Cholinesterase (CHE)
Enzyme im Blut, die das Nervensystem für die Signalübertragung braucht
Auch bekannt als
Definition
Der Cholinesterase-Test im Blut erfasst zwei Enzyme, die die Nerven für die Weiterleitung von Signalen brauchen: Acetylcholinesterase, die in Nervengewebe und roten Blutkörperchen vorkommt, und Pseudocholinesterase (auch Butyrylcholinesterase), die sich vor allem in der Leber findet. Bestimmt wird der Wert vor allem nach möglichem Kontakt mit Organophosphaten, wie sie in Pflanzenschutzmitteln vorkommen, seltener zur Abklärung von Lebererkrankungen oder vor einer Narkose mit Succinylcholin.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | U/l (auch kU/l) |
| Referenzbereich | Typisch für Erwachsene etwa 3100–6500 U/l (3,1–6,5 kU/l). Der Wert unterscheidet sich zudem von Person zu Person. Labore weichen ab; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
Steht der Wert in kU/l im Befund, gilt: 1 kU/l = 1000 U/l. 3100–6500 U/l entsprechen also 3,1–6,5 kU/l.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein erniedrigter Wert der Pseudocholinesterase kann unter anderem mit einem angeborenen Mangel an Pseudocholinesterase, Leberschäden, einer Gelbsucht durch Gallestau (Verschlussikterus), chronischen Infektionen, chronischer Mangelernährung, einem Herzinfarkt, Metastasen, Entzündungen im Rahmen mancher Erkrankungen oder einer Vergiftung mit Organophosphaten zusammenhängen. Leichtere Absenkungen können mit einer Schwangerschaft oder der Einnahme der Antibabypille zusammenhängen. Ein einzelner Wert erlaubt keine Diagnose; besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
MedlinePlus beschreibt für die Cholinesterase nur die Bedeutung erniedrigter Werte; eine eigene Deutung erhöhter Werte nennt die Quelle nicht. Liegt dein Wert über dem Referenzbereich deines Labors, ordnet deine Ärztin bzw. dein Arzt ihn im Zusammenhang mit deinen übrigen Befunden ein.
Wann testen?
Vor allem nach möglichem Kontakt mit Organophosphaten, etwa in Pflanzenschutzmitteln. Seltener zur Abklärung einer Lebererkrankung oder vor einer Narkose, bei der Succinylcholin eingesetzt wird. Eine besondere Vorbereitung ist in der Regel nicht nötig. Weil der Wert von Person zu Person schwankt, macht ein früher gemessener Ausgangswert den Test genauer.
Häufige Fragen
Warum wird Cholinesterase manchmal vor einer Narkose bestimmt? +
MedlinePlus nennt eine Narkose mit Succinylcholin, die etwa vor einer Elektrokrampftherapie gegeben werden kann, als einen der selteneren Anlässe für den Test. Ob er vor einem Eingriff nötig ist, entscheidet das Behandlungsteam.
Was haben Pflanzenschutzmittel mit dem Wert zu tun? +
Organophosphate sind Chemikalien, die in manchen Pestiziden verwendet werden. Eine Vergiftung mit ihnen kann mit einem erniedrigten Cholinesterase-Wert zusammenhängen. Der Test kann deshalb helfen, nach einem möglichen Kontakt das Vergiftungsrisiko einzuschätzen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung hol sofort ärztliche Hilfe.
Warum ist ein Ausgangswert hilfreich? +
Die Cholinesterase unterscheidet sich von Person zu Person. Ein früher gemessener Ausgangswert macht den Test genauer, weil sich ein späterer Wert dann mit deinem eigenen Ausgangswert vergleichen lässt und nicht nur mit dem allgemeinen Referenzbereich.
Können Schwangerschaft oder die Pille den Wert beeinflussen? +
Ja. Eine Schwangerschaft und die Einnahme der Antibabypille können mit leichteren Absenkungen des Werts zusammenhängen. Teile deiner Praxis deshalb mit, ob einer dieser Punkte auf dich zutrifft.
Cholinesterase (CHE)
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.