Biomarker mg/dl (mmol/l)

Triglyceride

Blutfette als Energiespeicher und Atheroskleroserisiko

Auch bekannt als

Blutfette Triacylglycerole TG TAG

Definition

Triglyceride sind Neutralfette, die als Energiereserve im Fettgewebe gespeichert und im Nüchternblut als VLDL-Partikel transportiert werden. Chronisch erhöhte Werte steigern das kardiovaskuläre Risiko und korrelieren mit Insulinresistenz und metabolischem Syndrom. Für korrekte Messung ist eine 12-stündige Nüchternheit vor der Blutabnahme erforderlich.

Parameter Wert
Einheit mg/dl (mmol/l)
Referenzbereich < 150 mg/dl (Nüchternwert)
Optimum Zone (lab2go) < 100 mg/dl (lab2go Optimum Zone)

Umrechnung: 1 mg/dl × 0,01129 = mmol/l. Deutsche Labore berichten meist mg/dl; internationale Studien oft mmol/l. Nüchternwert ist die Standardmessung.

Was ein niedriger Wert bedeutet

Triglyceride unter 50 mg/dl können auf Mangelernährung, Malabsorption (z. B. Zöliakie, chronische Pankreatitis), Hyperthyreose oder sehr fettarme Ernährung hinweisen. Sehr niedrige Werte sind selten klinisch problematisch. Bei gesunder Ernährung mit moderaten Kohlenhydraten sind Werte 50–100 mg/dl physiologisch und optimal.

Was ein hoher Wert bedeutet

Triglyceride 150–199 mg/dl: Grenzwertig erhöht, Lebensstilintervention empfohlen. 200–499 mg/dl: Erhöht, deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und Zeichen von Insulinresistenz. ≥ 500 mg/dl: Sehr hoch, akutes Pankreatitis-Risiko. Ursachen: zuckerreiche Ernährung, Alkohol, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, Hypothyreose, Nierenerkrankung, genetische Hypertriglyceridämie, Schwangerschaft.

So optimierst du diesen Wert

Kohlenhydrate reduzieren, vor allem Zucker und Fruktose (stärkster Einfluss auf Triglyceride). Alkohol meiden. Omega-3-Fettsäuren (EPA+DHA, 2–4 g/Tag) senken Triglyceride um 20–50 % – stärkster diätetischer Effekt. Insulinsensitivität verbessern (Ausdauer- + Krafttraining, Kaloriendefizit). Gewichtsreduktion. Low-Carb- oder ketogene Ernährung senkt Triglyceride besonders effektiv.

Wann testen?

Zwingend nüchtern (mind. 12 h Nahrungskarenz, nur Wasser). Teil des Standard-Lipidpanels. Kein Alkohol am Vorabend. Erstscreening ab 35 Jahren Männer / 45 Jahren Frauen oder früher bei Risikofaktoren. Kontrolle unter Interventionen alle 3 Monate. Bei akuter Pankreatitis und unklarer Ursache immer Triglyceride messen.

Häufige Fragen

Warum sind Triglyceride bei Low-Carb-Ernährung so niedrig? +

Triglyceride entstehen hauptsächlich aus überschüssigen Kohlenhydraten durch De-novo-Lipogenese in der Leber (Fruktose und Glukose). Bei Low-Carb fehlt dieser Substrat-Strom, weshalb VLDL-Produktion und Triglyceride stark sinken – oft auf 50–80 mg/dl.

Kann ich mit erhöhten Triglyceriden eine Pankreatitis bekommen? +

Bei Triglyceriden > 500 mg/dl steigt das Pankreatitis-Risiko deutlich. Bei Werten > 1000 mg/dl ist eine akute Pankreatitis eine ernste Gefahr. Bei solchen Werten ist sofortiger Arztbesuch und oft Fibrat-Therapie notwendig.

Wie unterscheide ich zwischen genetisch erhöhten Triglyceriden und ernährungsbedingten? +

Genetische Hypertriglyceridämie zeigt sich oft schon in jungem Alter, bei schlanken Personen und trotz gesunder Ernährung. Ernährungsbedingte Erhöhung verbessert sich rasch (1–4 Wochen) durch Zuckerreduktion. Ein Lipidstatus beim Nüchterntest, kombiniert mit Familienanamnese, klärt die Ursache.

Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.