Hormon pg/ml (ng/l)

Calcitonin

Hormon der C-Zellen der Schilddrüse, Marker beim medullären Schilddrüsenkarzinom

Auch bekannt als

Thyreocalcitonin

Definition

Calcitonin ist ein Hormon, das die C-Zellen der Schilddrüse bilden. Es wird freigesetzt, wenn der Calciumspiegel im Blut steigt, und ist am Ab- und Aufbau von Knochen beteiligt. Im Labor dient die Messung vor allem der Abklärung einer C-Zell-Hyperplasie oder eines medullären Schilddrüsenkarzinoms sowie der Verlaufskontrolle nach dessen Behandlung.

Parameter Wert
Einheit pg/ml (ng/l)
Referenzbereich Typisch für Erwachsene: Männer unter 25 pg/ml, Frauen unter 20 pg/ml. Labore weichen je nach Testverfahren ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 pg/ml entspricht 1 ng/l. US-Befunde nennen meist pg/mL.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Ein niedriger Calcitoninwert ist nach heutigem Wissen nicht mit gesundheitlichen Problemen verbunden. Ein unauffälliger Wert schließt eine C-Zell-Hyperplasie oder ein medulläres Schilddrüsenkarzinom aber nicht sicher aus, weil diese nicht immer mit erhöhtem Calcitonin einhergehen. In der Nachsorge nach einer Behandlung wird ein Wert, der sinkt und niedrig bleibt, in der Regel als Zeichen gewertet, dass die Behandlung anspricht. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Ein erhöhter Wert bedeutet, dass die C-Zellen mehr Calcitonin bilden. Er kann mit einer C-Zell-Hyperplasie oder einem medullären Schilddrüsenkarzinom zusammenhängen; je höher der Wert, desto wahrscheinlicher ist ein solcher Zusammenhang. Erhöhungen kommen aber auch aus anderen Gründen vor, etwa bei Nierenerkrankungen, bei Raucherinnen und Rauchern, bei höherem Körpergewicht, in der Schwangerschaft, unter Medikamenten, die die Magensäure hemmen, und bei einigen anderen Tumoren. Steigt der Wert nach einer Behandlung wieder an, kann das auf ein Wiederauftreten hinweisen. Die Einordnung stützt sich auf weitere Befunde und gehört zu deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Bestimmt wird Calcitonin bei Beschwerden wie einem Knoten am Hals, geschwollenen Halslymphknoten, anhaltender Heiserkeit oder Schluckbeschwerden, bei familiärer Belastung mit MEN 2 oder medullärem Schilddrüsenkarzinom und zur Nachsorge nach dessen Behandlung. Ob du nüchtern kommen sollst, sagt dir die Praxis. Teils folgt ein Stimulationstest mit mehreren Blutentnahmen.

Häufige Fragen

Wie läuft ein Calcitonin-Stimulationstest ab? +

Zuerst wird ein Ausgangswert gemessen. Dann erhältst du über die Vene ein Medikament, das die Calcitoninbildung anregt, und in mehreren weiteren Blutproben wird verfolgt, wie der Wert reagiert. Der Test kommt infrage, wenn der Ausgangswert unauffällig ist, ein medulläres Schilddrüsenkarzinom aber weiter abgeklärt werden soll.

Warum gelten für Männer und Frauen unterschiedliche Grenzwerte? +

Männer haben im Mittel höhere Calcitoninwerte als Frauen. Labore nennen deshalb getrennte Obergrenzen, die sich zusätzlich je nach Testverfahren unterscheiden.

Bedeutet ein erhöhter Calcitoninwert automatisch Krebs? +

Nein. Neben Veränderungen der C-Zellen können auch Nierenerkrankungen, Rauchen, höheres Körpergewicht, eine Schwangerschaft oder Magensäurehemmer den Wert anheben. Deine Ärztin bzw. dein Arzt bewertet ihn zusammen mit weiteren Untersuchungen.

Wird Calcitonin bei allen Menschen routinemäßig gemessen? +

Nein. Ein allgemeines Screening ist nicht üblich, weil die gesuchten Erkrankungen selten sind. Bestimmt wird der Wert gezielt, etwa bei Auffälligkeiten an der Schilddrüse, bei familiärer Belastung oder in der Nachsorge.

Calcitonin

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.