Biomarker g/l

Transferrin

Eisentransportprotein für die Beurteilung der Eisenstoffwechselkapazität

Auch bekannt als

Serum-Transferrin Siderophilin Eisen-Transport-Protein

Definition

Transferrin ist das wichtigste Eisentransportprotein im Blut und wird hauptsächlich in der Leber synthetisiert. Es transportiert Eisen(III) von Resorptionsorten (Darm, Makrophagen) zu Verbrauchsgeweben (Knochenmark, Leber). Bei Eisenmangel steigt Transferrin (kompensatorischer Anstieg), bei Eisenüberladung oder Entzündung sinkt es. Zusammen mit Ferritin und Transferrinsättigung bildet es das diagnostische Trias für Eisenstoffwechselstörungen.

Parameter Wert
Einheit g/l
Referenzbereich 2,0–3,6 g/l

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Niedriges Transferrin (< 2,0 g/l) kann auf chronische Entzündungen (Akute-Phase-Reaktion senkt Transferrin), Leberschäden (reduzierte Synthese), Proteinmangel/Mangelernährung oder Eisenüberladung (Hämochromatose) hinweisen. Transferrin als Negativer Akute-Phase-Marker: fällt bei Entzündung, steigt in der Rekonvaleszenz.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhtes Transferrin (> 3,6 g/l) ist typisch für Eisenmangel (kompensatorische Hochregulation) oder Schwangerschaft. Hohe Transferrinspiegel bei gleichzeitig niedrigem Ferritin und niedriger Transferrinsättigung bestätigen Eisenmangel. Selten: kongenitale Atransferrinämie (keine Transferrin-Produktion).

✓ Was den Wert beeinflussen kann

Der Transferrinwert wird beeinflusst durch den Eisenstatus (er steigt bei Eisenmangel und sinkt bei Eisenüberladung), Entzündungen (Transferrin ist ein negativer Akute-Phase-Marker), die Leberfunktion als Ort der Synthese, die Proteinversorgung und Mangelernährung sowie eine Schwangerschaft. Er wird deshalb gemeinsam mit Ferritin und Transferrinsättigung betrachtet. Die Einordnung nimmt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt vor.

Wann testen?

Bestimmt wird Transferrin meist zusammen mit Ferritin und Serumeisen, aus denen sich die Transferrinsättigung berechnet, etwa bei der Abklärung einer Anämie oder eines Eisenmangels, bei Verdacht auf Hämochromatose, bei chronischen Entzündungen oder Lebererkrankungen. Als Einzelwert ist Transferrin wenig aussagekräftig.

Häufige Fragen

Warum steigt Transferrin bei Eisenmangel? +

Bei Eisenmangel laufen weniger Eisen-Transferrin-Rezeptorkomplexe ein — als Kompensation erhöht der Körper die Transferrin-Synthese in der Leber, um mehr Eisenmoleküle binden und transportieren zu können. Dieses Prinzip (inverse Beziehung zwischen Eisenstatus und Transferrin) macht Transferrin zum Eisenmangel-Marker.

Wie berechnet man die Transferrinsättigung aus Transferrin? +

Transferrinsättigung (%) = Serumeisen / (Transferrin × 25,12) × 100. Alternativ aus TIBC: Serumeisen / TIBC × 100. Normal: 20–45 %. < 16 %: Eisenmangel-Erythropoese; > 45 %: Eisenüberladung (Hämochromatose-Verdacht). Transferrin korreliert eng mit der TIBC (Totale Eisenbindungskapazität).

Warum beeinflusst Entzündung die Transferrinmessung? +

Transferrin ist ein negativer Akute-Phase-Reaktant: Bei Entzündung sinkt die Leberproduktion von Transferrin (ähnlich wie Albumin), während positive Akute-Phase-Proteine (CRP, Ferritin) steigen. Das führt dazu, dass Eisenmangel bei gleichzeitiger Entzündung maskiert werden kann — Ferritin ist dann falsch-normal trotz Eisenmangel.

Transferrin

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.