Biomarker nmol/l (µg/l)

Vitamin B6 (Pyridoxin)

B-Vitamin für Aminosäurestoffwechsel, Neurotransmitterbildung und Immunfunktion

Auch bekannt als

Pyridoxin Pyridoxal-5-Phosphat PLP B6

Definition

Vitamin B6 (Oberbegriff für Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin) ist ein wasserlösliches B-Vitamin, dessen aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat (PLP) als Cofaktor für über 100 Enzyme im Aminosäurestoffwechsel dient. PLP ist essenziell für die Synthese von Neurotransmittern (Serotonin, Dopamin, GABA) und Hämoglobin sowie für die Homocystein-Umwandlung. Hochdosierte Supplementierung kann zu peripherer Neuropathie führen.

Parameter Wert
Einheit nmol/l (µg/l)
Referenzbereich Plasma-PLP: 20–150 nmol/l (ca. 5–37 µg/l)
Optimum Zone (lab2go) > 40 nmol/l Plasma-PLP (lab2go Optimum Zone; optimale Enzymsättigung und Neurotransmittersynthese)

Plasma-PLP: 1 nmol/l = 0,247 µg/l. Referenz meist als Plasma-PLP angegeben; US: 5–50 µg/l.

Was ein niedriger Wert bedeutet

B6-Mangel tritt bei unzureichender Zufuhr, chronischem Alkoholismus, Autoimmunerkrankungen, Einnahme von B6-Antagonisten (INH, Penicillamin) oder bei erhöhtem Bedarf (Schwangerschaft) auf. Symptome: seborrhoische Dermatitis, Glossitis, Anämie (mikrozytär), periphere Neuropathie, Depressionen, erhöhtes Homocystein, geschwächte Immunabwehr.

Was ein hoher Wert bedeutet

Chronisch hohe B6-Dosen (> 200 mg/Tag über Monate) können zu Sensorischer peripherer Neuropathie mit Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen führen (Paradoxe Toxizität). EFSA setzt tolerierbare Höchstmenge bei 25 mg/Tag für Erwachsene.

So optimierst du diesen Wert

Ernährungsquellen: Geflügel, Thunfisch, Lachs, Kartoffeln, Kichererbsen, Bananen, Nüsse. Supplementierung: 1,5–2 mg/Tag (Tagesbedarf); therapeutisch bis 25–50 mg/Tag. Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) ist die aktive Form und muss nicht hepatisch aktiviert werden — vorteilhaft bei Leberproblemen.

Wann testen?

Bei Neuropathie, Depressionen, erhöhtem Homocystein, PMS-Symptomen, chronischem Alkoholismus oder bei Einnahme bestimmter Medikamente (INH, Theophyllin). Plasma-PLP ist der bevorzugte Marker gegenüber Gesamt-B6.

Häufige Fragen

Hilft Vitamin B6 bei PMS-Symptomen? +

Mehrere Studien zeigen, dass B6 (50–100 mg/Tag) PMS-Symptome wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Angstzustände reduzieren kann, da B6 für die Synthese von Serotonin und GABA benötigt wird. Die Evidenz ist moderat; hohe Dosen sollten nur kurzfristig eingesetzt werden wegen Neuropathierisiko.

Was ist der Unterschied zwischen Pyridoxin und Pyridoxal-5-Phosphat (P5P)? +

Pyridoxin (Pyridoxin-HCl) muss in der Leber zu P5P (der aktiven Form) umgewandelt werden. P5P ist sofort bioverfügbar und bevorzugt bei Lebererkrankungen, schlechter Verwertung oder für direkte Wirkung auf Neurotransmitter-Synthese. P5P ist teurer, aber für empfindliche Anwender besser geeignet.

Kann Vitamin B6 Neuropathie verursachen? +

Paradoxerweise ja: Obwohl B6-Mangel Neuropathie verursacht, kann chronische Überdosierung (> 100–200 mg/Tag über Monate) sensorische Neuropathie auslösen. Symptome sind meist reversibel nach Absetzen. Die EFSA empfiehlt einen maximalen Höchstwert von 25 mg/Tag für Erwachsene.

Wie ist der Zusammenhang zwischen B6 und Homocystein? +

B6 ist Cofaktor der Cystathionin-β-Synthase, die Homocystein über den Transsulfurierungsweg zu Cysthationin abbaut. Zusammen mit B12 und Folsäure bildet B6 das Dreieck der B-Vitamine für die Homocystein-Regulierung. Mangel an einem der drei Vitamine kann Homocysteinerhöhung verursachen.

Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.