Biomarker IE/ml oder Titer

Rheumafaktor (RF)

Autoantikörper im Blut, der bei der Abklärung rheumatoider Arthritis bestimmt wird

Auch bekannt als

Rheumafaktoren RF-Test

Definition

Der Rheumafaktor ist ein Antikörper des Immunsystems, der sich nicht gegen Erreger richtet, sondern gegen körpereigene Antikörper, meist Immunglobulin G. Das Immunsystem bildet ihn irrtümlich oder wenn es bei einer Infektion überaktiv ist. Viele gesunde Menschen haben geringe Mengen davon im Blut. Der Test wird vor allem zusammen mit anderen Untersuchungen genutzt, um eine rheumatoide Arthritis abzuklären. Er allein stellt keine Diagnose.

Parameter Wert
Einheit IE/ml oder Titer
Referenzbereich MedlinePlus nennt als Normalwert unter 15 IE/ml oder, bei Angabe als Titer, unter 1:80. Viele Labore geben nur positiv oder negativ an. Grenzwerte unterscheiden sich je nach Testverfahren; maßgeblich ist der Bereich in deinem Befund. Besprich das Ergebnis mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Deinen persönlichen Zielbereich legst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt fest.

1 IE/ml entspricht 1 kIE/l (gleicher Zahlenwert).

↓ Was ein niedriger Wert bedeutet

Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass kein oder nur wenig Rheumafaktor im Blut nachweisbar ist. Das ist der Normalbefund. Es schließt eine rheumatoide Arthritis oder eine andere Erkrankung aber nicht aus, denn auch Menschen mit rheumatoider Arthritis können wenig oder keinen Rheumafaktor haben. Bei passenden Beschwerden kann deine Ärztin bzw. dein Arzt weitere Tests veranlassen.

↑ Was ein hoher Wert bedeutet

Ein positives Ergebnis kann mit rheumatoider Arthritis oder Sjögren-Syndrom zusammenhängen, außerdem mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Lupus oder Sklerodermie, mit chronischen Infektionen wie Hepatitis C, Tuberkulose oder Endokarditis, mit chronischen Lungen- oder Lebererkrankungen und mit bestimmten Krebserkrankungen. Je höher der Wert, desto wahrscheinlicher ist ein solcher Zusammenhang. Auch gesunde Menschen können erhöhte Werte haben. Besprich Abweichungen mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wann testen?

Der Test wird meist bei Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis veranlasst, etwa bei Gelenkschmerzen und Steifigkeit, die morgens oder nach Ruhe stärker sind, bei beidseitig geschwollenen, warmen oder druckempfindlichen Gelenken, Müdigkeit, Fieber oder Knoten unter der Haut nahe den Gelenken. Ohne Beschwerden wird er selten bestimmt. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rheumafaktor und CCP-Antikörpern? +

Beide werden bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis bestimmt. Laut MedlinePlus sind CCP-Antikörper spezifischer für die rheumatoide Arthritis als der Rheumafaktor, der auch bei vielen anderen Erkrankungen und bei Gesunden erhöht sein kann. Deshalb werden oft beide Werte gemeinsam betrachtet.

Kann der Rheumafaktor bei Gesunden erhöht sein? +

Ja. Viele gesunde Menschen haben kleine Mengen Rheumafaktor im Blut, und auch höhere Werte sind nicht immer Zeichen einer Erkrankung. Die Bewertung richtet sich nach Beschwerden, Vorgeschichte und weiteren Befunden.

Hilft der Test bei Arthrose? +

Nein. Arthrose ist keine Autoimmunerkrankung und hat nichts mit dem Rheumafaktor zu tun. Der Test wird zur Abklärung von Arthrose nicht eingesetzt.

Was bedeutet ein negativer Rheumafaktor bei Gelenkbeschwerden? +

Ein negatives Ergebnis schließt eine rheumatoide Arthritis nicht aus. Bestehen typische Beschwerden, kann deine Ärztin bzw. dein Arzt weitere Untersuchungen veranlassen oder an eine rheumatologische Praxis überweisen.

Rheumafaktor (RF)

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.