Biomarker IU/ml (kU/l)

Gesamt-IgE

Gesamtmenge der Antikörper vom Typ Immunglobulin E im Blut; Baustein der Allergie-Labordiagnostik

Auch bekannt als

Immunglobulin E IgE gesamt

Definition

Immunglobulin E (IgE) ist eine Klasse von Antikörpern, die das Immunsystem auch gegen eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen oder Erdnüsse bilden kann. Kleine Mengen IgE im Blut sind normal. Der Gesamt-IgE-Test misst alle IgE-Antikörper zusammen, ein spezifischer IgE-Test dagegen die Menge gegen ein einzelnes Allergen. Der Gesamtwert zeigt nicht, worauf jemand reagiert.

Parameter Wert
Einheit IU/ml (kU/l)
Referenzbereich Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren: bis etwa 100 IU/ml (100 kU/l). Für Kinder unter zehn Jahren gelten altersabhängig andere Werte. Labore weichen ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Abweichungen besprichst du mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 IU/ml entspricht 1 kU/l; der Zahlenwert bleibt gleich.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Kleine Mengen IgE im Blut sind normal. Ein unauffälliges Gesamt-IgE schließt eine Allergie nicht aus, denn bei allergischen Erkrankungen ist der Wert häufig, aber nicht immer erhöht. Gegen welches Allergen sich IgE richtet, misst erst ein spezifischer IgE-Test. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Ein erhöhtes Gesamt-IgE kann mit allergischen Erkrankungen zusammenhängen, etwa Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie, Asthma, Nahrungsmittelallergien oder Neurodermitis; bei Neurodermitis ist der Wert häufig stark erhöht. Der Gesamtwert zeigt aber weder, worauf jemand reagiert, noch wie ausgeprägt eine Allergie ist. Auch Rauchen, eine Infektion mit Parasiten und eine Reihe anderer Erkrankungen können den Wert anheben, und falsch positive Ergebnisse kommen vor. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Typische Anlässe sind Beschwerden, die zu einer Allergie passen können, etwa eine verstopfte oder laufende Nase, Niesen, juckende, tränende Augen, Nesselsucht, Husten, pfeifende Atmung oder Atemnot. Ein Bluttest kommt auch infrage, wenn ein Hauttest nicht möglich ist. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Sag der Praxis, welche Medikamente du nimmst, etwa Antihistaminika, und setze keine ohne Rücksprache ab.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Gesamt-IgE und spezifischem IgE? +

Gesamt-IgE misst alle IgE-Antikörper im Blut zusammen. Ein spezifischer IgE-Test misst, wie viel IgE gegen ein einzelnes Allergen gebildet wird, etwa gegen Gräserpollen, Katze oder Kuhmilch; für jedes Allergen gibt es einen eigenen Test. Laut MedlinePlus sagt die Höhe des Werts in keinem der beiden Tests voraus, wie schwer eine allergische Reaktion ausfällt.

Kann das Ergebnis falsch positiv sein? +

Ja. Laut MedlinePlus kann ein Allergie-Bluttest eine Allergie anzeigen, die nicht besteht, etwa wenn der Körper leicht auf Bestandteile von Lebensmitteln reagiert, die vor dem Test gegessen wurden. Ein positives Ergebnis ist deshalb nur zusammen mit passenden Beschwerden aussagekräftig.

Was bedeutet RAST auf einem Befund? +

RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test) ist ein Messverfahren aus den 1970er-Jahren, das mit radioaktiven Substanzen arbeitete. Der Name wird für den Allergie-Bluttest teils noch verwendet, heute kommen aber Verfahren ohne Radioaktivität zum Einsatz. Spezifisches IgE wird oft in Klassen angegeben, etwa als CAP-Klasse, die grob von negativ bis stark positiv reicht.

Ersetzt der Bluttest den Hauttest? +

Nicht unbedingt. Der Bluttest kommt vor allem infrage, wenn ein Hauttest nicht möglich ist, etwa bei bestimmten Hauterkrankungen, bei Medikamenten, die das Ergebnis beeinflussen, oder bei einem hohen Risiko für eine schwere Reaktion. Bei kleinen Kindern wird er teils gewählt, weil ein Hauttest für sie unangenehm sein kann. Je nach Beschwerden werden beide Tests kombiniert.

Gesamt-IgE

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.