Transglutaminase-Antikörper (tTG-IgA)
Antikörper gegen Gewebs-Transglutaminase, häufigster Bluttest bei Verdacht auf Zöliakie
Auch bekannt als
Definition
Bei Zöliakie reagiert das Immunsystem auf Gluten aus Weizen, Gerste und Roggen und bildet unter anderem Antikörper gegen das körpereigene Enzym Gewebs-Transglutaminase (tTG). Der tTG-IgA-Test misst diese Antikörper der Klasse IgA im Blut und ist der am häufigsten genutzte Suchtest auf Zöliakie. Meist wird zusätzlich das Gesamt-IgA bestimmt, weil ein IgA-Mangel das Ergebnis beeinflussen kann. Der Test stellt allein keine Diagnose.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Einheit | U/ml oder andere testspezifische Einheiten |
| Referenzbereich | Kein einheitlicher Zahlenbereich: Das Ergebnis wird meist als negativ, schwach positiv oder positiv im Verhältnis zu einem Grenzwert des jeweiligen Tests angegeben. Grenzwerte und Einheiten unterscheiden sich zwischen Laboren und Testverfahren; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. |
Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.
↓ Was ein niedriger Wert bedeutet
Ein negatives Ergebnis spricht gegen eine Zöliakie, ist aber nur aussagekräftig, wenn du in den Wochen vor dem Test regelmäßig glutenhaltig gegessen hast. Auch ein IgA-Mangel kann zu einem unauffälligen tTG-IgA-Wert führen; dann kommen Tests auf IgG-Basis infrage. Bestehen die Beschwerden weiter, kann deine Ärztin bzw. dein Arzt trotz negativem Ergebnis eine weitere Abklärung veranlassen.
↑ Was ein hoher Wert bedeutet
Ein positives Ergebnis kann mit einer Zöliakie zusammenhängen, bestätigt sie aber nicht allein. Bei Erwachsenen folgt in der Regel eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm im Rahmen einer Magenspiegelung; bei schwach positiven Werten wird oft zusätzlich auf Endomysium-Antikörper (EMA) getestet. Eine Umstellung auf glutenfreie Ernährung vor der gesicherten Diagnose wird nicht empfohlen, weil sie spätere Tests verfälschen kann. Bei bekannter Zöliakie wird der Wert auch zur Verlaufskontrolle genutzt. Die Einordnung übernimmt deine Ärztin bzw. dein Arzt.
Wann testen?
Der Test kommt unter anderem infrage bei anhaltenden, ungeklärten Verdauungsbeschwerden, langer Erschöpfung, ungewolltem Gewichtsverlust, ungeklärtem Eisen-, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, bei Typ-1-Diabetes oder Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sowie bei Verwandten ersten Grades von Menschen mit Zöliakie. Laut NICE sollte vor dem Test mindestens sechs Wochen lang täglich in mehr als einer Mahlzeit Gluten gegessen werden; kläre die Vorbereitung mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Häufige Fragen
Sollte ich vor dem Test glutenfrei essen? +
Das wird nicht empfohlen. Der Test ist nur aussagekräftig, solange du glutenhaltig isst. Wer Gluten schon vorher weglässt, riskiert ein falsch negatives Ergebnis. Wie die Vorbereitung in deinem Fall aussieht, besprichst du mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.
Bedeutet ein positiver Test sicher Zöliakie? +
Nein. Ein positives Ergebnis macht eine Zöliakie wahrscheinlicher. Bei Erwachsenen wird sie in der Regel durch eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm bestätigt oder ausgeschlossen, bei schwach positiven Werten oft ergänzt durch einen weiteren Antikörpertest.
Warum wird oft auch das Gesamt-IgA gemessen? +
Der tTG-IgA-Test erfasst Antikörper der Klasse IgA. Bildet der Körper insgesamt zu wenig IgA, kann der Wert unauffällig ausfallen, obwohl eine Zöliakie vorliegt. Bei einem IgA-Mangel nutzen Labore deshalb Tests auf IgG-Basis.
Wozu dient der Test nach einer Diagnose? +
Er hilft bei der Verlaufskontrolle. Unter glutenfreier Ernährung sinken die Antikörperwerte in der Regel. Bleiben sie lange hoch, kann das ein Anlass für weitere Untersuchungen sein, die deine Ärztin bzw. dein Arzt festlegt.
Transglutaminase-Antikörper (tTG-IgA)
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.