Biomarker Index (dimensionslos)

HOMA-IR

Maß für die Insulinresistenz aus Nüchternwerten

Auch bekannt als

Insulinresistenz-Index HOMA2-IR

Definition

HOMA-IR ist ein berechneter Index aus Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin, der die Insulinsensitivität der Körperzellen bewertet. Er gilt als Frühindikator für Typ-2-Diabetes und metabolisches Syndrom, noch bevor klassische Diabetesmarker auffällig werden. Formel: (Nüchternglukose [mmol/l] × Nüchterninsulin [mU/l]) ÷ 22,5.

Parameter Wert
Einheit Index (dimensionslos)
Referenzbereich < 2,5 (nach klinischen Leitlinien)

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Ein niedriger HOMA-IR spricht für eine hohe Insulinsensitivität. Sehr niedrige Werte sind für sich genommen klinisch unauffällig. HOMA-IR kann bei Typ-1-Diabetes oder Insulinmangel (z. B. spätes LADA) falsch niedrig erscheinen, da das Nüchterninsulin dann sehr gering ist.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

HOMA-IR 2,5–5,0: Insulinresistenz, erhöhtes Risiko für metabolisches Syndrom, Typ-2-Diabetes, NAFLD, Hypertonie, Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS). HOMA-IR > 5,0: ausgeprägte Insulinresistenz, oft bei Adipositas, Typ-2-Diabetes oder Steroidtherapie. Mit Insulinresistenz sind auch erhöhte Triglyceride, niedriges HDL und erhöhtes hsCRP assoziiert.

✓ Was den Wert beeinflussen kann

Der HOMA-IR wird aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin berechnet und beeinflusst durch Ernährung, körperliche Aktivität (Ausdauer- und Krafttraining steigern die GLUT4-Expression und können den Wert senken), Körpergewicht und Bauchfett, Schlafdauer und chronischen Stress (Cortisol hemmt die Insulinwirkung). Auch Medikamente wie Glukokortikoide, Schwangerschaft, Erkrankungen wie das PCOS und eine nicht eingehaltene Nüchternphase vor der Blutabnahme können den Wert verändern. Die Einordnung nimmt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt vor.

Wann testen?

Die Blutabnahme erfolgt nüchtern, nach mehreren Stunden ohne Essen und nur mit Wasser; die genaue Nüchternzeit nennt das Labor. Nüchterninsulin und Nüchternglukose werden gleichzeitig abgenommen und HOMA-IR aus diesen Werten berechnet. Bestimmt wird der Wert etwa bei Übergewicht, Prä-Diabetes, PCOS, Fettleber oder metabolischem Syndrom. Wie oft bestimmt wird, legt deine Ärztin bzw. dein Arzt fest.

Häufige Fragen

Wie berechne ich HOMA-IR selbst? +

HOMA-IR = (Nüchternglukose [mmol/l] × Nüchterninsulin [mU/l]) ÷ 22,5. Bei Glukose in mg/dl: erst durch 18 teilen für mmol/l. Beispiel: 5,0 mmol/l Glukose × 10 mU/l Insulin ÷ 22,5 = HOMA-IR 2,2.

Was unterscheidet HOMA-IR von HbA1c? +

HOMA-IR misst die Insulinsensitivität (wie gut reagieren die Zellen auf Insulin), nicht den Blutzucker direkt. HbA1c misst den Langzeitblutzucker. HOMA-IR kann erhöht sein, bevor HbA1c ansteigt – es ist ein früherer Marker für metabolische Dysregulation.

Wie hängen Intervallfasten und HOMA-IR zusammen? +

In Studien wurde unter Intervallfasten ein Rückgang des HOMA-IR beobachtet. Als Gründe gelten vor allem Gewichtsabnahme, eine geringere Insulinausschüttung und eine bessere Glukosesensitivität.

HOMA-IR

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.