aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit)
Gerinnungstest, der misst, wie viele Sekunden eine Blutprobe bis zur Gerinnung braucht
Auch bekannt als
Definition
Die aPTT misst, wie viele Sekunden eine Blutprobe im Labor bis zur Gerinnselbildung braucht. Sie prüft eine bestimmte Gruppe von Gerinnungsfaktoren, also Eiweißen, die überwiegend in der Leber gebildet werden. Meist wird sie zusammen mit der Prothrombinzeit (Quick/INR) bestimmt, die andere Gerinnungsfaktoren erfasst. Beide Werte zusammen geben einen ersten Überblick über die Blutgerinnung.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | Sekunden (s) |
| Referenzbereich | Typisch etwa 25–35 s bei Erwachsenen. Labore verwenden unterschiedliche Messverfahren und weichen ab; maßgeblich ist der Referenzbereich in deinem Befund. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Eine verkürzte aPTT bedeutet, dass die Probe schneller als üblich gerinnt. Das kann mit erhöhten Gerinnungsfaktoren zusammenhängen, etwa bei Entzündungen, in der Schwangerschaft oder bei einigen fortgeschrittenen Krebserkrankungen, selten auch mit der frühen Phase einer disseminierten intravasalen Gerinnung (DIC). Ein abweichender Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung, denn die Gerinnung im Röhrchen kann sich von der im Körper unterscheiden. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Eine verlängerte aPTT kann mit fehlenden, zu niedrigen oder nicht richtig arbeitenden Gerinnungsfaktoren zusammenhängen, etwa bei Hämophilie A oder B oder dem Von-Willebrand-Syndrom. Weitere mögliche Zusammenhänge sind Lebererkrankungen, ein Vitamin-K-Mangel, Störungen der Nährstoffaufnahme, bestimmte Leukämien und gerinnungshemmende Medikamente wie Heparin. Lupus-Antikoagulans verlängert die aPTT im Test, geht im Körper aber eher mit vermehrter Gerinnung einher. Die Einordnung braucht meist weitere Tests; besprich sie mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Wann testen?
Typische Anlässe sind ungeklärte Blutungen oder blaue Flecken, eine bekannte Blutungsneigung vor einer Operation, Blutgerinnsel, wiederholte Fehlgeburten, Lebererkrankungen und die Kontrolle einer Heparin-Behandlung. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Gib an, welche Medikamente und pflanzlichen Mittel du einnimmst, und setze nichts ohne ärztliche Rücksprache ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen aPTT und Quick/INR? +
Beide Tests messen, wie lange eine Blutprobe bis zur Gerinnung braucht, erfassen aber unterschiedliche Gruppen von Gerinnungsfaktoren. Deshalb werden sie häufig gemeinsam bestimmt und zusammen beurteilt.
Warum wird die aPTT manchmal vor Operationen bestimmt? +
Der Test kann vor einem Eingriff sinnvoll sein, wenn eine Blutungsneigung bekannt ist, etwa häufiges Nasenbluten oder leicht entstehende blaue Flecken. Ob er in deinem Fall nötig ist, entscheidet deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Bedeutet eine verlängerte aPTT immer eine Blutungsneigung? +
Nein. Gerinnungshemmende Medikamente wie Heparin verlängern die aPTT erwartbar. Lupus-Antikoagulans verlängert sie im Labor, ist im Körper aber eher mit vermehrter Gerinnung verbunden. Zudem kann die Gerinnung im Röhrchen von der im Körper abweichen. Ob weitere Tests nötig sind, klärst du mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Muss ich für die aPTT nüchtern sein? +
Nein, eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Wichtig ist, dass du angibst, welche Medikamente und pflanzlichen Mittel du nimmst, weil manche das Ergebnis beeinflussen können.
aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.