Eosinophile Granulozyten
Weiße Blutkörperchen, die bei Allergien, Parasiten und Entzündungen eine Rolle spielen
Auch bekannt als
Definition
Eosinophile Granulozyten sind eine der fünf Arten weißer Blutkörperchen (Leukozyten). Sie wehren Parasiten und bestimmte Infektionen ab, sind an allergischen Reaktionen beteiligt und helfen, Entzündungen zu regulieren. Im Differenzialblutbild erscheinen sie als prozentualer Anteil an allen Leukozyten; multipliziert mit der Leukozytenzahl ergibt sich die absolute Eosinophilenzahl. Unter dem Mikroskop färben sich ihre Körnchen orangerot an.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | /µl bzw. Tsd./µl (absolut); % der Leukozyten (relativ) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene: absolut unter 500/µl (unter 0,5 Tsd./µl), relativ 1–4 % der Leukozyten. Labore weichen leicht ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
500/µl entsprechen 0,5 × 10⁹/l bzw. 0,5/nl. US-Befunde schreiben cells/mcL.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein niedrigerer Wert als üblich kann mit einer Alkoholvergiftung, einer vermehrten körpereigenen Bildung bestimmter Steroidhormone wie Cortisol oder der Einnahme von Steroid-Medikamenten zusammenhängen. Zudem kann ein starker Anstieg einer anderen Leukozytenart den prozentualen Anteil der Eosinophilen senken, ohne dass sich ihre absolute Zahl ändert. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Eine erhöhte Zahl heißt Eosinophilie. Sie kann mit allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Ekzemen zusammenhängen, außerdem mit Parasitenbefall (etwa Würmern), Pilzinfektionen, Autoimmunerkrankungen, einer Unterfunktion der Nebennieren oder Gefäßentzündungen, seltener mit Leukämien, Lymphomen oder dem Hypereosinophilie-Syndrom. Auch einige Medikamente, darunter bestimmte Antibiotika, Interferon oder flohsamenhaltige Abführmittel, können den Wert erhöhen. Der Wert allein zeigt nicht, ob eine Allergie oder ein Parasit dahintersteht; besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Eosinophile werden im Differenzialblutbild mitbestimmt, oft bei Routineuntersuchungen. Gezielt wird die absolute Zahl gemessen, wenn das Differenzialblutbild auffällig war oder ein Verdacht auf eine Allergie, einen Parasitenbefall oder eine andere passende Erkrankung besteht. Eine besondere Vorbereitung ist meist nicht nötig; nenne vorab alle Medikamente, auch rezeptfreie.
Häufige Fragen
Zeigt ein erhöhter Eosinophilenwert eine Allergie an? +
Nicht eindeutig. Eosinophile steigen bei Allergien häufig an, aber auch bei Parasiteninfektionen, Autoimmunerkrankungen, unter einigen Medikamenten und bei seltenen Bluterkrankungen. Der Wert ist deshalb nur ein Baustein; die Ursache klärt deine Ärztin bzw. dein Arzt mit weiteren Befunden.
Warum stehen im Befund ein Prozentwert und eine absolute Zahl? +
Der Prozentwert gibt den Anteil der Eosinophilen an allen weißen Blutkörperchen an. Die absolute Zahl entsteht, wenn dieser Anteil mit der Leukozytenzahl multipliziert wird. Weil sich Prozentwerte verschieben, wenn eine andere Zellart stark zunimmt, ist die absolute Zahl oft aussagekräftiger.
Muss ich mich auf den Test vorbereiten? +
In der Regel nicht; für das Differenzialblutbild ist keine besondere Vorbereitung nötig. Gib aber an, welche Medikamente du nimmst, auch rezeptfreie, weil manche den Wert verändern können.
Was unterscheidet Eosinophile von Basophilen? +
Beide gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind an allergischen Reaktionen beteiligt. Eosinophile wehren zusätzlich Parasiten ab und helfen, Entzündungen zu steuern; Basophile setzen bei allergischen Reaktionen und Asthmaanfällen Enzyme frei. Im Differenzialblutbild werden beide getrennt angegeben.
Eosinophile Granulozyten
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.