Biomarker mOsm/kg (mmol/kg)

Osmolalität

Konzentration aller gelösten Teilchen in Blut, Urin oder Stuhl, Maß für den Wasserhaushalt

Auch bekannt als

Serumosmolalität Plasmaosmolalität Urinosmolalität

Definition

Die Osmolalität gibt an, wie viele gelöste Teilchen in einer Körperflüssigkeit enthalten sind, vor allem Natrium, Chlorid, Kalium, Glukose und Harnstoff. Sie wird im Blut, im Urin oder im Stuhl gemessen. Steigt sie im Blut, schüttet der Körper das antidiuretische Hormon (ADH) aus, die Nieren halten Wasser zurück und der Urin wird konzentrierter; sinkt sie, wird mehr verdünnter Urin ausgeschieden. Der Test zeigt so, wie der Flüssigkeitshaushalt reguliert ist und wie die Nieren arbeiten.

Parameter Wert
Einheit mOsm/kg (mmol/kg)
Referenzbereich Blut (Serum): typisch für Erwachsene 275–295 mOsm/kg. Urin, Spontanprobe: 50–1200 mOsm/kg; nach 12 bis 14 Stunden Flüssigkeitsverzicht über 850 mOsm/kg. Labore nutzen unterschiedliche Methoden und Proben und weichen daher ab; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund, die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 mOsm/kg entspricht 1 mmol/kg; beide Schreibweisen bezeichnen denselben Wert.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Eine niedrige Osmolalität im Blut kann mit sehr hoher Trinkmenge (Überwässerung), einem niedrigen Natriumspiegel, einer übermäßigen ADH-Ausschüttung (SIADH, etwa bei bestimmten Lungentumoren oder durch Medikamente), einer Funktionsstörung der Nebennieren oder einer Schilddrüsenunterfunktion zusammenhängen. Eine niedrige Osmolalität im Urin kann mit hoher Trinkmenge, Diabetes insipidus, Nierenversagen, einer Schädigung der Nierenkanälchen oder einer schweren Nierenbeckenentzündung zusammenhängen. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Eine hohe Osmolalität im Blut kann mit Flüssigkeitsverlust (Dehydratation), einem hohen Natrium- oder Blutzuckerspiegel, einer Anhäufung von Stickstoff-Abbauprodukten (Urämie), Diabetes insipidus oder einer verminderten ADH-Ausschüttung nach Schlaganfall oder Kopfverletzung zusammenhängen. Auch Vergiftungen, etwa mit Methanol, Ethylenglykol (Frostschutzmittel) oder Alkohol, können den Wert verändern. Eine hohe Osmolalität im Urin kann unter anderem mit Flüssigkeitsverlust, Herzinsuffizienz, SIADH, Nebenniereninsuffizienz oder Glukose im Urin zusammenhängen. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Bei Anzeichen eines gestörten Flüssigkeitshaushalts wie starkem Durst, Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Erschöpfung, bei auffällig viel oder wenig Urin, bei Verdacht auf Diabetes insipidus oder eine Vergiftung. Je nach Test kann eine Nüchternphase von sechs Stunden oder ein Flüssigkeitsverzicht von 12 bis 14 Stunden verlangt werden. Informiere die Praxis über deine Medikamente, zum Beispiel Entwässerungsmittel, setze sie aber nicht eigenständig ab.

Häufige Fragen

Warum werden Blut und Urin oft gemeinsam untersucht? +

Die Osmolalität im Blut zeigt die Konzentration der gelösten Teilchen im Körper, die im Urin, wie stark die Nieren den Urin konzentrieren oder verdünnen. Zusammen helfen beide Werte, den Flüssigkeitshaushalt einzuordnen und Ursachen für vermehrtes oder vermindertes Wasserlassen zu finden.

Was hat ADH mit der Osmolalität zu tun? +

Steigt die Osmolalität im Blut, schüttet der Körper das antidiuretische Hormon (ADH) aus. Es bewirkt, dass die Nieren Wasser zurückhalten, das Blut wird verdünnt und der Wert sinkt wieder. Bei niedriger Osmolalität wird weniger ADH ausgeschüttet und mehr Wasser ausgeschieden.

Wofür wird die Osmolalität im Stuhl bestimmt? +

Vor allem bei anhaltendem Durchfall, der sich nicht durch eine Infektion mit Bakterien oder Parasiten erklären lässt. Ein auffälliger Wert kann mit übermäßigem Gebrauch von Abführmitteln oder einer gestörten Aufnahme von Nährstoffen im Darm (Malabsorption) zusammenhängen.

Welche Werte werden häufig zusammen mit der Osmolalität bestimmt? +

Häufig ergänzen Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Chlorid, Blutzucker, Harnstoff, Albumin und ein Blutbild die Messung. Deine Ärztin bzw. dein Arzt bezieht Beschwerden, Vorgeschichte und diese Werte in die Einordnung ein.

Osmolalität

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.