Biomarker µmol/l (mg/dl)

Bilirubin (gesamt)

Abbauprodukt des Hämoglobins – Marker für Lebergesundheit, Gallenabfluss und Hämolyse

Auch bekannt als

Gesamtbilirubin Serumbilirubin direktes/indirektes Bilirubin Gelbsucht-Marker

Definition

Bilirubin ist das Endprodukt des Hämoglobin-Abbaus. Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin entsteht aus dem Häm-Abbau im retikuloendothelialen System, wird in der Leber zu direktem (konjugierten) Bilirubin umgewandelt und mit der Galle ausgeschieden. Erhöhte Gesamtbilirubinwerte zeigen gestörten Hämoglobin-Abbau (Hämolyse), Lebererkrankungen oder Gallenwegsobstruktion an und manifestieren sich klinisch als Ikterus (Gelbsucht).

Parameter Wert
Einheit µmol/l (mg/dl)
Referenzbereich Gesamt: < 21 µmol/l (< 1,2 mg/dl) | Direktes (konjugiert): < 5 µmol/l (< 0,3 mg/dl) | Indirektes: < 17 µmol/l (< 1,0 mg/dl)
Optimum Zone (lab2go) 5–15 µmol/l Gesamtbilirubin (lab2go Optimum Zone; leicht erhöhte Werte um 10–17 µmol/l bei Morbus Gilbert sind mit reduziertem kardiovaskulärem Risiko assoziiert)

Umrechnung: 1 mg/dl = 17,1 µmol/l. US-Labore: Gesamt-Bilirubin < 1,2 mg/dl; direktes < 0,3 mg/dl.

Was ein niedriger Wert bedeutet

Sehr niedriges Bilirubin (< 3 µmol/l) hat keine klinische Bedeutung. Einzelne Studien zeigen, dass niedrigere Bilirubin-Spiegel (im unteren Referenzbereich) mit erhöhtem oxidativem Stress und leicht höherem kardiovaskulärem Risiko assoziiert sind (Bilirubin als endogenes Antioxidans).

Was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhtes Gesamtbilirubin: Bei vorwiegend indirektem Bilirubin: Hämolyse (Antikörper, G6PD-Mangel), ineffektive Erythropoese, Morbus Gilbert (benigne). Bei vorwiegend direktem Bilirubin: Lebererkrankungen (Hepatitis, Zirrhose), Gallenwegsobstruktion (Gallensteine, Tumor). Ab > 34 µmol/l: sichtbarer Ikterus (Sklera zuerst).

So optimierst du diesen Wert

Bilirubin selbst ist ein endogenes Antioxidans (Heme-Oxygenase-Weg) und lässt sich nicht direkt erhöhen. Lebergesundheit optimieren: Alkoholverzicht, Gewichtsreduktion, ausreichend Schlaf. Bei erhöhtem Bilirubin: Ursache behandeln (Hämolyse, Lebererkrankung, Gallenwegsobstruktion). Morbus Gilbert benötigt keine Therapie.

Wann testen?

Routinemäßig im Leberstatus. Obligatorisch bei Ikterus, dunklem Urin, Oberbauchschmerzen, Hepatitis-Verdacht, Hämolyse-Abklärung, Neugeborenen-Screening (Neugeborenengelbsucht). Fraktionierung (direkt/indirekt) für Differenzialdiagnose essenziell.

Häufige Fragen

Was ist Morbus Gilbert und ist er gefährlich? +

Morbus Gilbert ist eine gutartige genetische Variation (UGT1A1-Polymorphismus), bei der Bilirubin nicht vollständig konjugiert wird, was zu leicht erhöhtem indirektem Bilirubin (17–51 µmol/l) führt. Es ist klinisch harmlos, erhöht gelegentlichen Ikterus bei Stress, Hunger oder Infekten. Interessant: Morbus Gilbert-Träger haben in Studien niedrigere Raten von Herzerkrankungen und Gallenblasenkrebs.

Kann ich Bilirubin messen, um meinen Leberstatus zu beurteilen? +

Bilirubin allein ist wenig spezifisch, aber wichtig im Kontext des Leberstatus-Profils (GOT, GPT, GGT, AP, Albumin, PT). Erhöhtes Bilirubin mit anderen pathologischen Leberwerten zeigt schwerere Leberstörung an. Bilirubin erhöht sich bei Leberschäden typischerweise später als GOT/GPT/GGT.

Warum wird Neugeborenen auf erhöhtes Bilirubin gescreent? +

In den ersten Lebenstagen haben Neugeborene physiologisch erhöhtes Bilirubin (Abbau fetalen Hämoglobins, noch unreife Leber). Ab bestimmten Schwellenwerten kann Bilirubin die Blut-Hirn-Schranke überqueren und den unreifen Hirnkern schädigen (Kernikterus). Frühzeitige Phototherapie verhindert neurologische Dauerschäden.

Zuletzt geprüft: 28. Mai 2026 · sina

Diese Informationen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche können je nach Labor, Methode und Land variieren.