipase ist ein Verdauungsenzym, das dem Körper hilft, Fette zu verdauen. Den größten Teil bildet die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), kleinere Mengen stammen aus Speicheldrüsen und Magen. Wird die Bauchspeicheldrüse geschädigt, gelangt Lipase in größeren Mengen ins Blut. Deshalb dient der Wert vor allem dazu, eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) zu erkennen und den Verlauf von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse zu verfolgen.

Parameter Wert
Einheit U/l (µkat/l)
Referenzbereich Eine kleine Menge Lipase im Blut ist normal. Einen allgemeingültigen Zahlenbereich gibt es nicht, weil Labore unterschiedliche Messmethoden und eigene Referenzbereiche verwenden; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l; 1 µkat/l = 60 U/l.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedrige Lipasewerte können mit einer dauerhaften Schädigung der lipasebildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zusammenhängen, etwa bei chronischen Erkrankungen wie Mukoviszidose (zystischer Fibrose) oder einer chronischen Pankreatitis. Ein niedriger Wert wird immer zusammen mit Beschwerden und weiteren Befunden beurteilt. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Sehr hohe Lipasewerte hängen meist mit einer akuten Pankreatitis zusammen. Erhöhte Werte können auch mit anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wie einem verschlossenen Pankreasgang oder Bauchspeicheldrüsenkrebs, chronischen Nierenerkrankungen, einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, Gallenblasenerkrankungen, Darmproblemen wie einem Darmverschluss, Diabetes, Erkrankungen der Speicheldrüsen wie Infektionen oder Tumoren oder einer Alkoholkonsumstörung zusammenhängen. Ein abweichender Wert bedeutet nicht immer eine behandlungsbedürftige Erkrankung; auch viele Medikamente können ihn beeinflussen. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Lipase wird bei Beschwerden bestimmt, die auf die Bauchspeicheldrüse hindeuten können, etwa Bauchschmerzen, die in den unteren Rücken ausstrahlen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, schneller Puls oder Gelbsucht, sowie zur Verlaufskontrolle bekannter Erkrankungen. Möglicherweise sollst du 8–12 Stunden nüchtern bleiben; dein Labor bzw. deine Praxis sagt dir, was gilt. Nenne deine Medikamente, setze aber nichts eigenmächtig ab.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lipase und Amylase? +

Beide sind Verdauungsenzyme, die bei einer Schädigung der Bauchspeicheldrüse im Blut ansteigen können. Lipase hilft bei der Verdauung von Fetten, Amylase bei der von Kohlenhydraten. Lipase wird überwiegend in der Bauchspeicheldrüse gebildet, Amylase zu einem großen Teil auch in den Speicheldrüsen.

Muss ich für den Lipasetest nüchtern sein? +

Häufig ja: Vor der Blutabnahme kann eine Nüchternphase von 8–12 Stunden vorgesehen sein. Frag im Labor bzw. in der Praxis nach, was für deinen Termin gilt.

Welche Medikamente können den Lipasewert beeinflussen? +

Genannt werden unter anderem Codein, Entwässerungsmittel (Diuretika), bestimmte Cholesterinsenker und Antibabypillen. Nenne alle Medikamente und Supplements, setze aber nichts ohne ärztliche Rücksprache ab.

Bedeutet ein erhöhter Lipasewert immer eine Pankreatitis? +

Nein. Neben Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse können zum Beispiel Erkrankungen von Nieren, Gallenblase oder Darm den Wert erhöhen. Die Einordnung erfolgt zusammen mit Beschwerden und weiteren Untersuchungen durch deine Ärztin bzw. deinen Arzt.

Lipase

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.