Biomarker mg/dl (g/l)

Coeruloplasmin

Kupfertransportprotein aus der Leber, das den Großteil des Kupfers im Blut trägt

Auch bekannt als

Ceruloplasmin Zöruloplasmin Ferroxidase

Definition

Coeruloplasmin ist ein Protein, das die Leber bildet, indem sie Kupfer an ein Eiweiß bindet. Es gelangt ins Blut und bringt Kupfer zu den Geweben, die es benötigen. Normalerweise ist der größte Teil des Kupfers im Blut an Coeruloplasmin gebunden. Der Test wird meist zusammen mit Kupfer in Blut und/oder Urin bestimmt, vor allem bei Fragen zum Kupferstoffwechsel, etwa bei Verdacht auf Morbus Wilson.

Parameter Wert
Einheit mg/dl (g/l)
Referenzbereich Erwachsene: typischerweise 20–40 mg/dl (0,20–0,40 g/l). Labore können abweichen; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich deine Werte mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 mg/dl entspricht 0,01 g/l bzw. 10 mg/l.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedrige Werte können damit zusammenhängen, dass der Körper Kupfer nicht richtig verwerten kann. Mögliche Zusammenhänge laut MedlinePlus: Morbus Wilson (eine seltene erbliche Störung der Kupferausscheidung; der Wert kann dabei aber auch normal sein), Menkes-Syndrom, chronische oder schwere Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen wie das nephrotische Syndrom sowie Kupfermangel durch Mangelernährung oder Malabsorption, etwa bei Zöliakie. Auch sehr viel Zink aus Präparaten kann die Kupferverwertung beeinträchtigen. Ein Einzelwert ist keine Diagnose; besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Coeruloplasmin steigt bei Infektionen, Entzündungen und Verletzungen an. Erhöhte Werte können außerdem mit Herzerkrankungen, rheumatoider Arthritis, einer Schilddrüsenüberfunktion oder bestimmten Krebserkrankungen wie Lymphomen zusammenhängen. Oft haben sie keinen Krankheitswert: Schwangerschaft, die Pille und Östrogenpräparate, etwa in den Wechseljahren, können den Wert ebenfalls erhöhen. Viel Kupfer in der Nahrung ist selten die Ursache. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.

Wann testen?

Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Veranlasst wird der Test meist, wenn Beschwerden oder Befunde auf eine Störung des Kupferstoffwechsels hindeuten, bei Morbus Wilson in der Familie auch ohne Beschwerden, sowie zur Verlaufskontrolle bei bekannten Kupferstörungen. In der Regel wird er mit Kupfer in Blut und/oder Urin kombiniert.

Häufige Fragen

Kann Coeruloplasmin allein eine Diagnose stellen? +

Nein. Der Wert wird immer zusammen mit anderen Befunden gelesen, vor allem Kupfer in Blut und Urin, dazu Beschwerden, Vorgeschichte und Familienanamnese. Bei Morbus Wilson kann Coeruloplasmin sogar im Normbereich liegen.

Warum können die Pille oder eine Schwangerschaft den Wert verändern? +

Östrogenhaltige Präparate, also die Pille oder eine Hormontherapie in den Wechseljahren, sowie eine Schwangerschaft können Coeruloplasmin erhöhen. Gib solche Einflüsse bei der Blutabnahme an, damit dein Ergebnis richtig eingeordnet wird.

Was hat Zink mit Coeruloplasmin zu tun? +

Sehr viel Zink aus Präparaten kann beeinflussen, wie gut der Körper Kupfer verwerten kann. Ein niedriger Coeruloplasmin-Wert kann deshalb im Zusammenhang mit einer hohen Zinkzufuhr stehen. Ob das in deinem Fall eine Rolle spielt, klärst du mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Muss ich für den Test nüchtern sein? +

Laut MedlinePlus ist keine besondere Vorbereitung nötig. Werden in derselben Blutabnahme weitere Werte bestimmt, frag nach, ob dein Labor dafür Vorgaben macht.

Coeruloplasmin

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.