Kupfer
Lebensnotwendiges Spurenelement, im Blut meist als Serumkupfer gemessen
Auch bekannt als
Definition
Kupfer ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst bilden kann und über die Nahrung aufnimmt. Es ist Bestandteil mehrerer Enzyme, die an Energiegewinnung, Eisenstoffwechsel, Bindegewebe und Nervenbotenstoffen beteiligt sind. Im Blut ist normalerweise mehr als 95 % des Kupfers an das Transportprotein Coeruloplasmin gebunden. Gemessen wird Kupfer meist im Serum, oft zusammen mit Coeruloplasmin und Kupfer im Urin.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | µmol/l (µg/dl) |
| Referenzbereich | Erwachsene: typischerweise 10–25 µmol/l (etwa 64–159 µg/dl). Labore können abweichen; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich deine Werte mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
1 µmol/l entspricht etwa 6,35 µg/dl (Molmasse von Kupfer: 63,55 g/mol).
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein Kupfermangel ist beim Menschen selten. Niedrige Werte können mit Mangelernährung oder einer gestörten Aufnahme im Darm zusammenhängen, etwa bei Zöliakie, außerdem mit sehr viel Zink aus Präparaten, das die Kupferaufnahme beeinträchtigen kann, und mit dem seltenen angeborenen Menkes-Syndrom. Ein Kupfermangel kann unter anderem mit Blutarmut (Anämie), einer verminderten Zahl neutrophiler Granulozyten und Osteoporose einhergehen. Ein Einzelwert ist keine Diagnose; besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Der Kupferwert im Blut kann durch Östrogene, eine Schwangerschaft, Infektionen, Entzündungen und manche Krebserkrankungen beeinflusst werden; ein erhöhter Wert hat deshalb nicht immer Krankheitswert. Eine Kupfervergiftung ist bei Gesunden ohne angeborene Störung des Kupferhaushalts selten; beschrieben ist sie etwa durch Trinkwasser, das lange in kupferhaltigen Leitungen gestanden hat. Bei der seltenen erblichen Wilson-Krankheit kann der Körper überschüssiges Kupfer nicht ausscheiden, und es lagert sich in Leber, Gehirn und anderen Organen ab. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Wann testen?
Kupfer wird meist zusammen mit Coeruloplasmin und gegebenenfalls Kupfer im Urin bestimmt: wenn Beschwerden oder Befunde auf eine Störung des Kupferhaushalts hindeuten, bei Morbus Wilson in der Familie auch ohne Beschwerden und zur Verlaufskontrolle bekannter Kupferstörungen. Frag dein Labor, ob es für die Blutabnahme Vorgaben macht.
Häufige Fragen
Woher bekommt der Körper Kupfer? +
Der Körper kann Kupfer nicht selbst herstellen und nimmt es über die Nahrung auf. Gute Quellen sind laut MedlinePlus unter anderem Austern und andere Schalentiere, Vollkorngetreide, Bohnen, Nüsse, Kartoffeln, Innereien, dunkles Blattgemüse, Trockenobst und Kakao. Die meisten Menschen nehmen über die Ernährung genug Kupfer auf.
Was hat Zink mit Kupfer zu tun? +
Viel Zink in der Nahrung kann die Aufnahme von Kupfer im Darm stören, und ein übermäßiger Gebrauch von Zinkpräparaten kann zu einem Kupfermangel führen. Wenn du Zink einnimmst, erwähne das bei der Besprechung deiner Werte mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Warum wird Kupfer oft zusammen mit Coeruloplasmin gemessen? +
Im Blut ist normalerweise mehr als 95 % des Kupfers an Coeruloplasmin gebunden. Beide Werte zusammen, oft ergänzt um Kupfer im Urin, geben ein vollständigeres Bild des Kupferhaushalts als ein Einzelwert. Für eine Diagnose berücksichtigt deine Ärztin bzw. dein Arzt zusätzlich Beschwerden, Vorgeschichte und Familienanamnese.
Können Hormone oder Entzündungen den Kupferwert verändern? +
Ja. Östrogene, eine Schwangerschaft, Infektionen und Entzündungen können den Kupferwert im Blut beeinflussen. Gib solche Umstände bei der Blutabnahme an, damit dein Ergebnis richtig eingeordnet werden kann.
Kupfer
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.