Pankreas-Elastase im Stuhl
Verdauungsenzym der Bauchspeicheldrüse, im Stuhl gemessen als Hinweis auf ihre Verdauungsfunktion
Auch bekannt als
Definition
Elastase ist eines der Verdauungsenzyme, die die Bauchspeicheldrüse bildet und über ihren Gang in den Dünndarm abgibt. Das Enzym wird im Stuhl gemessen. Wenig oder keine Elastase kann darauf hindeuten, dass die Bauchspeicheldrüse nicht genug Verdauungssäfte bildet oder abgibt (exokrine Pankreasinsuffizienz). Laut der deutschen S3-Leitlinie Pankreatitis ist die Messung der fäkalen Elastase das in Deutschland am weitesten verbreitete Verfahren, um diese Funktion zu prüfen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | µg/g Stuhl |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene über 200 µg/g Stuhl. Labore weichen voneinander ab; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein niedriger Wert kann darauf hindeuten, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme bildet oder abgibt (exokrine Pankreasinsuffizienz). Auffällige Ergebnisse werden oft als mittelgradig oder schwer beschrieben; sehr niedrige Werte finden sich meist bei einer ausgeprägten Insuffizienz. Mögliche Ursachen sind bei Erwachsenen vor allem eine chronische Pankreatitis, außerdem eine akute Pankreatitis, Mukoviszidose, Diabetes, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, ein Pankreaskarzinom oder Operationen am Verdauungstrakt. Zur Bestätigung und Ursachensuche sind meist weitere Untersuchungen nötig; besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein Wert über 200 µg/g gilt als normal. Laut S3-Leitlinie schließt ein Wert über 500 µg/g eine exokrine Pankreasinsuffizienz aus. Ein Wert im Normalbereich unterhalb davon schließt eine leichte bis mittelgradige Insuffizienz dagegen nicht sicher aus, weil der Test schwere Formen besser erkennt als leichte. Bestehen trotz normalem Ergebnis Beschwerden, können weitere Untersuchungen sinnvoll sein; das entscheidet deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Wann testen?
Bei Verdauungsbeschwerden ohne bekannte Ursache, etwa fettigem und übelriechendem Stuhl, Bauchschmerzen, Blähungen oder ungewolltem Gewichtsverlust, sowie zur Verlaufskontrolle bei chronischer Pankreatitis, Mukoviszidose oder Diabetes. Die Stuhlprobe sollte geformt und nicht wässrig sein und darf sich nicht mit Urin oder Toilettenwasser mischen. Wenn du Pankreasenzyme einnimmst, kann die Praxis Vorgaben für die Zeit vor dem Test machen; setze nichts eigenständig ab.
Häufige Fragen
Wie wird die Probe gewonnen? +
Du gibst eine Stuhlprobe in einem Gefäß aus dem Labor oder der Praxis ab. Die Probe sollte geformt sein und darf nicht mit Urin, Toilettenpapier oder Toilettenwasser in Kontakt kommen. Folge den Hinweisen zur Lagerung und gib die Probe zügig ab.
Schließt ein normaler Wert eine Funktionsstörung aus? +
Nicht immer. Der Test erkennt schwere Formen der exokrinen Pankreasinsuffizienz besser als leichte oder mittelgradige. Laut S3-Leitlinie gilt erst ein Wert über 500 µg/g als Ausschluss. Bei anhaltenden Beschwerden können weitere Tests nötig sein.
Lässt sich mit dem Test der Erfolg einer Enzymtherapie prüfen? +
Nein. Laut S3-Leitlinie misst der Test nur die körpereigene menschliche Elastase, nicht die als Medikament zugeführten Enzyme. Ob eine Enzymtherapie wirkt, beurteilt deine Ärztin bzw. dein Arzt mit anderen Verfahren.
Was ist der Unterschied zu Lipase und Amylase im Blut? +
Lipase und Amylase im Blut werden vor allem bestimmt, wenn eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse vermutet wird. Die Elastase im Stuhl dient dagegen dazu, die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse zu prüfen, also ob genug Enzyme im Darm ankommen.
Pankreas-Elastase im Stuhl
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.